Heimliche Herrschaft – Spielkritik

Unruhe herrscht auf der Insel Oshra, denn der Kaiser ist tot. Die Fraktionen streiten um die Thronfolge und schleichen sich bei Heimliche Herrschaft langsam an die Macht. Wer macht das Rennen: Die Hügelstämme, die Untoten, die kaiserliche Armee oder das Seevolk? Und noch wichtiger: Für welche Fraktion setzt man sich ein?

Heimliche Herrschaft

77 witzige Charaktere warten auf ihren Einsatz und möchten Einfluss nehmen. Alle Spielenden erhalten zu Beginn des Spiels eine geheime Karte zugeteilt, auf der jeweils 2 Fraktionen zu finden sind. Kommt eine dieser Fraktionen bei Spielende an die Macht, steht die Chance auf den Sieg gut. Doch auch andere Spielende können aufs selbe Pferd setzen. Das macht die Sache nicht einfacher. Zentral bei Heimliche Herrschaft liegt ein kleines Spielbrett auf dem Tisch, auf dem man ständig zwei Marker verschiebt. In der Taverne liegen immer drei Karten offen aus. In jeder Runde manipuliert man an der Fraktionsstärke, um am Ende das gewünschte Ergebnis zu haben – ganz heimlich natürlich. Die Marker-Position ganz am Schluss des Spiels bestimmt die siegreiche Fraktion.

Gleich vorweg: Heimliche Herrschaft besitzt einen einfachen Spielmodus, die einzelnen Karten lassen aber eine schöne Spieltiefe zu. Dieses Spiel muss man während der Partie kennenlernen. Es verändert zudem seinen Charakter mit der Anzahl der Mitspielenden ein wenig. Doch legen wir einmal los. Wir kennen also zu Beginn unsere Fraktionen, die wir ganz geheim zur Macht führen sollen. Vor Spielbeginn erhalten wir 5 Handkarten, von denen wir eine abwerfen dürfen, eine legen wir verdeckt in unsere Gruppe vor uns auf den Tisch und die restlichen Karten halten wir in der Hand.

Heimliche Herrschaft

Nun sind der Reihe nach alle Spielenden am Zug. Der Ablauf bleibt stets gleich. Erst spielt man eine Handkarte offen vor sich in die eigene Gruppe aus. Jede Karte besitzt ihre eigenen Effekt, die man ausführen muss. Meist bewegt man die beiden Marker auf dem kleinen Spielbrett und setzt seine Kräfte noch irgendwie mit den Spielkarten ein. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt: Karten abwerfen, Karten wenden, Karten klauen, Karten erneut nutzen, die Taverne aufräumen etc. Sollten die Handkarten einmal derart schlecht sein, dass man sich selber zu sehr schaden würde, kann man alternativ einfach 3 Handkarten abwerfen und überspringt das Ausspielen eines Charakters.

Nach der Karte und den Effekten zieht man von der Taverne oder vom Nachziehstapel auf 4 Karten nach, um noch einmal eine abzuwerfen. Es kommt ein guter Fluss in die Kartenhand und man kann sich seine Charaktere auswählen.
Erst am Ende eines Spielzuges füllt man die Taverne wieder auf.

Heimliche Herrschaft

So setzt man seine Heimliche Herrschaft um, bis jemand eine bestimmte Anzahl (je nach Anzahl mitspielender Personen) offener Karten vor sich liegen hat. Die Partie endet, die Fraktionen rechnen miteinander ab. Der Abstand der beiden Marker auf dem kleinen Spielplan bestimmt die Siegerfraktion. Die Untoten möchten beispielsweise beide Marker im oberen Bereich haben, während die kaiserliche Armee ihren roten Marker mindestens 2 Felder vor dem grünen sehen will, usw. Eine kleine Übersicht hilft, die Siegerfraktion schnell zu ermitteln.

Wer die siegreiche Fraktion auf seiner geheimen Karte hat, gewinnt die Partie. Unter Umständen sind das mehrere Spieler, dann entscheidet die Anzahl der siegreichen Fraktionsmitglieder in der eigenen Gruppe.


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Fazit

Heimliche Herrschaft ist ein Kartenspiel, das entdeckt werden will. Der Spielablauf ist schnell erklärt, die eigene Mission liegt verdeckt aus. Nun muss man geschickt agieren, um nicht zu früh sein Geheimnis preiszugeben. In den ersten Partien lernt man die vielen Charaktere kennen und merkt, was im Spiel alles möglich ist. Denn Heimliche Herrschaft ist sehr schön verzahnt und lässt die Karten rund um den kleinen Spielplan wandern, sie auch wieder reaktivieren und damit die Mitspieler manipulieren. Das Wenden der Karten verändert plötzlich die Spielsituation und verschiebt allenfalls sogar das Spielende nach hinten oder nach vorn. Kurz: Wer die Karten ein wenig kennt, kann während der Partie reagieren. Da alle Spielenden jeweils zwei Siegoptionen haben, lohnt sich eine Analyse des Spielgeschehens. Erkennt man Pläne der Mitspielenden? Will man sich anhängen oder dagegen stemmen? Mit wenigen Spielern lässt es sich Heimliche Herrschaft deutlich besser taktieren. Viele Spieler verändern die Spielsituation unvorhersehbar, bis man wieder an der Reihe ist. Beides hat seinen Reiz. Die wenigen Charaktere bis zum Ende der Partie muss man gut nutzen, um fürs Finale gewappnet zu sein. Das Spiel besitzt einen humorvollen Charme, eine Lernkurve zeichnet sich in den einzelnen Partien ab. Trotzdem ist es nicht komplex, arbeitet mit einem Bluffelement und ein wenig Zufall beim Aufdecken der Charaktere. Für mich eine runde Sache.

Alles über Heimliche Herrschaft

Heimliche Herrschaft | Autoren: Raphael Stocker, Andreas Müller, Markus Müller | Illustrationen: Satoshi Matsuura | Verlag: Board Game Circus

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 – 6 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Die richtige Fraktion am Ende
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 6 Personen
Richtet sich an: Familie

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