Grand Tour Switzerland – Spielkritik

Eine Reise durch die Schweiz, bei der es neben Sehenswürdigkeiten und Reiseroute auch um Wissen geht – das ist Grand Tour Switzerland. Ganz nebenbei lernt man noch die speziellen Eigenschaften der Schweizer Kantone kennen. Bildungstourismus nennt man das!

grand-tour-switzerland-1Das Spielprinzip von Grand Tour Switzerland ist nicht schwierig und bedient sich am Helvetiq-Vorgängerspiel Cantuun. Jeder Spieler erhält Kantonskarten, die er beim Beantworten der Fragen einsetzen muss. In jeder Runde liest ein Spieler allen laut eine Frage vor. Wissensfragen kann man, mehr oder weniger, in Ruhe abhandeln. Man sucht sich für die Antwort die passenden Kantonswappen aus seinen Karten, legt sie verdeckt vor sich ab und schnappt sich ein Geschwindigkeitssiegel. Wissensfragen müssen nicht komplett richtig beantwortet sein. Für jede richtige Antwortkarte darf man mit seinem Auto auf dem grossen Schweizer Spielfeld einen Kanton weiterrücken. Das Geschwindigkeitssiegel bestimmt die Reihenfolge der Spielzüge.
Blitzfragen müssen korrekt, komplett und schnell beantwortet werden. Auch hier legt man die gesuchten Kantonskarten ab und schnappt sich ein Geschwindigkeitssiegel. Der Gewinner der Blitzfrage darf gleich drei Kantone weit reisen, alle weiteren Spieler mit korrekten Antworten noch einen Kanton.

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So reist man also durch die Schweiz, denn dort gibt es in den Kantonen einiges zu entdecken. Sehenswürdigkeiten-Steine bringen am Ende Siegpunkte, sie können allerdings von den Mitspielern noch weggeschnappt werden. Auch Schnappschuss-Steine dürfen eingesammelt werden. Sie bringen ebenfalls Punkte, die man aber erst ganz am Ende des Spiels sieht. Die Steine werden zu Beginn einer Reise durch eine Spielkarte zufällig in die Kantone verteilt. Wer einen Stein mitnehmen will, unterbricht im jeweiligen Kanton seine Reise.
Unterhaltung bringen die Chance-Steine. Für sie muss man die Reise nicht unterbrechen, zieht aber eine Karte vom Chance-Stapel. Die Auswirkungen der Karten sind ganz unterschiedlich: Zusätzliche Siegpunkte, grössere Reise-Reichweite, Austausch der Siegel, eine Reise durchs Ausland, etc.

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Frage für Frage reist man durch die Schweiz, bis sämtliche ausliegenden Steine abgeräumt sind. Insgesamt legt man drei Mal neue Steine aufs Spielbrett. Nach drei absolvierten Reisen endet das Spiel. Die Siegpunkte aus Sehenswürdigkeiten, Schnappschusssteine und Chance-Karten bestimmen den Sieger.

Fazit:
Grand Tour Switzerland ist ein Fragespiel, bei dem immer alle Spieler aktiv beteiligt sind. Die Mischung aus Blitz- und Wissensfragen ist gelungen. Schnell sollte man trotzdem in beiden Kategorien sein, denn das Tempo bestimmt die Zugreihenfolge. Das kann entscheidend sein, wenn man als Erster die Spielsteine erreichen will. Viele Antworten findet man auf dem Spielbrett. In die Schweizer Landschaft sind einige Dinge eingezeichnet, die dann und wann ganz nützlich sind. Durch die vielen zeichnerischen Inputs und die Farbwahl wirkt das Spielbrett aber unübersichtlich. Die Kantonsgrenzen, die ja eigentlich wichtig wären, sind oft nur schwer zu erkennen. In kleinen Kantonen finden die Holzautos kaum Platz. Mit den Spielsteinen steht man vor denselben Problemen. Besser gefallen die Chance-Karten. Mit ihnen lassen sich überraschende Wendungen herbeiführen. Bei Grand Tour Switzerland lernt man viele Facetten der Schweiz kennen, die Gestaltung des Spielbretts trübt den Spielspass allerdings ein wenig.

Grand Tour Switzerland | Autoren: Hadi Barkat & Sébastien Pauchon | Verlag: Helvetiq
Fragespiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 45 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Schweizer Wissen in hohem Tempo | Wiederspielreiz: ok

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