Fyfe – Spielkritik

Es breitet sich ein schönes Strandfeeling aus beim Betrachten der Spieleschachtel von Fyfe. Die Südsee, Sonne, das Meer – die Strandmotive sind im Spiel enthalten, doch es entpuppt sich als knallharte Knobelaufgabe, bei der man den Strand danach bitter nötig hat.

Fyfe

Der erste Satz der Spielregeln holt einen auf den Boden der Realität zurück und lässt das Strandgefühl in weite Ferne entfliehen: Fyfe ist ein abstraktes Legespiel! Danach geht es gleich ans Eingemachte. Es gibt tatsächlich keine thematische Einleitung, keine konstruierte Geschichte drumherum – es gibt ein Legespiel! Und erst noch eines mit wundervollem Material: Holzsteine, dicke Spielpläne mit passenden Einbuchtungen. Das fehlende Spielthema ist schnell vergessen. Spielsteine existieren in 5 Farben, mit 5 Motiven und 5 Zahlenwerten. Alle erhalten einen Spielplan mit 5 Reihen aus 5 Feldern. Es dürfte klar sein, woher das Spiel seinen Namen erhalten hat. Zum persönlichen Material gehören noch Wertungsplättchen sowie muschelförmige Glücksbringerplättchen. Sämtliche Spielsteine mischt man in einem schwarzen Beutel gut durch. Damit ist Fyfe startklar.

Nach und nach wird das eigene Spielbrett mit Spielsteinen und Wertungstafeln gefüllt. Geschieht das in einer sinnvollen Einheit, gibt es am Ende ganz viele Punkte. Nach genau 25 Spielrunden ist Schluss. Zuerst ziehen sich aber alle 2 Spielsteine aus dem Beutel und legen sie in die Vorratsschalen am unteren Ende des Spielbretts. In den weiteren Spielrunden zieht man nur noch einen neuen Stein.

Fyfe

Das Ziehen aus dem Beutel kann immer gleichzeitig erfolgen. Zieht jemand in dieser Phase einen Glücksbringerstein mit einer aufgedruckten Muschel, wählen alle aus ihrem Vorrat eines ihrer 7 Glücksbringerplättchen, das sie in dieser Runde nutzen können. Diese Plättchen bringen zusätzliche Aktionen oder Verbesserungen, die man auf dem Spielbrett vornehmen darf: Jokersteine, Steine verschieben etc. Es kann sein, dass mehrere Glücksbringersteine in einer Partie erscheinen, sie können sich aber auch rar machen. So ist das eben mit dem Glück.

Nachdem alle einen neuen Stein erhalten haben, legt man nun einen der beiden Steine aus dem Vorrat auf das eigene Spielfeld. Dabei muss man im 5×5 – Raster nicht angrenzend legen. Die Position ist frei wählbar, der Legeplatz muss selbstverständlich noch frei sein.

Im nächsten Schritt überprüft man, ob schon eine Wertungstafel auf den neu gelegten Stein zeigt. Wertungstafeln kommen in die Einbuchtungen am Spielfeldrand. Sie sorgen horizontal, vertikal und diagonal in allen Reihen für Wertungen. Zu Beginn sind sämtliche Einbuchtungen leer, sie füllen sich aber nach und nach. Zeigt keine Wertungstafel auf den frisch gelegten Stein, muss man eine legen.
Wertungstafeln sind fix. Es dürfen auch mehrere Wertungstafeln in einer Runde angelegt werden. Empfehlenswert ist das nicht unbedingt, da sie das Legen weiterer Steine einschränken.
Wertungstafeln fordern Bedingungen für die jeweilige Reihe ein: Bestimmte Farbe, Werte oder Symbole in bestimmten Anordnungen.

Fyfe

Hat man in einer Runde eine Wertungstafel erfüllt, wendet man sie auf die Rückseite und erhält am Spielende Punkte dafür. Bonuspunkte gibt es, wenn eine Wertung bei Fyfe als Erster erreicht wurde. Mehrere, gleichzeitig abgeschlossene Reihen bringen ebenfalls Bonuspunkte.

Sämtliche 25 Legeplätze füllen sich bis zum Schluss, die Wertungseinbuchtungen ebenfalls. Korrekt gefüllte Reihen und Spalten bringen Punkte, übriggebliebene Glücksbringer ebenfalls. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt Fyfe.


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Fazit

Das Cover von Fyfe sieht toll aus, das Spiel selber gaukelt nichts vor: Es ist ein abstraktes Legespiel. Das merkt man spätestens nach 5 Steinen, wenn man sich ziemlich genau überlegen muss, wohin man seinen neuen Stein legen soll, um keine Wertung zu vermasseln. Und darum dreht sich schlussendlich alles. Steine legen, passende Wertungstafeln andocken – so einfach und doch so knifflig. Wer sich bis zum Ende Möglichkeiten offen lässt und beim Ziehen der Steine ein wenig Glück hat, holt sich die entscheidenden Punkte. Die Glücksbringer können gewisse Situationen auch nachträglich bereinigen, wenn sei denn erscheinen. Darauf verlassen würde ich mich nicht. Das Legespiel sorgt mit einfachen Mitteln für Spannung. Man freut sich, wenn ein Plan aufgeht und sich die Reihen passend füllen. Alles erinnert ein wenig an Knister, bei dem man mit Zahlen seine Reihen füllt und fixe Kombinationen anpeilt. Bei Fyfe ist man für Steine und Wertungsvorgaben selber zuständig. Zu verkopft sollte man das Ganze nicht angehen, der Einfluss ist begrenzt. Wie so oft, muss man aus seinen Möglichkeiten das beste machen. Ein schönes Legespiel zum Knobeln.

Alles über Fyfe

Fyfe | Autor: Kosch | Illustrationen: Lukas Siegmon | Verlag: Edition Spielwiese

Spielerzahl: Legespiel für 2 – 5 Personen
Spieldauer: 30 – 45 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Steine und Wertungen in Kombination
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 5 Personen
Richtet sich an: Familie

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