High Tide – Spielkritik

Sommer, Meer, Strand, Liegen und der Kampf um die ersten Badetücher bei den besten Plätzen. Ein ganz heisses Eisen wird bei High Tide spielerisch verwertet. Ein unverbrauchtes Thema mit witziger Umsetzung.

High TideMit ihren Liegen starten die Spieler an den Strandbars in Richtung Meer. Dabei gilt: Nahe am Meer ist gut, im Meer ist schlecht. Da Wasser ja eine äusserst bewegliche Masse ist, nähern sich die Wellen im Laufe einer Partie immer mehr den Liegen. Nun muss man nur noch aufs richtige Pferd setzen, oder den richtigen Strandabschnitt wählen. Die Abschnitte sind farblich markiert, genau wie die Würfel, die sich im Beutel befinden.
Der Spielzug eines Spieler ist ganz einfach: Zwei Würfel aus dem Beutel ziehen, würfeln und entscheiden, ob man den Wurf akzeptiert. Ist man mit dem Wurf einverstanden, zieht man die eigenen Liegen im farblich entsprechenden Strandabschnitt die gewürfelten Punkte Richtung Meer.
Will man den Wurf nicht nehmen, legt man die Würfel auf die Liegewiese und zieht neue Würfel nach. Das kann man nicht beliebig oft machen. Auf der Liegewiese stoppt der Liegestuhlverleih das bunte Treiben. Spätestens dann muss man sich entschieden haben. Ein nächster Spieler kann nun auch auf ausgelegte Würfel zugreifen. Er muss sie so übernehmen, auf den ersten Positionen erhält er dafür sogar einen Bonuswurf.

High Tide

Auf der Liegewiese legt der aktive Spieler das Handtuch seiner Farbe auf den Platz, von dem er die Würfel entfernt hat. Mit dieser Aktion bestimmt man bereits die Spielerreihenfolge der nächsten Runde – eine lustige Aktion. Am Ende bleiben exakt 2 Würfel übrig. Sie sind für den Wellengang verantwortlich. Ein grosses und ein kleines Wellenplättchen bringt das Meer im farblich entsprechenden Strandabschnitt ein ganzes Stück näher an die Stühle.

So spielt man Runde für Runde, zieht Würfel, wählt aus und verschiebt die Liegen, am Ende noch ein Wellengang. High Tide endet entweder nach der 6 Spielrunde oder wenn der erste Liegestuhl im Wasser steht. Es folgt die Punktevergabe. Wer am nächsten und am zweitnächsten am Meer steht, holt sich Punkte. Ab 5 Spielern profitiert auch der Drittplatzierte. Wer seinen Liegestuhl an der Strandbar halten konnte, holt sich ebenfalls einen Punkt. Der Sieger nach Punkten steht fest.

High Tide

Zur Grundvariante bietet High Tide noch vier Erweiterungen an, die man beliebig kombinieren kann. Mit den Münzen sammeln die Spieler in jedem Strandabschnitt unterschiedliche Münzwerte, die am Ende zusätzliche Punkte einbringen. Bei einem Haialarm zieht sich der vorderste Liegestuhl unter Umständen wieder vom Strand zurück. Mit dem Surfer spielt man eine Umkehrvariante. Um Zusatzpunkte zu bekommen muss der Spieler am zufällig zugeteilten Abschnitt mit der Liege ins Wasser. Der Surfer sucht schliesslich seine Welle. Die Baywatch-Plättchen bringen Sonderaktionen. Ein Plättchen erhält man nur, wenn man in einem Durchgang die kleinste Würfelsumme gewählt hat.

Es lohnt sich, mit den Varianten zu spielen und sie zu kombinieren.

Fazit

High Tide ist ein Familienspiel mit einem aussergewöhnlichen und witzigen Thema. Die Illustrationen unterstützen das ausgezeichnet. Badelatschen als Punktezähler und eierlegende Schildkröten als Platzhalter – das Auge spielt mit. In der Grundvariante erlebt man keine grossen Überraschungen. Man entscheidet über den Spatz in der Hand oder die Taube auf dem Dach: Noch einmal Würfel ziehen oder einfach zufrieden sein. Ein simples Liegen-Wettrennen am Strand. Hier lohnt es sich mit den Erweiterungen zu experimentieren. Sie bringen die Würze ins Spiel. Ob einfach nur Münzen sammeln, mit dem Hai das Glück herausfordern oder sich zusätzliche Aktionen sichern – für Abwechslung ist gesorgt. Sehr schön gefällt mir der Surfer. Mit ihm kann man sich entscheiden, mal gegen den Strom zu schwimmen. Das geht am besten mit verdeckten Surfern, unbedingt ausprobieren. Die Erweiterungen kann man auch zusammen einsetzen, selbst alle vier Module sind möglich. Obwohl man dann auf ziemlich viele Dinge im Ablauf achten muss. High Tide ist ein thematisch frisches Brettspiel, bei dem es um den geschickten Würfeleinsatz, etwas Glück und auch ein wenig strategisches Vorgehen geht. Die Erweiterungen sind da eine willkommene Abwechslung.

High Tide | Autor: Dirk Henn | Verlag: Queen Games
Brettspiel für 3-6 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Geschicktes Vorpreschen mit den Liegen am Strand | Wiederspielreiz: gross

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