Im Schatten des Throns – Spielkritik

Im Schatten des Throns geht es häufig turbulent zu und her. Intrigen und Machtspiele sind an der Tagesordnung – und alle spielen mit. Mit einem Stapel Karten lässt sich zum Glück leicht ermitteln, wer Anspruch auf den Thron hat. Denn der nächste Schatten kommt bestimmt.

9 Charaktere wirbeln hinter dem Thron ganz schön Staub auf. Ob General, Prophet oder Richter, selbst Königin und König haben ihre Finger im Spiel um die Macht.
In der ersten Phase des Spiel sammelt man Karten. Dafür deckt man Charaktere vom verdeckten Stapel auf, höchstens 5 dürfen es sein. Nach jeder Karte entscheidet man, ob man noch eine weitere ziehen will. Das kann man machen, so lange der neu gezogene Kartenwert tiefer ist, als sein Vorgänger. Will man zu viel, verliert man die eben gezogenen Karten und der nächste Spieler ist an der Reihe. Steigt man rechtzeitig aus, hat man die Wahl: Karten sammeln und auf eigene Stapel verteilen oder die Karten einem Mitspieler schenken. Dafür wählt man als Gegenwert eine Karte aus der Sammlung des Mitspielers.
Schöner Nebeneffekt: Deckt man nacheinander zwei Karten mit gleichem Wert auf, zerstört man bei einem Spieler eine Karte. Intrigen machen eben nicht nur Freude.

Das Sammeln der Karten folgt natürlich auch einigen Gesetzen. Nur 5 Stapel darf ein Spieler vor sich liegen haben, mit höchstens 5 Karten des gleichen Wertes. Denn bei Im Schatten des Throns geht es auch um Mehrheiten. Die einzelnen Karten besitzen besondere Fähigkeiten, die man sofort nutzen kann, wenn man die grösste Anzahl einer Sorte besitzt. Mit einigen Charakterkarten manipuliert man während des Kartenziehens die Werte. Dadurch hält man sich länger im Spiel. Oder man sieht sich die oberste Karte des Stapels erst einmal geheim an, bevor man entscheidet weiterzuspielen. Andere Karten dienen der Verteidigung: Sie müssen zwingend zerstört oder getauscht werden, eine Auswahl ist hinfällig. Königin und König (mit dem höchsten Kartenwert) bringen sogar Nachteile. Sie lassen Zerstörung und Kartentausch nur zu, wenn beim Karten ziehen mehr Karten ausliegen, als Königinnen und Könige im eigenen Deck. Das macht durchaus Sinn, denn die Royals besitzen die höchsten Kartenwerte, die man am Spielende gerne hätte.

Während man zu Beginn des Spiels gerne Karten sammelt, die Veränderungen zulassen, sollte man rechtzeitig umschwenken und gegen Ende lukrativere Charaktere mit grösserer Punktzahl sammeln. Der Kartenstapel wird genau einmal gemischt. Im zweiten Durchgang befindet sich die Spielende-Karte im Stapel. Erscheint sie, ist sofort Schluss. Das kann sehr schnell geschehen, sich aber auch etwas ziehen. Wer nicht rechtzeitig auf die besseren Kartenwerte in der eigenen Sammlung umschwenkt, bleibt weiterhin im Schatten des Throns.

Am Ende zählen alle Charakterkarten, von denen man mehr als eine besitzt. Die addierten Wertpunkte der einzelnen Sorten bestimmen den Sieger.

Fazit

Im Schatten des Throns zeigt unterschiedliche spielerische Gesichter. Erst sammelt man Karten und versucht das Risiko richtig einzuschätzen, um nicht leer auszugehen. Stoppt man die Sammlung rechtzeitig, setzt man die Karten passend ein. Entweder in der eigenen Auslage oder auch im Tausch gegen eine dringend benötigte Karte eines Mitspielers. Denn Mehrheiten sind sehr nützlich. Mit den gewonnenen Fähigkeiten der Charaktere kommt man besser voran beim Sammeln der Karten. Irgendwann dreht sich alles um den richtigen Zeitpunkt, um auf höhere Kartenwerte umzustellen. Denn was in der ersten Phase noch nützlich war, erweist sich am Ende des Spiels als ziemlich punktearm. Holt man zu früh das Königshaus zu sich, schränkt man die eigenen Möglichkeiten ein. Es ist eben nicht ganz einfach mit den Intrigen. Im Gerangel um den Thron regiert auch das Glück. Beim Ziehen der Karten ebenso, wie beim zufälligen Ende des Spiels. Da man den Mitspielern nicht immer nur Gutes will, schmerzt es doppelt, wenn das Kartenglück ebenfalls fehlt. Dagegen hilft kein spielerisches Mittel. Im Schatten des Throns ist schnell gespielt, die Grafiken sind besonders toll. Drei oder vier Spieler müssen es aber unbedingt sein, damit sich die Intrigen ein wenig entfalten.

Im Schatten des Throns | Autoren: Oleksandr Nevskiy, Oleg Sidorenko | Verlag: 2Geeks
Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Glückliche Kartenintrigen hinter dem Thron | Wiederspielreiz: ok

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