Genies – Spielkritik

Die grössten Genies aller Zeiten stehen Schlange, um in deiner Akademie unterzukommen. Geballte Kompetenz aus 8 Fachbereichen stehen zur Auswahl. Und wer die Wahl hat, hat eben auch die Qual.

GeniesGenies ist ein Kartenspiel um geheime Gebote. Gespielt wird in drei Spielphasen mit je zwei Spielrunden. In jeder Spielrunde legt man neue Bewerber für die Akademien aus und alle Spieler erhalten neue Ressourcenchips, mit denen sie um die Wissenschaftler buhlen können. In jeder Spielphase erhält man neue Aktionskarten, dazu später mehr. Die Wissenschaftler werden in jeder Phase des Spiels besser, in einer Übersicht sieht man auch, wie viele Personen einer Fachrichtung noch erscheinen. Das ist wichtig, denn bei Genies geht es am Ende um Mehrheiten. Die Wissenschaftler sind mit Kompetenzsternen dekoriert, um die sich alles dreht. Am Ende jeder Spielphase findet eine Wertung statt, also genau drei Mal pro Spiel, bei der man Punkte für die Mehrheit in jeder Disziplin erhält.

Genies

Der Spielablauf ist einfach. Liegen 5 neue Wissenschaftler auf den Plätzen A bis E aus, notieren alle Spieler ein geheimes Angebot für jede einzelne Position. Bezahlt wird mit den eigenen Ressourcenchips, die man allerdings nur verliert, wenn man auch den Zuschlag erhält. Nach den geheimen Angeboten vergibt man die Wissenschaftler der Reihe nach an den Meistbietenden. Im Spiel zu dritt erhält man beispielsweise 20 Chips pro Runde, die man den einzelnen Wissenschaftlern anbieten kann. Wie man seine Chips einteilt, wo man mehr oder weniger einsetzt, muss man selber entscheiden. Alle Spieler notieren ihre Angebote auf einem Wertungszettel. Bietet man für Wissenschaftler A bereits 20 Chips und erhält den Zuschlag, ist man bei den restlichen Bewerbern nur noch Statist. Es beginnt also ein Zocken um die Wissenschaftler, die man gerade dringend benötigt. Bei einem Gleichstand rückt der Wissenschaftler für eine spätere Angebotsrunde auf einen vorderen Platz. Dort gibt es dann gleich zwei Wissenschaftler für sich zu gewinnen.

Genies

Natürlich möchte man in jeder Disziplin ein Wörtchen mitreden. Doch da kommen die Aktionskarten ins Spiel. Jeweils 2 oder 3 von ihnen, je nach Spielerzahl, besitzt man in jeder Spielphase. Aktionskarten haben ganz unterschiedliche Auswirkungen: Sie reduzieren den Preis eines Wissenschaftlers einer bestimmten Disziplin, sie verdoppeln die Punktzahl einer Wertung oder bringen Zusatzpunkte, wenn Bedingungen erfüllt sind. Die Aktionen sind zufällig im Spiel verteilt, beeinflussen aber unter Umständen die Strategie eines Spielers.

Wer nach 3 Spielphasen die meisten Wertungspunkte erhalten hat, gewinnt den akademischen Wettstreit der Genies.

Fazit

Genies ist im Grunde genommen ein einfaches Biet- und Sammelspiel um Wissenschaftler aller Epochen. Die Grundidee ist witzig, die Genies sind mit für sie wichtigen Zitaten ausgestattet. Man lernt sie spielerisch kennen. Im Mittelpunkt steht das Zock-Element: Wer bietet mehr, oder doch ich am meisten? Diese Spannung trägt durch das kurze Spiel und macht auch Spass. Die Aktionskarten bringen ein kleines Überraschungselement ins Spiel, eine Art Glückskomponente, die man nicht beeinflussen kann. Für ein Spiel mit dieser Spieldauer ist das allerdings nicht schlimm. Also alles gut? Kleine Abstriche erhält das Spiel bei Material und Spielregeln. Plastikfiguren und „Floh-Chips“ habe ich schon lange nicht mehr in Spielen vorgefunden. Die Schriftart Papyrus mag für das Spiel thematisch zweckmässig sein, leserlich ist sie nicht. In der Anleitung erscheint sie gar in unterschiedlichen Formaten. Aber ich muss noch einmal betonen: Spielerisch alles ok, in der B-Note läge noch Potenzial.

Genies | Autor: Simon Haas | Verlag: Haas Games
Kartenspiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 45-60 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Günstige Akademiker mit vielen Kompetenzen | Wiederspielreiz: gross

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