Fieber – Spielkritik

Der Patient hat Fieber. Nicht einfach so, nein, das geht rauf und runter. Darum werfen alle Spieler ihre komplette Fachkompetenz in die Karten. Ob man unter diesen Umständen wirklich gern Patient sein will? Fieber ist ein kleines, freches Ärgerspiel.

FieberTrotz des hohen Fiebers, die Heilung steht bei diesem Spiel nicht im Vordergrund. Vielmehr tobt ein Konkurrenzkampf unter den Ärzten. Wer kriegt den Patienten in seine Praxis. In so einer Situation kennt man keine Freunde und der Patient wird es ganz bestimmt auch nicht. Mit einem Fieberthermometer liegt er im Krankenbett. Sein Zustand verändert sich laufend. Verantwortlich dafür sind die Spieler, die ständig an der Fieberkurve manipulieren. Mal geht es hoch, mal runter, mal stellen unvorhersehbare Ereignisse alles in Frage.

Mit drei Karten starten die Spieler in die Behandlung. An der Farbe auf der Rückseite der Karten erkennt man, was sich darauf befindet: Blaue Karte für einen Temperatursturz, rote Karte für einen Anstieg und die weisse Karte bringt ein Ereignis. Zu Beginn haben alle Ärzte noch die gleichen Voraussetzungen und auch der Patient bewegt sich noch bei gesunden 37 Grad. Doch der Wettstreit der Ärzte ist hart. Der Reihe nach legen sie eine Karte und führen auf dem Thermometer die Temperaturschwankungen nach. Der Zustand des Patienten ist dabei limitiert. Zwischen 35 und 41 muss man sich bewegen, um im Spiel zu bleiben. Über- oder unterschreitet ein Spieler das Thermometer, gibt er eine Karte ab und wirkt ab sofort mit einer Handkarte weniger. Erwischt es einen Arzt zum dritten Mal, scheidet er aus. Wer als Letzter übrig bleibt, darf den Patienten kurieren. So einfach funktioniert das. Natürlich zieht man zwischendurch immer wieder eine Karte nach. Das Verhältnis in der Hand ist allerdings höchst selten so ausgeglichen wie zu Beginn des Spiels.

Fieber

So richtig fies sind die weissen Ereigniskarten. Mit ihnen haut man die Kollegen mal richtig in die Pfanne. Die heisse Schwester lässt die Temperatur des Patienten zum Maximum steigen. Blöd, wenn der nachfolgende Arzt nur noch rote Karten in der Hand hält. Bei der Pille mit Nebenwirkung zählt der nächste Wert doppelt. Oder die blaue Spritze fordert im Anschluss eine blaue Karte ein. Dies nur einige Beispiele. Wer die passenden Karten einsetzt, mischt das Ärzteteam so richtig auf. Als Regel gilt: Es dürfen nie zwei Ereigniskarten hintereinander gelegt werden. Es sei denn, ein Spieler gibt dazwischen eine Karte ab.

Fieber

Mit ein wenig mehr Taktik spielt sich Fieber, wenn man bei einem Fehltritt eine Karte vor sich ablegt, ohne die Kartenhand zu verringern. Mit dieser Variante spielt man trotzdem immer mit drei Karten und hat eine grössere Auswahl. Die Spielzeit verlängert sich dadurch minim und man ist trotzdem nie vor dem totalen Rauswurf sicher.

Fazit

Fieber ist ein knallhartes Ärgerspiel mit dem Ziel, seine Mitspieler auszuschalten. Doch obwohl man rausfliegt, dauert es nie lange bis zur nächsten Partie. Die Runden laufen flott, Überraschungen sind garantiert. Das Glück spielt immer mit. Man kennt die Zahlenwerte nicht, die man zieht. Die Ereigniskarten sind stark von ihrem Zeitpunkt des Einsatzes abhängig. Aber das geht allen Spielern so. Die Kartenrückseiten verraten viel vom Spiel – und trotzdem nicht alles. Wer sich ein wenig im Ärzteteam umsieht, kann den Konkurrenten das Leben aber ganz schön schwer machen.Schon nach kurzer Zeit sind wir auf die taktische Variante ausgewichen. Sie spielt sich ausgewogener als mit einer reduzierten Kartenhand. Man hat zumindest das Gefühl, aus dem Vollen zu schöpfen. Fieber ist kein Spiel für zartbesaitete Patienten, der Konkurrenzkampf ist hart. Die Illustrationen der Ereigniskarten sind Michael Menzel sehr gut gelungen. Fieber ist einfach ein durchwegs knackiges Familienspiel, bei dem auch die Ärzte zwischendurch ins Schwitzen geraten.

Fieber | Autor: Tom Schoeps | Verlag: moses.
Kartenspiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 10 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Patienten und Ärzte an der Schmerzgrenze | Wiederspielreiz: gross

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