Expedition – Spielkritik

Einmal um die Welt und wieder zurück. Bei Expedition beschäftigen wir uns tatsächlich spielerisch mit einem Luxusproblem: Als reicher Unterstützer möglichst viele eindrucksvolle Orte besuchen und Informationen für die Wissenschaft sammeln. Das lässt sich machen.

Die Weltkarte entfaltet sich gross auf dem Spieltisch, ein richtiges Reisenetz ist darauf eingezeichnet. Es lässt sich beinahe jeder Winkel der Welt bereisen und das soll man ja auch. Gleich drei Expeditionen bewegen sich auf dem Spielplan, erkennbar an unterschiedlichen Farben (gelb, blau, rot). Mit Pfeilen zeigen sie ihre Richtung an, der Spitze nach geht der Weg immer voran.
Fehlen noch die Reiseziele. Erst zieht jeder Spieler 5 Expeditionskarten, deren Orte er auf der Karte mit seinem Ortsmarker anzeigt. Diese Ziele sind allen Spielern bekannt. Daneben gibt es aber noch 7 geheime Ziele. Die Weltreise kann beginnen.

Die drei Expeditionen gehören allen Spielern. Jeder versucht die Pfeile so zu lenken, dass sie an die eigenen Orte treffen, die man bereisen muss. Die Zugmöglichkeiten sind überschaubar. Entweder man legt einen Expeditionspfeil der entsprechenden Farbe an und setzt bis zu zwei Reisetickets ein oder man pausiert und nimmt sich ein Reiseticket aus dem Vorrat. Damit ist auch schon verraten, dass die Reisetickets eine wichtige Nebenrolle in Expedition erhalten. Dazu später mehr.
Die Expeditionspfeile legt man immer am Ende einer Route an. Bei blauen Sonderfeldern erhält man einen Extra-Pfeil, bei gelben Sonderfeldern ein Reiseticket geschenkt. Ein taktisches Mittel ist die Schleife. Bildet man mit einer Expedition eine Schleife, legt man sofort einen weiteren Pfeil an eine beliebige Stelle der Expedition, damit das Ende wieder erkennbar ist.

Die Reisetickets dienen vor allem der Korrektur der Reiseroute. Für ein Ticket kann man einen zusätzlichen Pfeil anlegen, einen Pfeil entfernen, eine Expeditionskarte tauschen oder auch eine Expeditionskarte ablegen, deren Ort sich mitten in einer Reiseroute befindet. Nochmal zur Erinnerung: Nur zwei Tickets pro Spielzug können genutzt werden.

Ziel ist es, sämtliche eigenen Orte zu besuchen. Expeditionskarten legt man ab, sobald ein Ort erreicht wurde. Das kann auch im Zuge eines Mitspielers sein. Schliesslich kennt man nicht alle Ziele der Spieler. Am Ende erhält man Siegpunkte für alle besuchten Orte und Ortsmarker, die man wieder einsammeln konnte. Sämtliche Karten auf der Hand und Ortsmarker auf dem Spielplan zieht man vom Ergebnis ab.

Expedition bietet noch zwei spielenswerte Expertenvarianten. Öffentliche Expeditionsorte können von allen Spielern besucht werden. Der Wettkampf zieht spürbar an. Oder man verteilt die Ortsmarker individuell, ohne die entsprechende Karte zu besitzen. Damit wird die Expedition für die Mitspieler unberechenbarer, da man die genauen Pläne nicht kennt.

Fazit

Mit Expedition lernt man die Welt kennen. Die Ortskarten sind toll gemacht. Auf jeder Karte findet man einen kurzen, lehrreichen Informationstext. Grossartig. Spielerisch ist Expedition nicht ganz neu. Das Spiel gab es in früheren Jahren schon, es ist eine überarbeitete Neuauflage. Doch Autor Wolfgang Kramer steht für solide, unterhaltsame Spielkost. Das ist auch in diesem Fall so. Die Regeln sind einfach, lassen durch die Reisetickets aber einen gewissen Spielraum offen. Ob man seine Ziele tauscht, dadurch Ortsmarkerpunkte liegen lässt oder die eigene Route eisern abläuft, ist eine Frage des Spielverlaufs. Mit den beiden Varianten erhält man mehr Spieltiefe, man weiss nie, wofür sich die Spieler entscheiden. Mit den drei laufenden Expeditionen besitzt man eine gute Auswahl an Reisemöglichkeiten. Je länger das Spiel dauert, desto genauer sollte man die Routen im Auge behalten. Auch ohne ein reicher Unterstützer zu sein, reist man mit Expedition spielend leicht um die Welt.

Expedition | Autor: Wolfgang Kramer | Verlag: AMIGO
Brettspiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 30-45 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Eine schnelle Spur auf dem Streckennetz | Wiederspielreiz: gross

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