Hanamikoji – Spielkritik

Die Geishas und ihre Künste sind das Ziel der beiden Spieler, die sich bei Hanamikoji gegenüber stehen. Für ihr Restaurant ist nur das Beste gut genug. Das Spiel mit den wunderschönen japanischen Illustrationen fasziniert mit ungewöhnlichen Aktionen.

Um die Gunst von exakt 7 Geishas buhlen die beiden Restaurantbesitzer. Die Geishas besitzen Werte von 2 bis 5. Das entspricht auch gleich der Anzahl der Karten, die von jeder Geisha im Spiel ist. Um Einfluss zu gewinnen, muss man mit den entsprechenden Karten eine Mehrheit bei den Geishas erreichen.
Jedem Spieler stehen genau vier Aktionen pro Spielrunde zur Verfügung. Das Spezielle daran: Nur eine Aktion hat einen direkten Nutzen für den aktiven Spieler. Er legt ein Karte geheim zur Seite. Ganz am Ende des Spiels fügt er sie der entsprechenden Geisha an. Als zweite Aktionsmöglichkeit scheidet man zwei Karten aus dem Spiel aus. Ebenfalls geheim, so weiss man nicht, wie sich die Mehrheiten verschoben haben. Aktion drei und vier lassen dem Mitspieler die erste Wahl. Bei Aktion drei legt man drei Karten aus, der Mitspieler wählt eine, die er seiner Wertung hinzufügt. Den „Rest“ legt man selber bei sich ab. Bei Aktion vier legt man zwei Pärchen aus. Wieder hat der Mitspieler die erste Wahl, legt die gewählte Kombination bei sich an.

So ist Hanamikoji im wahrsten Sinne des Wortes ein Geben und Nehmen. Schön, dass der Gegenspieler im selben Dilemma steckt. Wenn er seine Aktionen durchführt, hat man endlich auch das Wahlrecht. Von diesem Mechanismus lebt Hanamikoji. Es ist ein Taktieren, was man dem Mitspieler überlassen will, um nicht die Mehrheiten zu verlieren. Nicht alle Karten sind von Anfang an im Spiel. Runde für Runde kommt mehr Licht ins eigene Restaurant. Eine der Spielkarten kommt überhaupt nicht ins Spiel, eine Ungewissheit bleibt in jeder Partie.

Die Reihenfolge der vier Aktionen wählt jeder Spieler selber. Nach vier Runde ist Schluss, die Mehrheiten werden überprüft und mit einem Marker festgehalten. Das Spiel endet, wenn ein Spieler vier Geishas auf seiner Seite hat oder mindestens 11 Punkte durch ihre Werte erreicht.
Gibt es noch keinen Gewinner, startet man die nächste Partie. Nun gilt es, die Mehrheiten zu verteidigen oder neue zu erobern. Nach drei Partien ist definitiv Schluss und der Sieger nach Punkten steht fest.

Fazit

Hanamikoji ist ein japanisches 2-Personen-Spiel mit viel Flair. Wer einmal ganz andere Kartenillustrationen sucht, wird hier fündig. Aber auch spielerisch überzeugt das Spiel. Mit seine vier Aktionen ist es überschaubar und überrascht trotzdem: Häufig plant man indirekte Aktionen, lässt dem Gegenspieler die erste Wahl. Da muss man oft um die Ecke denken, voraussehen, welche Auswirkungen die Kartenauswahl hat. Und man muss loslassen können. Es kann nicht um jede Geisha gekämpft werden. Doch welches ist die richtige? In diesem Spiel steckt mehr, als man von den vier Aktionen erwarten kann. Hanamikoji lebt von Geheimnissen, von Karten die man nicht kennt, von den Aktionen des Mitspielers und der Hoffnung, die verborgene Karte zu kennen. Insgesamt ein spannendes Duell, nicht nur schön anzuschauen, sondern auch sehr schön zu spielen.

Hanamikoji | Autor: Kota Nakayama | Verlag: Kosmos
Kartenspiel für 2 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Blick für die Auswirkungen der Kartenabgabe | Wiederspielreiz: sehr gross

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