Hygge – Spielkritik

Der Winter naht und die Tiere sind in Aufregung. Sie sammeln Vorräte und bringen sie in Sicherheit, um gut über den Winter zu kommen. Hygge ist das neue Kartenspiel von Helvetiq im kleinen Schachtelformat.

Hygge

Der Begriff Hygge beschreibt in den nordischen Ländern eine rundum gemütliche Wohlfühlatmosphäre. Das streben natürlich auch die Tiere an. Fledermaus, Frosch, Bär und Co. möchten rechtzeitig ihre Vorräte sichern, um sich im Winter rundum wohlzufühlen. Hygge ist darum auch ein Kartensammelspiel, bei dem man sich Runde für Runde neue Karten holt. Hat man passende Kombinationen aus Vorräten und Tieren, legt man sie rechtzeitig zur Seite. Die Spielvorbereitung ist kurz: Sämtliche Karten (Tiere und Objekte) mischt man zu einem Stapel. In den hinteren Regionen fügt man zufällig die Karte des Wintereinbruchs ein. Sie wird die Partie beenden, sobald sie erscheint. Etwas aussergewöhnlich ist die offene Kartenauslage, die man auf dem Tisch erstellt. Die Reihen und Spalten liegen versetzt aus. Eine Übersichtskarte zeigt das Muster an. Damit ist der Weg zur Hygge geebnet.

Gespielt wird reihum, der Ablauf bleibt immer gleich. Erst nimmt man Karten aus der Auslage. man entscheidet sich für eine Reihe oder eine Spalte und nimmt sich sämtliche Karten. Die gewählten Karten legt man offen vor sich aus, geordnet nach ihrer Art. Gleiche Objekte stapelt man.
Nun darf man Karten einlagern. Die Tierkarten zeigen eine Anzahl an Pfoten. Für jede Pfote darf ein Objekt in derselben Farbe wie die Tierkarte eingelagert werden. Mehrere identische Objekte zählen dabei zu einer Pfote. Ein Bär kann logischerweise mehr Objekte sammeln als eine Fledermaus. Eingelagerte Karten wendet man und legt sie zur Seite.

Hygge

Am Ende des eigenen Spielzugs überprüft man die Anzahl der ausliegenden Vorräte. Liegen noch mindestens 4 Karten aus, geht das Spiel mit der nächsten Person weiter. Bei 3 oder weniger Karten füllt man den Vorrat wieder auf.

Das Sammeln der Karten schafft eine schöne Atmosphäre – Hygge eben. Doch das täuscht ein wenig. Der Druck wird spürbar grösser, je mehr Karten weg sind. Die Wintereinbruch-Karte stoppt die Partie sofort. Punkte gibt es dann nur für eingelagerte Objekte und die Anzahl ihrer aufgedruckten Schneeflocken. Tiere bringen keine Punkte. Alle nicht eingelagerten Objekte und Pfoten auf eigenen Tierkarten kosten je einen Punkt.

Hygge

Hygge ist also ein Kartensammelspiel bei dem Timing gefragt ist. Die Vorräte sollte man frühzeitig ins Trockene bringen, denn in jedem Spielzug darf nur einmal eingelagert werden.
Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.


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Fazit zu Hygge

Die Wohlfühlatmosphäre tritt bei Hygge beim Betrachten der Karten ein erstes Mal auf. Die Tiere suchen sich ihre Objekte und setzen dabei auch auf menschliche Produkte. So dürfen es auch einmal ein Schal oder Handschuhe sein – man will es einfach warm und kuschelig haben im Winter. Das Prinzip des Kartensammelns ist nicht neu, bei Hygge wird das durch passende Duos noch ein wenig auf die Spitze getrieben. Das ist nicht schwierig, das Ziel schnell erkennbar. Neu ist das ungewöhnliche Auslegen der Karten. Dadurch muss man sich für eine ganze Reihe oder Spalte beim Sammeln entscheiden. Selten holt man sich so eine komplette Wunsch-Reihe. Und schliesslich möchte man den Mitspielenden keinen prall gefüllten Vorrat liefern. Also doch eher die Karten so wählen, dass danach noch 4 ausliegen?
Ganz vorbei mit der Hygge ist es beim Auszählen der Punkte. Wer blindlings Karten sammelt, wird am Ende auf Vorräten sitzenbleiben und satte Punkte abziehen müssen. Obwohl hier mit einfachen Regeln gesammelt wird, sollte man also doch immer die Augen offen halten. Vorräte müssen rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Lieber weniger Karten nehmen, dafür am Ende nicht auf Ladenhütern sitzenbleiben. Die Hygge hängt also an einem seidenen Faden, dafür steigt die Spannung gegen Ende einer Partie. Ob die eigene Strategie wohl noch aufgeht und sich der Vorrat noch rechtzeitig füllt? Das kleine Kartenspiel passt für mich perfekt in die Helvetiq-Reihe der kleinen Schachteln. Schnell erklärt, schnell gespielt und doch mit ein wenig Spieltiefe beim Sammeln.

Fakten zu Hygge

Autor: Saashi | Illustrationen: Ewelina Proczko | Verlag: Helvetiq

Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 7 Jahren
Benötigt: Tier und ihre Vorräte
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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