Five Tribes – Spielkritik

Das Sultanat von Naqala ist verwaist und sucht einen neuen Herrscher. Wer die unterschiedlichen Sippen und Dschinns für sich gewinnen kann, wird künftig als Sultan regieren. Five Tribes ist ein strategisches Spiel, bei dem man das Spielfeld erst einmal räumt, bevor man sich mit Ruhm bekleckert.

Five Tribes 1Zum Rundenbeginn bietet man jeweils um die Zugreihenfolge. Je früher man ins Spielgeschehen eingreifen möchte, desto teurer bezahlt man seinen Startplatz. Nur die letzten Plätze kosten nichts, denn Gold ist am Ende auch Punkte wert.
Doch ganz zentral in 1001 Nacht sind die Aktionen im 2. Teil des Spiels. Auf 30 Ortsplättchen liegen zu Beginn 90 Spielfiguren in verschiedenen Farben, die gerne verschoben werden möchten. Dazu wählt man ein beliebiges Feld aus, nimmt sich alle Figuren und verteilt sie auf einer Wegstrecke waagrecht oder senkrecht auf die anliegenden Plättchen. Mit der letzten Figur muss man auf einem Feld mit mindestens einer gleichen Farbfigur landen. Das löst eine erste Aktion aus. Durch die Farben der Spielfiguren unterscheiden sich möglichen Aktionen: Grüne Figuren bringen Rohstoffe, mit denen man viele Siegpunkte gewinnen kann, blaue werden mit Gold belohnt, rote lassen andere Figuren verschwinden, gelbe und weisse Figuren behält man bis zum Spielende. Während man die weissen Figuren auch zum Anwerben von Dschinns verwenden kann, sind gelbe reine Siegpunktträger. Es lohnt sich also, das Verschieben der Spielfiguren sorgfältig zu planen, um eine gewünschte Aktion zu erhalten. Die Aktionsfiguren verschwinden danach von der Spielfläche, die damit von Runde zu Runde leerer wird.

Five Tribes 2Räumt man sogar ein Ortsplättchen leer, nimmt man es in seinen Besitz und markiert es mit einem eigenen Kamel. Jedes Plättchen besitzt zudem eine weitere Aktionsmöglichkeit für die Spieler, die eingelöst werden kann/muss, wenn man den eigenen Zug dort beendet. Es entstehen langsam Palmen und Paläste (für Siegpunkte) in der Wüstenstadt oder Dschinns können angeworben werden für attraktive Zusatzmöglichkeiten im Spiel. Auf dem Markt darf man sich weitere Rohstoffe kaufen. Zu den Rohstoffen: Ein möglichst buntes Rohstoff-Set darf in jeder Runde gegen Gold eingetauscht werden. Das bringt frisches Geld für das regelmässige Bieten um die Zugreihenfolge. Am Ende sind auch die Rohstoffkarten Siegpunkte wert.

Hat ein Spieler mit all seinen Kamelen Gebiete besetzt oder ist kein regulärer Spielzug mit den Figuren mehr möglich, endet Five Tribes. Punkte gibt es viele zu gewinnen. Auf einem Spielblock rechnet man mit jedem Spieler ab und der Gewinner steht fest.

Five Tribes 3

Fazit:
Five Tribes zaubert eine verkehrte Spielwelt auf den Tisch: Erst liegen alle Spielfiguren aus, danach verschwinden sie langsam. Der Mechanismus mit dem Versetzen der Figuren ist toll und bringt gleich einige Aktionsmöglichkeiten. Mit welcher Farbe möchte man am Ziel ankommen? Und welches Ortsplättchen soll es sein? So toll diese Möglichkeiten sind, so gedankenlastig sind sie auch. Die Suche nach dem perfekten Zug dauert manchmal ganz schön. Nur ungern will man den Mitspielern eine gute Vorlage liefern, aber für sich selber soll das Maximum rauskommen. Dabei bietet Five Tribes eigentlich sehr viele Optionen, um an Punkte zu kommen. Die Zugreihenfolge ist nicht zu unterschätzen. Wer zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle ist, sichert sich punktereiche Gebiete. Wenn es mit dem Besitz von Gebieten nicht klappt, helfen vielleicht die Dschinns mit ihren Spezialfähigkeiten aus der Patsche. Im Grundmechanismus ist Five Tribes gar nicht so schwierig, die Wahl der passenden Strategie benötigt jedoch ein wenig Spielerfahrung.
Im Spiel zu zweit setzt man in jeder Runde zwei Zuganzeiger. Damit verändert sich das Spiel. Die Zugreihenfolge wird bedeutend entscheidender, da man sich mit aufeinander folgenden Spielzügen selber gute Vorlagen legen kann.
Five Tribes ist ein spannendes Optimierungsspiel, das mit drei oder vier Spielern grossen Spielspass bringt. Grübelt man nicht ewig über den perfekten Spielzug, hält sich auch die Spielzeit im Rahmen. Möglichkeiten für Siegpunkte gibt es so oder so genügend.

Five Tribes | Autor: Bruno Cathala | Verlag: Days of Wonder
Optimierungsspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 60-90 Minuten | Ab 13 Jahren | Benötigt: Kamele, Rohstoffe, Gold, Dschinns, Orte… | Wiederspielreiz: gross

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