Isle of Skye – Spielkritik

Bis zu 5 Clans möchten gerne die Vorherrschaft über die Isle of Skye übernehmen. Es entsteht ein spielerischer Wettstreit um die besten und attraktivsten Landschaftsplättchen. Und wie im richtigen Leben regiert dabei das Geld. Gutes Land ist eben teuer!

Isle of SkyeIsle of Skye ist eine Mischung aus Legespiel und Versteigerung. Gespielt wird, je nach Spielerzahl, in 5 oder 6 Runden. Die Zielvorgaben unterscheiden sich von Partie zu Partie, denn die vier Wertungsplättchen werden bei jedem Inselstreit neu definiert.
Jeder Spieler startet mit seiner Burg, um die er im Laufe des Spiels geeignete Landschaftsplättchen bauen soll. Die Plättchen müssen landschaftlich passen, Strassen dürfen auch im Nirgendwo enden.
Der Rundenablauf bleibt immer gleich. Erst wird das Einkommen festgelegt. Die Burg und mit ihr verbundene Whiskyfässer bringen Gold für den späteren Handel ein. Danach ziehen alle Spieler drei Landschaftsplättchen, für die sie geheim einen Preis festlegen. Eines der drei Plättchen markiert man allerdings, um es abzuwerfen. Nachdem alle überflüssigen Plättchen entfernt wurden, darf jeder Spieler bei einem anderen einkaufen gehen. Man entscheidet sich für ein Plättchen und bezahlt den vordefinierten Preis.
Ladenhüter, also Plättchen, die am Ende immer noch in der eigenen Auslage liegen, muss man selber kaufen. Mit dem korrekten Einbau in die eigenen Landschaft endet eine Spielrunde – es wird gewertet. Vier Spielziele liegen von Anfang an aus, doch nicht jedes wird in jeder Runde gewertet.

Isle of Skye 2

Damit geht man auf der Isle of Skye auf Punktejagd. Der Spielablauf ist schnell erklärt, die Aufgabe klar. Isle of Skye hat trotzdem verborgene Spieltiefe in der Landschaft. Das Abwerfen eines Plättchens ist so ein zentrales Element. Nur wer die Übersicht wahrt, erkennt, was andere dringend benötigen. Will man den Mitspielern nun ein Plättchen teuer zum Kauf vorlegen? Oder vernichtet man es bereits vorher? Auch die Preistreiberei hat so ihre Tücken. Wer Preise in die Höhe treibt, bleibt am Ende selber ziemlich teuer auf einer Landschaft sitzen. Das bezahlte (Lehr-)Geld fehlt dann in der nächsten Runde. Und dann wären da noch die Ziele: Man schafft es selten, auf allen Hochzeiten zu tanzen. Doch worauf legt man sich fest?

Isle of Skye 3

Ab der dritten Spielrunde erhalten Spieler, die zurück liegen, eine Art Ausgleichszahlung. Diese Prämie wird gegen Spielende immer höher. Es lohnt sich nicht unbedingt, zu früh in Führung zu gehen. Hohe Ausgleichszahlungen haben schon manche Wünsche erfüllt.
Trotz des einfachen Spielablaufs gibt es also noch so einiges zu bedenken auf der Insel. Genau davon lebt das Spiel. Durch das Ziehen der Landschaftsplättchen spielt der Zufall auch ein wenig mit. Nicht immer sind alle gewünschten Plättchen im Spiel. Dann braucht es eine gewisse Flexibilität. So eine Landschaft will eben gut geplant sein.

Am Ende findet eine Schlusswertung statt. Einige Landschaftsplättchen generieren noch zusätzliche Siegpunkte. Der neue Clan gewinnt nach Punkten die Vorherrschaft über die Isle of Skye.

Fazit:
Isle of Skye besitzt einen einfachen Spielablauf, bei dem man doch immer wieder Entscheidungen treffen muss. Obwohl man die Ziele immer vor Augen hat, muss man sein Gold gut einteilen. Der Plättchenverkauf stärkt zwar die eigene Geldbörse, aber auch die Landschaft der Mitspieler. Der geheime Bietmechanismus und das Legen der eigenen Landschaft fordern einen guten Überblick über die Situation aller Spieler. Man bewegt sich ständig in einem Spannungsfeld zwischen Angebot und Nachfrage. Im besten Fall legt man in einer Spielrunde gleich drei Plättchen an die eigene Landschaft, im schlechtesten Fall eines.
Das Spiel zu zweit wird zum direkten Duell. Da man nur an einem Ort einkaufen kann, konzentriert sich das Spiel auf zwei Baustellen. Die Plättchenauswahl wird spürbar kleiner, dadurch bleibt man manchmal auf unfertigen Inselteilen sitzen. Persönlich ziehe ich eine Partie ab drei Spielern vor.
Isle of Skye ist auf jeden Fall ein abwechslungsreiches Spiel, bei dem man, trotz einfacher Regeln, geschickt planen muss. Durch die unterschiedlichen Zielvorgaben muss man seine Insel auch jedes Mal anders legen. Hier erlebt man handelndes Bauen in Reinkultur.

Isle of Skye | Autoren, Andreas Pelikan, Alexander Pfister | Verlag: Lookout Spiele
Legespiel für 2-5 Personen | Spieldauer: ca. 60 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Den Inselblick an manchen Stellen | Wiederspielreiz: sehr gross

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Pflichtfelder sind mit * markiert.