Feuville – Spielkritik

Woher Feuerstadt wohl ihren Namen hat? Nun, Feuville wird immer mal wieder von Drache Dragomir heimgesucht. Das ist ein feuriges Spektakel, darum möchte der König seiner Stadt nun zu neuem Glanz verhelfen. Mit der Stadtmauer geht es los.

Feuville

Das Brettspiel entfaltet sich ganz schön auf dem Spieltisch. Drache Dragomir, die Auswahl der Stadtplättchen und die Stadtbewohner benötigen ihren Platz. Dazu werkelt noch jeder Spieler an der eigenen Stadtansicht, die sich in die Breite zieht und auch das eigene Spieltableau muss noch sein. In Feuville herrscht Aufregung, es soll gebaut werden. Einige königliche Erlasse liegen ebenfalls aus, der König will seinen Einfluss geltend machen. Gespielt wird mit zwei Würfeln, die man in seinem Spielzug einsetzen kann. Das geschieht auf derart vielfältige Weise, dass man nie an seine Grenzen stösst. Irgendwo gibt es immer einen Ausweg in Feuville.

Die Würfel wandern reihum. Wer würfelt, setzt seine Würfel ein und nutzt die gewählte Aktion. Ein einzelner Würfel kann drei Aktionsmöglichkeiten haben. Am einfachsten ist es wohl, wenn man ein Stadtplättchen wählt. Da gibt es Stadtmauern, Türme und Himmel. Nicht immer ist alles vorrätig. Oder darf es doch lieber ein königlicher Erlass sein. Mit ihm holt man sich Ruhmespunkte, wenn man die Bedingungen erfüllt. Stadtplättchen und Erlasse kann man auch auf dem eigenen Tableau zwischenlagern und später nutzen, wenn man an der Reihe ist.

Feuville
Volle Auswahl bei Feuville

Für jede Würfelzahl steht auch ein Bewohner. Ihre Dienste darf man ebenfalls in Anspruch nehmen, wenn man einen passenden Würfel deponiert. Beim Gaukler macht man ein kleines Glücksspiel und würfelt um Ruhmespunkte. Doch Vorsicht: Auch die Mitspieler erhalten Punkte, wenn man schlecht würfelt. Der Dieb klaut einem Mitspieler ein Plättchen vom Tableau. Beim Wirt gibt es Freiplättchen für alle. Jeder wählt sich ein Stadtplättchen vom Spielbrett, der Auslöser der Aktion gleich zwei. Die Architektin füllt die ganze Auslage wieder auf. Der Bürgermeister holt einen königlichen Erlass vom Spielbrett. Und der Magier stellt bis zu zwei Stadtteile wieder her, wenn sie Feuer gefangen haben.

Feuville
Die eigene Auslage

Wie kann so ein Feuer ausbrechen? Würfelt ein Spieler ein Pasch, so bringt das unweigerlich Drache Dragomir auf den Plan. Er spuckt Feuer, es sei denn, die eigene Stadt ist geschützt. Das erledigt man, wenn man für jeden Stadtteil eine Wolke am Himmel hat. Dann sieht Dragomir nicht, was drunter ist. Also sollte man bei der Wahl der Himmelsplättchen genügend Wolken einplanen. Hat man einmal zu wenig Wolken, brennt Dragomir ganze Stadtteile ab, indem man die Plättchen umdreht. Doch keine Angst, es gibt genügend Möglichkeiten, die Plättchen zu reaktivieren: Der Magier, Feenzauber oder der Zukauf weiterer Wolken sind hilfreich.

Dann gibt es noch drei Spezialplätze für die Würfel. Bei der Fee gibt es ganz unterschiedliche Vorteile zu holen. Von direkten Ruhmespunkten über Plättchenklau bis zu Diebesschutz. Beim Kobold muss man gleich beide Würfel einsetzen, dafür nimmt er die Gestalt einer beliebigen Person an und man nutzt auch deren Aktionen. Und einmal pro Partie kann man eine Stadtwertung auslösen. Das bedingt aber eine fertige Stadtmauer mit Tor und zwei Türmen an den Enden. Wer geschickt baut, kann damit viele Punkte abräumen.

Können die königlichen Erlasse nicht mehr aufgefüllt werden, endet die Partie, wenn alle Spieler gleich oft an der Reihe waren. Wer sich die wenigsten Erlasse sichern konnte, holt sich noch 7 Trostpunkte. Wer nun die meisten Ruhmespunkte hat, gewinnt.


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Fazit

Feuville ist ein nettes Bauspiel, bei dem man immer in einem Dilemma steckt. Meist möchte man ganz viel, hat aber nur zwei Würfel zur Verfügung. Das Schöne am Spiel: Es gibt jederzeit einen Ausweg. Hat man schlecht gewürfelt, nutzt man den Kobold. Die Fee hilft bei jeder Wurfzahl und durch die dreifache Aktionsmöglichkeit bei jeder Zahl kann man viel bewirken. Am Ende ist alles ein Frage des Timings. Sammelt man passende Bauteile für die Erlasse? Ist gerade Schutz angesagt? Sichert man sich ein Teil für später? Der Spielablauf ist nicht komplex. Es gibt zwar einige Dinge zu beachten, doch die Möglichkeiten sind überschaubar. Was negativ auffällt, ist die Spielregel. Dort fehlt eindeutig die Struktur. Einzelne Bedingungen muss man sich an verschiedenen Stellen zusammensuchen: Drache Dragomir, brennende Häuser. Das hätte man echt besser lösen können. Feuville hat ganz verschiedene Gesichter. Da benötigt es Planung beim Stadtbau, Glück bei Dragomir und dem Gaukler oder eine Portion Frechheit mit dem Dieb. Das macht Feuville zu einem interessanten Familienspiel mit gehobeneren, spielerischen Ansprüchen.

Alles über Feuville

Feuville | Autor: Udo Peise | Illustration: Dennis Lohausen | Verlag: HUCH!

Spielerzahl: Brettspiel für 2-4 Personen
Spieldauer: 60 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Den Rundumplan beim Städtebau
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3-4 Spieler
Richtet sich an: Familien

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