Fish’n Flip – Spielkritik

Die Reihe Fun by Nature von Helvetiq widmet sich Umweltthemen. In Just Wild haben wir Tiere angesiedelt, heute retten wir Meerestiere vor den Fischernetzen. Fish’n Flip lässt sich miteinander oder gegeneinander spielen.

Fish'n Flip

In der kooperativen Variante fühlt sich Fish’n Flip ein wenig wie Tetris an. In jeder Runde purzeln neue Tiere von oben herab ins Netz und wir versuchen gemeinsam, möglichst viele davon zu retten. Denn erreicht die Tierhöhe das Fischerboot, ist die Partie verloren. Vor dem Spiel entscheidet man sich für 4 Tierarten. Dadurch kommen auch 4 Tierfähigkeiten ins Spiel, von denen jeder Spieler eine erhält. Man kann sie in jedem Spielzug einmal einsetzen, um Tiere zu retten. Den Schwierigkeitsgrad erhöht man mit Müllkarten. Leider eine Realität in den grossen Weltmeeren, der Müll treibt herum und gefährdet auch die Tierwelt. Selbst im Fischernetz möchte man den nicht haben. Tiere und Müll mischt man gut durch und legt einen zufälligen Raster von 3×4 Tieren aus. Das Fischerboot befindet sich in der 7. Etage – die auf keinen Fall erreicht werden darf.

Die Spieler agieren mit Aktionskarten. Zwei Karten liegen offen vor jedem Spieler (drei Karten zu zweit). Es darf beraten werden, trotzdem spielt man reihum, immer auf der Suche nach der besten Möglichkeit. Mit einer Aktionskarte bewegt man die Tiere zuerst. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten: Kartentausch, Karte wenden, eine Reihe oder eine Spalte wenden, ein Quadrat aus Tieren wenden, Tiere nach Hintergrundfarbe wenden oder ein beliebiges Tier befreien.
Weshalb hat das Wenden einen so hohen Stellenwert? Will man die Tiere in der nächsten Phase befreien, müssen sie eine Gruppe bilden und auf dieselbe Seite schwimmen. Denn nun befreit man Gruppen gleicher Tiere, wenn man eines davon gerade bewegt hat.

Fish'n Flip
Die drei Delfine ganz unten lassen sich befreien

Sind das Tiere im unteren Bereich des Netzes, purzeln darüber liegende Tiere nach unten – das Tetris-Prinzip. Bilden sich dadurch neue Gruppen, befreit man sie ebenfalls. Kleine Kettenreaktionen sind möglich, die viele befreite Tiere bringen. Am Ende des Spielzuges füllt man in jede Spalte ein neues Tier, bevor der nächste Spieler mit einer neuen Aktion startet.

Die Fähigkeiten der Tiere unterstützen die Befreiung zusätzlich. Der Schwertfisch fischt eine benachbarte Müllkarte aus dem Netz bei seiner Befreiung. Oder mit einem Delfin darf man eine benachbarte Karte ebenfalls umdrehen. Je nach gewählten Tierarten verändert sich der Charakter von Fish’n Flip ein wenig.

Sind alle Tiere vom Nachziehstapel gespielt, endet die Partie. Je weniger Tiere sich am Ende noch im Netz befinden, desto besser hat man abgeschlossen.

Fish'n Flip
Tierkarten links, Aktionskarten rechts

In der kompetitiven Version spielt man nur mit einem Raster von 3×3 Karten. Von den 4 Tierkarten wählt man 2 Fähigkeiten aus, die alle Spieler benutzen dürfen. Alle Spieler schauen sich das Fischernetz von Fish’n Flip an, bis jemand eine Ansage macht, wie viele Tiere er retten kann. Nun haben die Mitspieler eine Minute Zeit, um die Anzahl zu überbieten. Stimmt die Ansage, erhält man die befreiten Tiere zur Belohnung. Stimmt sie nicht, bekommt man eine Müllkarte. Aus den gewonnenen Plus- und Minuskarten bestimmt man am Ende den Gewinner.


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Fazit

Die Grundidee hinter den Fun by Nature – Spielen ist genial. Bei Fish’n Flip unterstützt der Verlag Salamandre die spielerische Idee gegen die Meeresverschmutzung. Informationen darüber findet man natürlich im Regelheft. Spielerisch wird man stark an Tetris erinnert. Nur purzeln hier die Meerestiere, die man in Spalten dreht und wendet, Gruppen bildet und schliesslich befreit. Das bedingt einen geometrischen Blick. Vor allem mit Kettenreaktionen lässt sich viel herausholen… wenn man die Situation durchschaut. Mit den Müllkarten schraubt man am Schwierigkeitsgrad, mit den Tierfähigkeiten ebenfalls. Natürlich mag man den Schwertfisch, wenn er nebenbei noch Müll entfernt. Ohne ihn wird es schon ein wenig schwieriger. Gegeneinander trennt sich die Spreu ein wenig vom Weizen bei Fish’n Flip. Wer schon Erfahrung mit solchen Spielen hat, findet schnell eine gute Lösung, während andere immer noch grübeln und am Ende staunen, was möglich gewesen wäre. Fish’n Flip ist ein unterhaltsames Spiel mit schönen Illustrationen, bei dem aber ein wenig das Spielziel fehlt. Ich hätte gerne noch ein Richtziel für eine sehr gute, gute oder weniger gute Spielrunde gehabt. Zudem gibt es einen Kampagnenmodus, der leider nicht in der Spielschachtel ist. Man kann ihn wenigstens auf der Webseite abrufen. So spielt man Fish’n Flip durch, hat ganz viele Tiere befreit und kann am Ende nicht einordnen, wie gut die Leistung war. Das ist ein wenig schade.

Alles über Fish’n Flip

Fish’n Flip| Autor: Kevin Luhn | Illustration: Dominik Wendland | Verlag: Helvetiq

Spielerzahl: Kartenlegespiel für 1 bis 4 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 7 Jahren
Benötigt: Den ordnenden Blick für Kettenreaktionen
Wiederspielreiz: ok

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1 bis 4 Spieler
Richtet sich an: Familien

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