Gut getippt! – Spielkritik

Manchmal sind es die unverhofften Dinge, die plötzlich durchstarten. So beim Spiel Gut getippt!, das eigentlich eine Auftragsarbeit des Verlages Helvetiq war, sich aber schnell in die Herzen der Tipper spielte. Und nun liegt es für jedermann auf dem Tisch.

Gut getippt!

Die Grundlage von Gut getippt! sind die Zufallskarten, auf denen mehr oder weniger absurde Behauptungen stehen. Die Spieler versuchen ein wenig Ordnung ins System zu bringen. Mit getippten Prozentangaben tasten sie sich in die Nähe der Wahrheit. Dazu widmen wir uns aber erst der einen oder anderen Aussage, ohne natürlich eine Lösung zu verraten. Wusstest du, wie viele Katzen beidhändig sind? Ich wusste bisher nicht einmal, dass es bei Katzen Rechts- oder Linksausleger gibt. Oder wie hoch ist der Anteil, der von Frauen gekaufter Liebesromane? Gewisse Vorahnungen vereinfachen das Raten unter Umständen, doch manchmal liegt man auch ganz schön daneben.

Jeder Spieler besitzt 10 Chips mit den Prozentangaben von 0 bis 100%. 50% sucht man vergebens, man will schliesslich keine halben Meinungen vertreten. Nach jeder Aussage legen die Spieler ihre Vermutung mittels Chip auf den Tisch und die Überprüfung findet statt. Wer am nächsten dran war, legt den Chip auf den Gewinnerstapel. Wer weit daneben tippt, legt ihn auf den Verliererstapel. So oder so – der Chip ist weg. Der Radius des nächsten Rateversuches verringert sich.

Gut getippt!

Nach 8 Durchgängen ist Schluss. Die Gewinnerchips liefern Punkte auf ihrer Rückseite. Wer sich die meisten Punkte sichert, gewinnt.

Aussagen gibt es genug. Auf jeder Karte sind 5 Aussagen zu finden, von denen man eine nutzt. Mit insgesamt 275 Aussagen liefert Gut getippt! genügend Gesprächsstoff für so manche Spielrunde.

Gut getippt!

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Fazit

Gut getippt! ist ein einfaches Schätzspiel. Die Aussagen sind mitunter haarsträubend und auch erstaunlich, wenn man die Prozentzahl dahinter kennt. Doch das ist nur der eine Teil des Spiels. Spannend wird es mit dem Kniff, dass gespielte Chips rausfliegen. Das verkleinert den Rateradius bei jedem Spieler auf andere Art und Weise. Und so kommt es eben auch darauf an, welche Aussage man in den Raum wirft. Es entwickelt sich ein lustiger Mix aus Ganz-, Halb- oder Nichtwissen, gepaart mit ein wenig taktischem Geplänkel wegen der eingeschränkten Chipswahl. Ich will das Spiel auf keinen Fall schlechtreden, aber noch spannender sind die Diskussionen danach. Das Spiel trifft den Nerv der heutigen Diskussionskultur.

Alles über Gut getippt!

Gut getippt! | Autoren: Hadi Barkat, Martin Nedergaard Andersen | Illustration: Florian Bellon | Verlag: Helvetiq

Spielerzahl: Schätzspiel für 2-4 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 15 Jahren
Benötigt: Fachwissen auf allen Ebenen
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: es geht
Beste Spielerzahl: 3 oder 4 Spieler
Richtet sich an: Familienniveau mit einigen Fragen für Erwachsene

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