Harmonies – Spielkritik

Eine perfekte Landschaft bietet Raum für glückliche Tiere. Bei Harmonies sorgen wir für eine Wohlfühloase auf mehreren Ebenen und erzeugen dadurch knifflige Aufgaben auf engstem Spielraum. Wer achtet am besten auf die Bedürfnisse der Tiere?

Harmonies

Gleich an mehreren Stellen trifft man bei Harmonies auf bekannte Mechanismen. Diese Elemente sorgen für ein schnelles Ankommen in diesem Legespiel. Die Auswahl der Landschaften erinnert an Azul, das Kombinieren der Gebiete an Cascadia, mehrschichtiges Bauen an Akropolis. Dann müsste Harmonies ja ein ganz tolles Spiel sein… Mit einem persönlichen Spielplan startet man in die Partie. Noch ist keine Landschaft zu erkennen, die Felder sind leer. Für alle gut erreichbar platziert man ein Tableau, auf dem man an 5 Positionen je drei zufällige Landschaftsteile platziert. Die runden Holzteile stehen für Flüsse, Feld, Gebirge, Gebäude, Holz und Blätter. Zudem gibt es 5 Tierkarten in einer weiteren Auslage. Damit beginnt das Bilden einer harmonischen Landschaft, in der sich die Tiere wohlfühlen sollen. Punkte holt man sich in zwei Bereichen: Man kombiniert die Landschaft perfekt oder man holt sich die passenden Tiere und siedelt sie nach ihren Wünschen an.

Gespielt wird reihum. Es gibt eine fixe Aktion in jedem Spielzug und zwei optionale. Es gehört zur Pflicht, in jeder Runde drei Landschaftssteine zu nehmen und sie in die eigene Landschaft zu setzen. Die Landschaftssteine müssen in der vorgegebenen 3er-Kombination vom Spielplan genommen werden. Auf dem eigenen Tableau legt man die Steine auf beliebige Felder. Während man Flüsse und Felder nur auf einer Ebene bauen kann, gibt es bei Gebirge, Blättern und Häusern Optionen, um sie auch mehrstöckig zu legen. Holz kann sogar nur als Unterbau für Bäume oder Häuser verwendet werden und hat selber keinen Eigenwert.

Harmonies
Landschaftsteile und Tierkarten

Optional wählt man eine der ausliegenden Tierkarten aus. Dadurch erhält man Aufgaben für die Landschaft und Tierwürfel, die zu Punkten werden, wenn die Aufgaben erfüllt sind. Bis zu vier Tierkarten kann man auf Vorrat holen, jedoch nur ein pro Runde. Die Tiere wünschen sich eine perfekte Umgebung für sich, bebildert mit einem Beispiel. Da soll beispielsweise ein hoher Baum neben einem Fluss liegen. Schafft man das auf seinem Tableau, legt man sofort einen Tierwürfel auf die entsprechende Position. Auf jedem Landschaftsteil darf nur ein Würfel liegen, danach darf dort nicht mehr gebaut werden. Mit jedem Würfel, den man von der Tierkarte entfernt, erhöht man die Punktzahl.

Nun beginnt ein fröhliche Kombinieren bei Harmonies. Gibt es Tiere, die landschaftlich miteinander verbunden sind? Oder setzt man auf eine perfekte landschaftliche Geschlossenheit, die viele Punkte bringt?
Tierkarten und Landschaftsteile füllt man in der Auslage regelmässig nach, so dass alle wieder eine vollständige Auswahl haben. Ist der Beutel mit den Landschaftsteilen leer oder jemand besitzt nur noch zwei oder weniger freie Felder auf seinem Tableau, endet die Partie. Die laufende Runde wird natürlich noch zu Ende gespielt. Mit dem Wertungsblock zählt man die Punkte in allen Bereichen. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt Harmonies.

Harmonies

Harmonies bietet genügend Abwechslung. Es gibt doppelseitige Landschafts-Tableaus, mit denen man die Wertung leicht verändert. Mit den Naturgeistern kann man sich schon zu Beginn eine Aufgabe stellen, die wertvolle Bonuspunkte bringt, wenn man sie im Laufe der Partie erfüllt. Dazu benötigt man einmalig eine bestimmte Kombination, um langfristig zu profitieren. Die zu Beginn gewählte Naturgeistkarte blockiert allerdings eine der vier Tierkartenpositionen.


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Fazit zu Harmonies

Harmonies macht nichts ganz neu, das was es macht, macht es aber sehr gut. Die Regeln sind klar strukturiert und einfach, das Kombinieren der Landschaftsteile mit den Tierwünschen ist knifflig und erfordert auf dem eigenen Tableau ein wenig räumliches Denken. Einige Tierkarten lassen sich gut miteinander verschmelzen, wenn man sie ergattern kann. Aber auch mit der Landschaft lässt sich gross punkten. Die einzelnen Gebiete erfordern unterschiedliche Bauweisen. Gebirge zählen nur in Gruppen, Felder am besten zu zweit, Gebäude nur mit genügend Umschwung. Man muss einiges beachten und darf sich nicht vom Perfektionismus unter Druck setzen lassen. Alle spielen mit den Möglichkeiten, die sich ihnen im eigenen Spielzug gerade bieten. Das macht Harmonies zu einer sehr schönen Knobelaufgabe, bei der man erst ganz am Schluss weiss, wo man genau steht. Mit den Naturgeistern kann man das noch einmal auf die Spitze treiben. Es lassen sich schnell kleine Variationen in das Spiel bringen, das selber durch sein Angebot jedes Mal anders ist. Harmonies ist ein gehobenes Familienspiel und lässt sich auch sehr gut zu zweit spielen. Es ist ein kleines Wohlfühl- und Optimierspiel, bei dem man sofort einen neuen Anlauf nehmen möchte. Seine Nähe zu den oben genannten Spielen kann es nicht verbergen. Es macht seine Sache auf dem Spieltisch aber auch alleine exzellent und ist eine klare Empfehlung.

Fakten zu Harmonies

Autor: Johan Benvenuto | Illustrationen: Maëva Da Silva | Verlag: Libellud / Asmodee

Spielerzahl: 1 – 4 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Glückliche Tiere in der Landschaft
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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