Houston, we have a Dolphin! – Spielkritik

Was waren das noch Zeiten, als Houston ganz einfach wegen eines Problems gerufen wurde. Aber eine Sardelle im Diskettenlaufwerk spricht Bände: Houston, we have a Dolphin! Gerade noch sollte die Menschheit gerettet werden, ein Raumschiff mit Ingenieuren, Helden und Forschern machte sich auf den Weg ins Weltall, da stellt sich heraus: Ein Spion ist an Bord. Ein knallhartes Deduktionsspiel beginnt. Das Spiel wird aktuell auf Kickstarter finanziert.

Houston, we have a Dolphin!

Houston, we have a Dolphin! besitzt eine Reihe unterschiedlicher Handkarten, ein Spielbrett – aber auch eine App. Denn die geheime Steuerung des Spiels übernimmt die App mit einer Bilderkennung. Das funktioniert einwandfrei. Es gab keine Probleme und immer neue Spielsituationen. Trotzdem drängt sich die App nicht in den Vordergrund, denn ganz zentral ist das Verdächtigen und Entlasten der einzelnen Astronauten. Das Spielprinzip ist zwar ein wenig verrückt, aber nicht komplex. Erst wählen alle Spieler ihr persönliches Team, danach teilt die App allen ihre Astronauten zu. In mindestens einem Team befindet sich ein Delfin.

Von nun an arbeiten die Spieler in unterschiedliche Richtungen. „Normale“ Astronauten versuchen, die Menschheit zu retten und Module des Raumschiffs abzukoppeln, um neuen Schub zu erhalten. Der Delfin möchte die Menschheit ausrotten, die Mission sabotieren – allerdings ohne aufzufallen.

Houston, we have a Dolphin!

In jeder Spielrunde schicken die Spieler einen Astronauten auf eine Aussenmission. Dazu scannt man ihn verdeckt über dem Smartphone oder dem Tablet und legt ihn auf den entsprechenden Missionsplatz. Drei Plätze stehen zur Verfügung. Der erste Platz gebührt der Mannschaft des Captains. Wer einen Platz besetzt, benennt ein anderes Teams, um den nächsten Astronauten auszusenden.

Sämtliche Astronauten besitzen Fähigkeiten. Um ein Modul abzukoppeln, sind ein Held und zwei Ingenieure nötig, die ihm zuarbeiten. Haben die Spieler ihre Astronauten ausgelegt, übernimmt die App. Sie meldet, ob die Mission gelingt oder ein Astronaut für immer im Weltall verschwindet. Das kann verschiedene Gründe haben: Ein Asteroidenschauer, falsch ausgelegte Ingenieure oder der Delfin hat zugepackt. Und da Genie und Wahnsinn bekanntlich nahe beieinander liegen, ist von einem zufälligen Ereignis bis zu einem gewollten Sabotageakt alles möglich. Kurz: Schon nach der ersten Runde beginnen wilde Spekulationen, was denn genau passiert sein könnte und wer der Delfin ist.

Houston, we have a Dolphin!

In den weiteren Spielrunden entscheidet sich, in welche Richtung es geht. Forscher können allenfalls noch Nachbarastronauten identifizieren. Vielleicht hilft es bei den Ermittlungen.
In der Captain-Phase hat der Chef das Wort. Und seine Entscheidung ist nicht einfach. Er muss ein Team bestimmen, das einen Astronauten opfern muss. Oder er lässt das Raumschiff fluten. Dann wäre die Partie für die Menschheit aber verloren. Ist der Captain gar delfinisiert? Sind alle drei Module abgekoppelt, leitet der Captain mit einer letzten Entscheidung den Sieg ein, indem er das Raumschiff neu startet.

Doch Vorsicht: Mit dem Sammeln von Paniksteinen können die Mitspieler den Befehl des Captains ignorieren und ihn stürzen. Dann übernimmt ein neuer Spieler das Amt.

Runde für Runde spitzt sich die Situation zu. Am Ende gewinnt das Gute oder das Böse. Und alles begann mit einem simplen „Houston, we have a Dolphin!„.

ACHTUNG: Die Bilder zeigen kein finales Spielmaterial. Das Spiel befindet sich noch in einer Kickstarter-Kampagne, ist aber bereits finanziert. Es werden noch einige Verbesserungen vorgenommen.


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Fazit

Funktioniert ein Deduktionsspiel mit nur drei Spielern, von denen einer ein Verräter ist? Klaro! Houston, we have a Dolphin! beweist das eindrücklich. Schon in der ersten Partie werden die Spieler aufgeklärt, dass nichts so ist, wie es scheint. Die App macht eine ausgezeichnete Arbeit und führt gekonnt und intrigant durch das Spiel. Denn genauso wie die Spieler, liefert sie ebenfalls nur Teilinformationen und zufällige Eindrücke. Die muss man erst mal richtig deuten, um den echten Delfin zu erwischen und nicht selber die Mission in bester Absicht zu sabotieren. Und genau davon lebt das Spiel. Dafür benötigt man hin und wieder Nerven, muss Beschuldigungen ertragen und wegstecken können. Möglichkeiten zur Täuschung hat man einige. Bis zuletzt kann man sich den Befehlen des Captains widersetzen, indem man Paniksteine sammelt. Also immer schön alles und jeden genau beobachten und hinterfragen. Die Verbindung zwischen App und Brettspiel gelingt sehr gut und ist in diesem Fall eine Bereicherung. Wer sich gerne in kleinen, hinterhältigen Rollenspielen bewegt, sollte sich den Delfin unbedingt schnappen. Aber Vorsicht, er ist bissig!

>> Zur Kickstarter-Kampagne von Houston, we have a Dolphin!

Alles über Houston, we have a Dolphin!

Houston, we have a Dolphin | Autor: Andreas Wilde | Illustration: Andreas Wilde | Verlag: HYBR

Spielerzahl: Deduktionsspiel mit APP für 3-5 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 14 Jahren
Benötigt: Heldentum oder Delfinisation
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: kein Spiel für 2
Beste Spielerzahl: 3 – 5 Personen
Richtet sich an: Kenner

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