Helios – Spielkritik

Bei Helios bestimmt die Bewegung der Sonne den Spielrhythmus. Nur wer seine Landschaft passend baut und den Sonnengott gnädig stimmt, wird seine Kultur prächtig entwickeln. Na ja, man könnte auch sagen: Helios ist ein knallhartes Strategiespiel!

Helios 1Helios spielt man in vier Durchgängen mit jeweils vier Aktionsrunden. Es bleiben also exakt 16 Aktionen Zeit, um sein Reich möglichst perfekt zu entwickeln. Bei einem derart gut verzahnten Spiel, das kaum Fehler verzeiht, ein schwieriges Unterfangen.
Jeder Spieler besitzt ein Spielertableau, auf dem schon bald eine Landschaft erblüht, und ein Stadttableau. Während man die eigene Landschaft stetig ausbaut, nutzt man die Gebäude in der Stadt, um zusätzliche Vorteile zu erhalten.
In der ersten Phase, den Aktionsrunden, wählt man aus drei möglichen Aktionen aus. Man baut ein Landschaftsplättchen, man errichtet einen Tempel, ein Gebäude oder man lässt die Sonne wandern. Jede Aktion hat Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf. Mit Landschaftsplättchen generiert man Ertrag, den man für weitere Bauten benötigt. Tempel bringen Mana und Siegpunkte, die Sonne bringt frische Rohstoffe auf die Felder. Jede Aktion steht aber pro Durchgang nur sechs Mal zur Verfügung.
Mana und Rohstoffe sind in der zweiten Phase des Spiels wichtig. Mit ihnen erwirbt man Personenkarten und aktiviert sie. Perfekt eingesetzte Personen bringen am Spielende reichlich zusätzliche Siegpunkte.
In der dritten Phase füllt man sämtliche Plättchen auf und verteilt Bonusrohstoffe, bevor ein neuer Durchgang beginnt.

Helios 2Helios ist im Ablauf kein all zu schwieriges Spiel, ein wenig Zeit benötigt man, um die vielen Zwischentöne zu hören und zu erkennen. Der Landschaftsbau beinhaltet einige Bonusplätze. Dort erhält man Mana, Rohstoffe oder Siegpunkte. Kluges Bauen erhöht auch den Einflussbereich der Sonne. Sie kann bis zu 5 Plätze gleichzeitig aktivieren und mit Rohstoffen oder Siegpunkten bescheinen. Die Umlaufbahn will ebenfalls gut geplant sein. Eine Umrundung der eigenen Landschaft bringt jedes Mal Siegpunkte. Wie weit die Sonne wandert, bestimmt man übrigens mit dem Kauf von Gebäuden oder Personen. Sie erhöhen den Radius der Sonne fortlaufend.

Gebäude in der Stadt kosten zwar einige Rohstoffe, verändern aber die eigenen Spielmöglichkeiten durchaus positiv. Es können beispielsweise mehr Rohstoffe gelagert werden, ein Kraftwerk lässt die Sonne unendlich wandern, der Tempelbau kostet weniger Rohstoffe oder eine zusätzliche Aktion ist möglich. Die Herausforderung besteht darin, die richtigen Kombinationen aus Personen, Gebäuden und Aktionen zu finden.

Bleiben noch die Personenkarten. Schon im ersten Durchgang setzt man mit dem Erwerb der Personen einen strategischen Schwerpunkt. Es macht Sinn, die Eckflächen der Landschaften zu bebauen, wenn sie die doppelte Punktzahl einbringen. Oder Sonderplättchen anzubauen, wenn sie zusätzliche Siegpunkte einbringen. Personen zu erwerben, kostet Mana, sie zu aktivieren, benötigt Rohstoffe. Und schon sind wir wieder in Phase 1, beim Erwerb der Produkte.

Helios 3

Am Ende zählen die Siegpunkte. Sie werden im Laufe des Spiels in einem Säckchen gesammelt. Landschaften, Sonderplättchen, Personen, Gebäude und Mana bringen ganz am Schluss noch weitere Punkte.

Fazit:
Helios bewegt sich thematisch auf dünnem Eis, trotz der Sonne. Die Stärke von Helios liegt im Spiel: Die sehr gut verzahnten Mechanismen, viele strategische Möglichkeiten, um an Punkte zu kommen. Auch die Aktionsauswahl, die ab und zu gar noch eine zusätzliche Aktion als Bonus bringt, muss permanent überwacht werden. Schnell werden gewisse Aktionen zur Mangelware. In nur 16 Aktionen will man schliesslich keine verschwenden. Helios ist zwar im Spielablauf nicht sehr schwierig, um den Überblick aller Möglichkeiten und der guten Kombinationen von Gebäuden, Personen und Landschaften zu erhalten, braucht man aber eine Partie Zeit. Das Spiel richtet sich auch an geübte Spieler, Fehler können schamlos ausgenutzt werden, schnell rennt man vergebenen Punkten nach. Doch Helios lockt mit vielen Möglichkeiten und der Suche nach perfekten Strategien. So muss man zwar einiges beachten während des Spiels, Spielstrategen haben aber ihre Freude an diesem vielseitigen Optimierspiel. Und Helios lässt sich auch sehr gut zu zweit spielen.

Helios | Autoren: Martin Kallenborn, Matthias Prinz | Verlag: Hans im Glück
Strategiespiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 60 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Übersicht und Plan bei der Wahl der Möglichkeiten | Wiederspielreiz: gross 

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