Great Plains – Spielkritik

Zwei Stämme wollen sich ihren Fortbestand in den Great Plains sichern. Es beginnt ein Duell mit Fuchs gegen Schlange um die Vorherrschaft in den fruchtbaren Gebieten. Ein kurzweiliges, aber taktisches Spiel für 2 Personen.

Great Plains

Great Plains ist ein reines 2 Personen-Spiel, bei dem sich 2 Stämme um die besten Gebiete im Flachland streiten. Runde für Runde setzen die Spieler ihre Stammesfiguren aufs Feld, um am Ende die Jagdgründe zu beherrschen. Die 7 Spieltafeln sind doppelseitig bedruckt und lassen sich in zahlreichen Kombinationen zu einer Blume zusammensetzen. Dadurch verändert sich die Landschaft in jeder Partie. Jede Tafel besteht aus kleinen Sechseck-Feldern mit Gebirge, Grasland und Tierfeldern. Spielentscheidend sind die Graslandfelder. Eines oder mehrere bilden einen Jagdgrund. Dort gilt es, sich Mehrheiten zu sichern mit den eigenen Spielfiguren. Und so warten 20 blaue Schlangen und 20 orange Füchse auf ihren Einsatz im direkten Duell. Doch erst sichert man sich seine Startfelder und sucht 3 Höhlen, von denen aus man startet.

Diese Start-Höhlen sind nicht zu unterschätzen. Es ist strategisch wichtig, wo man steht und wie man die Landschaftsfelder gut erreichen kann. Im Kampf um die Jagdgründe wird man nicht verschont. Der Spielablauf ist sehr einfach: Abwechselnd setzt jeder Spieler eine seiner Stammesfiguren auf ein Feld. Ganz wichtig: Gebirgsfelder können niemals belegt werden! Eine Figur muss an ein eigenes Höhlenfeld angrenzen oder im späteren Verlauf an eine eigene Stammesfigur. Auf jedem Feld kann nur eine Figur stehen.

Great Plains

Setzt man eine Stammesfigur auf eines der drei unterschiedlichen Tierfelder, sichert man sich ein Totemplättchen vom Pferd, dem Adler oder dem Bären. Allerdings gibt es nur jeweils drei Totemplättchen jeder Art zu holen. Sind alle weg, muss man warten, bis wieder eines frei wird. Immer zu Beginn eines Spielzuges darf man ein Totemplättchen einsetzen. Danach legt man es in den Vorrat zurück.

Die Totemplättchen bringen tolle Spielvorteile. Das Pferd macht einen weiten Sprung. Dadurch überspringt man ein leeres oder besetztes Tieflandfeld (kein Gebirge). So weicht man beispielsweise gegnerischen Figuren aus. Der Adler überspringt ein Gebirgsfeld und überwindet Grenzen. Der Bär nutzt seine ganze Stärke und schubst eine Stammesfigur in gerader Linie von ihrem Feld auf ein freies Feld dahinter. Handelt es sich um ein Gebirgsfeld, kommt die gegnerische Figur aus dem Spiel.

Great Plains

Sobald die letzte Stammesfigur in der Landschaft steht, endet Great Plains. Wer mehr Stammesfiguren in den einzelnen Jagdgründen hat, bekommt Punkte für jedes Graslandfeld. Jede Quelle in diesem Gebiet bringt einen zusätzlichen Punkt. Haben am Ende die Füchse oder die Schlangen die Nase vorn?


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Fazit

Auf den ersten Blick ist Great Plains ein biederes „Figuren setzen“. Doch schon in der ersten Partie wird man eines Besseren belehrt. Es entwickelt sich ein taktisches Spiel, das schon mit dem Wählen der Höhlen beginnt. Wo lässt man sich nieder, um schnellen Zugang zu den Jagdgründen zu haben? Danach sind die Tiere nicht zu unterschätzen. In ihrer limitierten Zahl leisten sie wertvolle Dienste, wenn man sie zum passenden Zeitpunkt einsetzt und nicht zu früh wieder dem Gegner überlässt. Und am Ende muss man seine Stammesfiguren geschickt einteilen, um sich die Mehrheiten zu sichern. Oft enden die Partien sehr knapp. Mit etwas Erfahrung wird es ein Duell auf Augenhöhe. Great Plains ist für mich ein wunderschönes, buntes Wohlfühlspiel mit einer kurzen Spielzeit und einer spielerischen Lernkurve. Zwar ist die Vielfalt trotz der doppelseitigen Spieltafeln nicht wahnsinnig gross. Doch auf ein schnelles Duell um die Jagdgründe kann man sich jederzeit einlassen.

Alles über Great Plains

Great Plains | Autoren: Trevor Benjamin, Brett J. Gilbert | Illustrationen: Klemens Franz | Verlag: Lookout Spiele

Spielerzahl: Brettspiel für 2 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Mehrheiten in den Jagdgründen
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 Personen
Richtet sich an: Familie

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