Glück auf – Das grosse Kartenspiel – Spielkritik

Es ist wirklich schön, wenn man eine toll aufgeräumte Schachtel vor sich liegen hat. Das ist bei Glück auf – Das grosse Kartenspiel der Fall. Die über 200 Spielkarten lassen sich perfekt ordnen und sind schnell für den nächsten Wettstreit vorbereitet.

Der Kohleabbau im 19. Jahrhundert ist Thema des Spiels. Der Ablauf, den es im Spiel zu bewältigen gibt, ist dabei äusserst logisch. Mit Loren wird Kohle abgebaut und in Waggons verladen. Lokomotiven ziehen die Ladung an die entsprechenden Auftragsorte, bevor es wieder von vorne beginnt. Zwischen 5 und 7 Arbeitsschichten bewältigt man, bis das Werk vollbracht ist.
Jeder Spieler besitzt eine eigene Ablage, an der die Karten platziert werden. Zentral baut man in der Tischmitte für alle 14 Kartenstapel auf. An diesem Buffet bedienen sich die Spieler. Hier gibt es alles, was das Arbeiterherz begehrt. Fehlt noch die wichtigste Komponente: Die Arbeiter!

Mit den Arbeiterkarten steuert man seine Aktionen. Die Arbeiter besitzen unterschiedliche Werte von 1-5. Der Reihe nach legt jeder Spieler eine seiner Karten an einen Kartenstapel, von dem er sich bedienen will. Auch mehrere Spieler dürfen sich über einen Stapel her machen, der Wert der Arbeiter muss sich dann aber stetig steigern. Will jemand eine Lokomotive holen, legt er einen 1er-Arbeiter an den Lokomotivenstapel und nimmt sich die oberste Karte. Will man später eine weitere Lok anschaffen, benötigt es schon eine 2er-Karte (oder auch zwei 1er als Kombination). Die ganzen Geschäfte regelt man über die Arbeiterkarten. Es darf so lange „gearbeitet“ werden, bis alle Spieler passen.

Bei Glück auf – Das Grosse Kartenspiel versucht man, die besten Kartenkombinationen für sich zu ergattern. Soll ein Zug abfahren, benötigt er einen Auftrag, die entsprechende Ladung an Kohle und eine Lokomotive. Alles löst man über die Kartenauswahl und seine Arbeiterkarten. Dabei gibt es einiges zu beachten, Loren können nur in die passenden Waggons verladen werden, die auch auf dem passenden Geleise stehen. Vorausschauende Planung ist also von Vorteil.
Jeden Auftrag kann man mit einer Anteilskarte noch vergolden. Er bringt dann am Ende mehr Punkte ein. Und auch Geschäftsziele sucht man sich selber unter den Karten aus, natürlich möglichst diejenigen, die persönlich viele Punkte einbringen. Das Spektrum ist gross: Es gibt Punkte für grüne Loks, für bestimmte Auftragsziele, für die Anzahl gelieferter Loren etc. Das eigene Tun sollte mit den Geschäftszielen eine Einheit bilden. Es ist alles ein Frage der Auswahl.

Mit den Aktionskarten lässt sich die Kohle verladen oder Aufträge erfüllen. Und ein besonders begehrtes, wenn auch teures, Element: Gegen einen kleinen Aufpreis an Arbeitskraft darf man sich die obersten vier Karten eines beliebigen Stapels anschauen, um sich die gewünschte Karte auszusuchen. Immer in der Hoffnung, dass das Gesuchte auch dabei ist.

Am Ende sammelt man Punkte mit Loren, vollendeten Aufträgen, Anteilskarten, gewonnenen Rundenzählern und den Geschäftszielen. Der/Die beste Geschaftsmann/frau gewinnt.

Fazit

Glück auf – Das grosse Kartenspiel ist ein Kennerspiel. Das hat vor allem mit der vorausschauenden Planung zu tun. Wer wahllos Karten sammelt, wird sie nicht in einen punktereichen Zusammenhang setzen können und kläglich scheitern. Doch das Spiel mit seinen vielen Karten läuft sehr rund. Schnell wird klar, was man benötigt. Nun kommt es auf das passende Kartenmanagement an. Wann holt man sich eine Karte, damit der Einsatz aller eigenen Arbeiter aufgeht? Findet man die passenden Karten, um seine Aufträge perfekt zu beenden? Man muss immer wieder Entscheidungen treffen, Prioritäten setzen, auf die Wünsche der Mitspieler achten und hin und wieder auch kleine Abstriche machen. Der Mechanismus mit dem Einsatz seiner Arbeiter ist sehr schön, die Karten und ihre Symbolik erklären sich von selber, der Spielablauf ist eingängig. Da man immer nur die oberste Karte des Stapels in der Auslage sieht, spekuliert man gerne auch auf die eigene Wunschkarte. Wie gesagt, Glück auf – Das grosse Kartenspiel ist eine runde Sache und lockt Runde für Runde zu einem optimaleren Ergebnis.

Glück auf – Das Grosse Kartenspiel | Autoren: Wolfgang Kramer, Michael Kiesling | Verlag: eggertspiele/Pegasus
Grosses Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 50-80 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Planerisches Vorgehen im Kartenwettstreit | Wiederspielreiz: sehr gross

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Pflichtfelder sind mit * markiert.