Heisse Ware – Spielkritik

Am Zoll ist mächtig was los. Das Alkoholgesetz erlaubt nur eine Flasche Alkohol, doch die Nachfrage ist grösser. Mit allen Tricks versuchen die Schmuggler, ihre Flaschen ins Trockene zu bringen. Was verbirgt sich in den Koffern? Vielleicht Heisse Ware?

Heisse Ware

Bei Heisse Ware schlüpfen die Spieler in unterschiedliche Rollen. Der Polizist möchte so viele Schmuggler wie möglich erwischen – oder selber vom Schmuggel profitieren. Dazu stehen ihm verschiedene Aktionen zur Verfügung: Bestechung, Kontrolle oder Verhaftung. Je nach Spielerzahl besitzt er einige Aktionen sogar doppelt. Die Schmuggler kennen nur ein Ziel: So viel wie möglich Ware in Sicherheit bringen – und sich bloss nicht erwischen lassen. Das Gesetz ist bekannt, die Verlockung ebenfalls. Es beginnt ein knallhartes Zockerspiel.

Der Polizist verteilt an jeden Spieler 5 Kofferkarten. So ein Koffer kann ganz unterschiedlich gefüllt sein: Von keiner bis zu drei Flaschen Alkohol ist alles möglich. Um sicher über die Grenze zu kommen, legen die Schmuggler drei Koffer bereit. Zwei Koffer legen sie verdeckt nebeneinander, einen quer über die anderen Koffer. Die restlichen Kofferkarten wandern zurück auf den Kartenstapel. Der Querkoffer dient zur Bestechung des Polizisten. Man kann es ja mal riskieren. Alle Schmuggler machen dem Polizisten zuerst ein Angebot und zeigen ihren Bestechungskoffer. Der Polizist kann (muss aber nicht) mit seiner Bestechungs-Aktionskarte ein Angebot annehmen und erhält vom Schmuggler die angezeigte Flaschenzahl überreicht.

Heisse Ware
Bestechung akzeptiert?

Danach wendet der bestechende Schmuggler seine beiden Kofferkarten. Die darin enthaltenen Flaschen hat er erfolgreich über die Grenze gebracht und nimmt sie sich aus dem Vorrat.
Bei den restlichen Schmugglern setzt der Polizist erneut an. Mit seiner Kontrolle-Karte fordert er jemanden auf, einen Koffer zu öffnen. Sind mehrere Kontrolle-Karten im Spiel, kann von jedem Spieler nur ein Koffer zur Kontrolle gebeten werden.

Zuletzt bleibt noch das Mittel der Verhaftung. Vielleicht sind die Indizien eindeutig (zu viele Flaschen im kontrollierten ersten Koffer), vielleicht pokert der Polizist aber nur. Ein verhafteter Spieler muss beide Koffer öffnen. Wurde der Reisende zurecht verhaftet (zwei oder mehr Flaschen), erhält der Polizist die Anzahl der erwischten Flaschen. War die Verhaftung voreilig, bezahlt der Polizist als Entschädigung mit zwei Flaschen – Berufsrisiko.

Heisse Ware

Eventuell sind einige Reisende ungeschoren davon gekommen, weil ihr treuherziger Blick nicht zu einer Kontrolle verleitete. Diese Spieler öffnen nun ihre Koffer und erhalten die darin enthaltene Ware in voller Anzahl ausbezahlt.

Die Rolle des Polizisten wechselt in jeder Runde. Wenn jeder Spieler zwei Mal als Polizist gearbeitet hat, endet das Spiel. Wer die meisten Flaschen besitzt, gewinnt.


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Fazit

Heisse Ware ist ein waschechtes Zockerspiel. Dem hohen Alkoholgehalt ist es wohl zu verdanken, dass das Spiel erst ab 12 Jahren ausgeschrieben ist. In Wahrheit kann man schon früher mitspielen und am lockeren Tricksen teilnehmen, wenn das Thema nicht stört. Im Schmugglerleben können diverse Probleme auftreten. Die Karten können verheerend hoch oder vernichtend tief sein. Beides lässt Spielraum, um den Polizisten in die Irre zu führen. Selbst Spieler, die ungern lügen, sind hier gezwungen andere Wege zu gehen. Wenn man schlecht schmuggelt, kennt man seine Mitspieler bei der Kontrolle vielleicht besser und holt sich über die Bestechung und Verhaftung ein paar Flaschen. Kurz: Das Spiel ist in seiner Vorgabe unberechenbar, in der Handlung aber klar. Es geht darum, zu irritieren, Verlockungen zu streuen oder ganz frech mit vollen Koffern durch die Kontrolle zu kommen. Wie so oft bei derartigen Zockerspielen, kommt die Schadenfreude nicht zu kurz – ob als Polizist oder als Schmuggler. Heisse Ware ist ein unkompliziertes Spiel, bei dem man seine Mitspieler ganz neu kennenlernt.

Alles über Heisse Ware

Heisse Ware | Autor: Reiner Knizia | Illustration: Kathrin Lahmer, Lutz Eberle | Verlag: Gmeiner

Spielerzahl: Zockerspiel für 3 – 8 Personen
Spieldauer: 30 – 60 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Flaschen in Koffern jenseits der Grenze
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: Kein Spiel für 2
Beste Spielerzahl: ab 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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