Gutenberg – Spielkritik

Als Pioniere des Buchdrucks sind wir in Gutenberg unterwegs und optimieren unseren Betrieb, um möglichst zufriedene Kunden zu erhalten. Die Aufträge trudeln so langsam herein und wir sorgen für geeignete Rahmenbedingungen für die Produktion.

Gutenberg

Gutenberg fordert vor allem vor der ersten Partie ein wenig Zeit. Es gibt einiges an Material, das sich zwar wunderbar in kleine Boxen verstauen lässt. Zuerst muss man die Teile allerdings rausdrücken: Zahnräder, Tintentropfen, Geld. Und schliesslich gibt es noch richtige Buchstabenlettern aus Holz. Das sieht richtig schön aus. Auch auf dem Spieltisch benötigt das Spielmaterial ein wenig Platz. Der grosse Spielplan ist schön nach Spielablauf gestaltet und beidseitig verwendbar. Je nach Spielerzahl verwendet man die entsprechende Seite. Persönlich nimmt man sich ein Druckereitableau, auf dem der Ausbau der eigenen Druckerei erkennbar ist, und eine Planungstafel mit Sichtschirm, um seine Ansprüche an die möglichen Aktionen anzukündigen. Mit drei Letter und zwei Aufträgen startet man in die Partie.
Auf dem grossen Spielplan liegen Runde für Runde neue Auftragskarten, Tintenplättchen, Spezialisierungskarten, Zahnräder und Gönnerkarten. Ein Rundenmarker zeigt immer den aktuellen Zeitabschnitt an. Gespielt wird über 6 Runden.

Der Spielablauf ist in allen Runden gleich. Normalerweise beginnt die Runde mit dem Drehen der Zahnräder. In der ersten Runde ist das noch nicht möglich, da man die Druckerei noch in der Grundausstattung betreibt.
Danach geht es ans Planen. Mit den Planungsmarkern setzt man hinter dem Sichtschirm geheim seine Akzente. Man legt die Marker in die Reihen der Planungstafel. Das hat in der Aktionsphase gewisse Auswirkungen. Man nimmt nur an Aktionen teil, für die man auch Marker eingesetzt hat. Je mehr Marker man für eine Aktion setzt, desto eher ist man an der Reihe. Das kann entscheidend sein, bezüglich der Auswahl.

Gutenberg

Haben alle ihre Prioritäten gesetzt, entfernt man die Sichtschirme. Der Reihe nach spielt man jede Aktion durch, die Reihenfolge kann sich mit jeder Aktion ändern. Gutenberg ist ein sehr verzahntes Spiel. Sämtliche Aktionen bauen aufeinander auf. Der Ausbau der Druckerei ist entscheidend für die Erfüllung der Aufträge. Was ist möglich?
Erst darf man sich Aufträge nehmen. Aufträge sind immer gekoppelt aus einem Druckauftrag, der Lettern benötigt, und einem Veredelungsauftrag, der Tinte und einen Ausbau der Druckerei einfordert. Grundsätzlich lässt sich ein Auftrag nur mit dem Druck erledigen. Erfüllt man auch die Veredelung, bekommt man aber deutlich mehr Punkte, Geld oder Belohnungen. Zwei Aufträge besitzt man bei Spielbeginn, mit dieser Aktion wählt man sich neue Aufträge aus der Auslage.

Als zweite Aktion besorgt man sich Tinte. Die liegt ebenfalls in der Auslage. Es gibt sie kostenlos oder für ein oder zwei Geld. Tinte benötigt man für die Veredelungen. Sie verbraucht sich beim Erfüllen der Aufträge.
Ebenfalls in der Auslage liegen Spezialisierungen. Holt man sich so eine Karte, verbessert man die Druckerei im Schriftsatz, bei der Bindung etc. Auf dem eigenen Druckereitableau trägt man die Fortschritte ein. Verbessert man sich stark, holt man sich in diesem Bereich weitere Belohnungen.

Gutenberg

Mit Zahnrädern verbessert man die Druckerei. Mit bis zu drei Zahnrädern erhält man zusätzliche Aktionen. Mit dieser Aktion holt man sich neue Zahnräder in die Druckerei oder kann bestehende Zahnräder in eine gute Position rücken. Schliesslich werden sie jede Runde gedreht.

Zum Abschluss wirbt man um die Gunst seiner Kunden. In den ersten Runden gibt es dort vor allem Geschenke zu holen, ab der dritten Runde kann man sich Gunstkarten sichern, wenn man ihre Bedingungen erfüllt.

Am Ende einer Runde erfüllt man Aufträge. Dort kann man neue Lettern kaufen, sie werden allerdings mit jedem Buchstaben teurer. Erfüllt man einen Druck, erhält man Geld, für Veredelungen bekommt man zusätzlich Ruhmespunkte.

Alle Spielenden können optional einen Charakter wählen, der ihnen eine besondere Fähigkeit für die gesamte Spieldauer bringt. Die Aufgabe bei Gutenberg bleibt grundsätzlich gleich: Der eigene Betrieb muss so optimiert werden, dass er nach 6 Runden möglichst viele Punkte abwirft. Diese Punkte holt man mit Aufträgen, Gunstkarten, den Verbesserungen in der Druckerei und Geld, das allenfalls übrig bleibt. Wer die meisten Punkte sammelt, gewinnt.


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Fazit zu Gutenberg

Im Herzen von Gutenberg steckt ein klassisches Optimierspiel, das einen eingängigen Spielablauf besitzt. Die einzelnen Aktionen sind sehr schön verzahnt und es gibt meist mehrere Möglichkeiten, um an Tinte, Geld oder Punkte zu gelangen. Mit der anfänglichen Planung setzt man Prioritäten. Wo will man unbedingt zuerst wählen? Wo kann man geduldig sein? Um überhaupt einen Auftrag zu erfüllen, benötigt man die passenden Letter. Die kosten mit jedem Buchstaben aber immer mehr. Dieses Geld muss man dringend an anderen Stellen verdienen. So kann man die Zahnräder nutzen, Spezialisierungen vornehmen oder mit den Aktionen der Gunst wichtige Dinge erwerben. Am Ende möchte man natürlich immer einen Auftrag erfüllen. Das bringt frisches Geld und allenfalls Punkte für die Endabrechnung. So entwickelt man den eigenen Betrieb stetig weiter, holt neue Aufträge rein und macht weitere Punkte. Es gibt an vielen Stellen kleine Boni zu verdienen, trotzdem wirkt Gutenberg nicht überladen und folgt einem logischen Ablauf. Das Spielmaterial ist wunderschön, die Letter aus Holz und alles ist in kleinen Schachteln verpackt. Ein rundes Spiel für erfahrene Optimierer.

Fakten zu Gutenberg

Autoren: Katarzyna Coich, Wojciech Wisniewski | Illustrationen: Rafal Szlapa | Verlag: HUCH!

Spielerzahl: 1 – 4 Personen
Spieldauer: 60 – 120 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Erfüllte Aufträge in der ausgebauten Druckerei
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Kenner

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