Gaia – Spielkritik

Auf den ersten Blick mutet Gaia wie ein Computerspiel an. Landschaften werden gestaltet und besiedelt, im Spiel für Fortgeschrittene gar übernommen. Und alles in den knalligsten Farben. So stellt man sich die Entstehung des Universums vor: Farben, Formen – Spiel frei!

Gaia 1Landschaftsplättchen liegen für alle Spieler aus, dazu noch unterschiedliche Karten: Ziel-, Natur- und Leben-Karten. Während man die ausliegenden Zielkarten einfach nur erfüllen kann, zieht man Natur- und Leben-Karten immer wieder nach. Sie sorgen für die Aktionen bei Gaia. Grundsätzlich erschafft man bei Gaia eine eigene Landschaft. Da aber immer alle Spieler ausbessern, ist das Unterfangen nicht ganz einfach. Auf den Landschaften kann man auch Städte bauen. 5 Spielfiguren (6, wenn man zu zweit spielt) muss man in einer Partie auf die Landschaften platzieren, damit man als grosser Schöpfer das Spiel gewinnt.

Mit seinen Handkarten, immer höchstens 6 Stück, steuert man das Spiel. Zu Beginn startet jeder Spieler mit 2 Natur- und einer Leben-Karte. In jeder Spielrunde hat man genau 2 Aktionen zur Verfügung, in denen man eine Karte nachzieht (offen oder verdeckt) oder eine Karte spielt. Beide Möglichkeiten sind beliebig verwendbar. Mit einer Natur-Karte legt man eine entsprechende Landschaft in die neu zu schaffende Welt. Mit Leben-Karten legt man Tiere (als Nahrung) oder Städte auf bereits ausgelegte Landschaften. Um eine Stadt zu gründen müssen mindestens zwei, auf der Karte vermerkte, Bedingungen erfüllt sein. Städte müssen beispielsweise neben ganz bestimmten Landschaften stehen oder an der Nahrungsquelle liegen. Wer eine Stadt gründet oder die Lebensbedingungen darin verbessert, darf eine Spielfigur darauf platzieren. Aber Vorsicht: Verschlechtern sich die Bedingungen im Verlaufe einer Partie wieder, ziehen auch die Bewohner weg. Zudem verringert sich die Nahrung bei den Städten Runde für Runde. Wird nicht rechtzeitig für Nachschub gesorgt, kann das zum Ende einer Stadt beitragen.
Seine Spielfiguren wird man auch mit dem Erfüllen von Ziel-Karten los. Ziele erreicht man mit bestimmten Kartenkombinationen, die man ansammelt. in jeder Partie gibt es andere Ziele im Spiel.

Gaia 2

Gaia 3Im Spiel für Fortgeschrittene geht es ein wenig härter zur Sache. In den Städten herrscht ein Verdrängungskampf. Wer die Bedingungen verbessern kann, zieht in die Stadt ein und schickt andere Spielfiguren weg. Schafft man es gar, sämtliche vier Bedingungen einer Stadt zu erfüllen, platziert man gleich zwei Spielfiguren dort. Dieser Bonus kann entscheidend sein.
Und dann sind da noch die Macht-Karten. Sie können, wie die anderen Karten, als Aktion gezogen oder gespielt werden. Ein Erdbeben, Tornado oder Vulkanausbruch hat natürlich verheerende Folgen für die Landschaft und die Punktevergabe. Mit den Macht-Karten hält man ein mächtiges Instrument in seinen Händen, das sich bestens zum Ärgern seiner Mitspieler eignet.

Wer seine Spielfiguren als Erster aufs Spielfeld setzen kann, gewinnt Gaia.

Fazit:
Gaia ist optisch ein äusserst farbenprächtiges Spiel. Besonders gut gefällt die Mechanik der Siegbedingungen, durch das Setzen aller Spielfiguren. Endlich muss man mal keine Siegpunkte zählen. Während Gaia in der Grundvariante noch äusserst schöpferisch und ruhig abläuft, also auch sehr familientauglich daher kommt, ändert sich der Charakter in der Variante für Fortgeschrittene. Das Spiel wird deutlich aggressiver, man spielt auch auf Verdrängung und Zerstörung. Nicht nur, aber es gehört zum Repertoire. Gaia ist im Grundspiel doch sehr vom Kartenglück abhängig. Zieht man die fehlenden Landschaften zum Städtebau oder zum Erfüllen der Ziel-Karten? Wer keine passenden Stadt-Karten besitzt, kriegt auch seine Spielfiguren nicht los. Mit den Macht-Karten weicht man schlechten Karten ein wenig aus und behindert einen guten Lauf seiner Mitspieler vielleicht entscheidend. Mit der kurzen Spielzeit ist das Kartenglück durchaus vertretbar. Gaia ist nicht so freundlich, wie es auf den ersten Blick aussieht. Es lässt sich auch zu zweit wirklich sehr gut spielen.

Gaia | Autor: Olivier Rolko | Verlag: Asmodee
Legespiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Passende Karten in perfekter Landschaft | Wiederspielreiz: gross

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