El Capitan – Spielkritik

Das Thema Piraten ist spielerisch nie ausgeschöpft, gerade auch in Bezug mit Kindern. Bei El Capitan testet der alte Kapitän das Gedächtnis und die Schnelligkeit seiner Piraten, um einen geeigneten Nachfolger zu finden. Ein Spiel für die ganze Familie und, wie immer bei Memory-ähnlichen Spielen, mit Vorteil für die Kinder.

El Capitan 1Man staunt, was alles in die kleine Schachtel von El Capitan passt. Eine Schatztruhe, kleine Piratenschiffe, viele Karten und eine Sanduhr. Dieses Spiel hat keine Luft – zumindest nicht mehr in der Schachtel. Jeder Spieler erhält 12 Karten mit Comiczeichnungen aus dem Piratenalltag. Die legt man übersichtlich vor sich aus. Alle Spieler haben ein wenig Zeit, um sich die Position der Karten zu merken. Danach dreht man die Karten um.

Nun kommt auch noch Tempo ins Spiel. Von einem unabhängigen Kartenstapel dreht man Karte für Karte um. Jeder Spieler stellt sein Piratenschiff auf seine verdeckte Karte, wo er die Vorgabe vermutet. Danach legt man seine Hand auf den unabhängigen Kartenstapel. Die Platzierungen sind wichtig für die mögliche Belohnung aus der Schatzkiste. Je eher man fertig ist, desto grösser fällt die Belohnung aus – natürlich nur, wenn man auch die richtige Lösung gefunden hat. Der Reihe nach kontrolliert man bei jedem Spieler, ob die verdeckte Karte wirklich mit der gesuchten übereinstimmt. Bei einer falschen Lösung muss man ein Goldstück in die Schatztruhe zurücklegen. Hat man sich den Ort der Karte richtig gemerkt, erhält man Taler aus der Schatzkiste als Belohnung. Nur der letzte, also der langsamste, Spieler bekommt nichts.
Und weil Piraten eigentlich ein aufregendes Leben führen, gibt es noch drei Sonderkarten, die irgendwann im grossen Stapel auftauchen.
Der Sturm mischt die eigenen Karten ordentlich durcheinander. Alle Karten werden neu ausgelegt. Nach einer Minute Einprägungszeit geht es mit den neuen Kombinationen weiter.
Beim Fernrohr darf man sich eine eigene Karte noch einmal ansehen. Sicher ist sicher. Doppelt gecheckt, schützt den eigenen Goldschatz.
Wer die Piratenflagge aufdeckt, darf zwei Karten eines Mitspielers vertauschen. Damit macht man sich keine Freunde.

El Capitan 2

Sind alle Karten des Stapels aufgedeckt, endet das Spiel. Wer die meisten Goldmünzen besitzt, wird neuer Kapitän.

Fazit:
El Capitan ist ein toll ausgestattetes Spiel für die ganze Familie. Die Schiffe und die Schatzkiste schaffen sofort Atmosphäre, dazu noch die witzigen Illustrationen. Spielerisch bringt El Capitan allerdings nicht viel Neues. Es ist eine Mischung aus Memory und Halli Galli: Tempo meets Hirn. Wer sich seine 12 Karten gut einprägen kann und das Schiff noch möglichst schnell an die richtige Stelle setzt, hat die Nase vorn. Die Aktionskarten bringen ein wenig Abwechslung ins Spiel. Doch es hätten ruhig ein paar mehr sein können. Ist man von der Piratenflagge nicht direkt betroffen, mischt einzig der Sturm die Karten aller Spieler neu. Ist der fast am Ende des Stapels versteckt, plätschert das Spiel ein wenig auf dem Meer dahin. Kurz gesagt: Das Material ist top, spielerisch solide, mit dem Wunsch nach mehr Tumult auf dem Schiff.

El Capitan | Autorin: Charlotte Fillonneau | Verlag: Gigamic
Spiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: Schnelles Hirn und flinke Finger | Wiederspielreiz: ok

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