Grand Cru – Spielkritik

Bei Grand Cru geht es um den Weinanbau. Das eigene Weingut muss aufgebaut werden und soll bis Spielende florieren. Grand Cru ist ein Strategiespiel, das sehr viele Möglichkeiten bietet. Ulrich Blum hat im Interview auf Brettspielblog.ch bereits davon erzählt.


Grand Cru besteht grundsätzlich aus 2 Phasen, auf die ich später noch näher eingehe. Zu Beginn des Spieles nimmt man nämlich erst mal einen Kredit auf. Von diesem Kredit lebt das eigene Weingut hauptsächlich. Und sobald der erste Spieler seinen Kredit getilgt hat, endet das Spiel. Das eigene Weingut besteht aus einer Karte, auf der das Anbaugebiet und die Weinfässer zu finden sind, in denen der Wein reift. Auf einem grossen Spielplan in der Tischmitte werden die 2 Spielphasen gespielt.

In Phase 1 kann man in jeder Runde aus 9 Spielzügen wählen. Ich kann mir für mein Weingut eine Traubensorte kaufen (es gibt 5 davon). Dafür kann ich ein Gebot abgeben oder es teuer gleich direkt kaufen. Auch Aktionskärtchen kann ich ersteigern, die meinem Weingut kleine Vorteile bringen. Ich kann die Nachfrage für eine Weinsorte erhöhen, kann auf meinem Gut eine Weinlese durchführen, den Wein verkaufen oder ein Aktionskärtchen nutzen. Wenn ich nichts mehr machen will, darf ich auch passen. Die erste Phase endet, wenn alle Spieler bis auf einen passen oder wenn ein Spieler seine letzten Trauben eingebracht hat. Es lohnt sich also, seine Mitspieler im Auge zu behalten, sonst kann man böse überrascht werden. 5 Spielzüge hat man aber auf jeden Fall zur Verfügung.

In Phase 2 spielt man mit seinen Prestigepunkten vom Weinfest. Diese Punkte erhält man für seinen in Phase 1 verkauften Wein. Die Prestigepunkte kann ich für verschiedene Aktionen einsetzen. Alle kosten unterschiedlich Punkte. Ich kann beispielsweise eine Spätlese durchführen, einen Wein früher verkaufen, den Weinpreis erhöhen, für die Punkte Geld eintauschen oder mich für den nächsten Durchgang zum Startspieler machen. Wenn diese Aktionen durchgeführt sind, reift der Wein in allen Fässern. Denn nicht jeder Wein kann jederzeit verkauft werden. Danach zahle ich Zinsen für meinen Kredit und kann entscheiden, ob ich ihn allenfalls vergrössern oder verkleinern will. Die eigenen Weinreben erhalten wieder Ertrag und das Spiel wird mit Phase 1 fortgesetzt.

Grand Cru endet, wenn der erste Kredit getilgt ist. Gewinner ist aber derjenige, der sein Weingut am besten aufgebaut hat und somit am meisten Geld hat. Für jedes unterschiedliche Plättchen auf seinem Weingut und den Wein in seinen Fässern bekommt man noch Geld. Zieht man seinen Kredit ab, steht der Gewinner fest.

Etwas störend: Die Aktionskärtchen sind gar klein geraten und das Spielgeld aus dünnem Papier muss einiges ertragen. Das hat aber mit dem Spielablauf relativ wenig zu tun, DENN…

Fazit:
Ich geniesse jedes Mal die verdutzten Gesichter meiner Mitspieler, wenn ich die Spielregeln in ihrer ganzen Vielfalt erkläre. Und ich geniesse danach auch jedes Mal, wie rund Grand Cru läuft. Vieles ist nämlich logisch. Dazu ist Grand Cru wunderbar gezeichnet und so erklärt sich einiges von alleine. Das Spiel fliesst vor sich hin und man merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht. Strategisch bietet Grand Cru sehr viele Möglichkeiten. Man muss immer wieder entscheiden, was für das Weingut mit den eigenen Möglichkeiten am besten ist. Das Spiel kam in jeder Spielrunde bisher sehr gut an und wird gerne wieder gespielt.

> Interview mit Autor Ulrich Blum

Grand Cru | Autor: Ulrich Blum | Verlag: eggertspiele
Strategiespiel für 2-5 Spieler | Spieldauer: ca. 90 Minuten | Benötigt: Strategischen Weingeist für das eigene Weingut | Wiederspielreiz: gross

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