Jolly & Roger – Spielkritik

Alle Piraten an Deck! Im direkten Duell bei Jolly & Roger kämpft man hier Säbel an Säbel. Die Schiff-Crews könnten nicht unterschiedlicher sein. Während eine noch ein wenig Angst einflössen, entlocken andere ein Schmunzeln. Nutzen sollte man sie jedoch alle.

Jolly & Roger ist ein 2-Personen-Spiel. Vier ausliegende Schiffe mit unterschiedlichen Werten und Farben sind die Objekte der räuberischen Begierde. Jeder Spieler versucht mit geeigneten Piraten und ihren Zahlenwerten die Oberhand auf den Schiffen zu gewinnen, indem er die Crew verstärkt und eine Mehrheit gewinnt. Erst dann darf man entern und häuft sich so einen kleinen Schatz an.
Gespielt wird mit einem spannenden Aufteilmechanismus, der gerade erst bei Dynasties zum Zug kam. 5 Piratenkarten werden vom Stapel gezogen. Spieler Jolly teilt die Karten in zwei Gruppen auf und bietet Pirat Roger die Auswahl an. Roger nimmt sich die Karten und nutzt jede einzelne. Dazu hat er zwei Möglichkeiten:
– Er legt eine farblich passende Piratenkarte an das entsprechende Schiff. Besitzt er nun eine Mehrheit, stellt er seinen Kapitän auf das Schiff.
– Gehört das Schiff bereits der eigenen Crew, kann man mit weiteren Piraten das Schiff entern und sich den Piraten mit dem jeweiligen Wert in der Schatzkiste gutschreiben lassen.

Natürlich möchten weder Jolly noch Roger den anderen Piraten stärken. So grübelt man gerne mal über der perfekten Aufteilung und deren Auswirkungen. Und wenn sämtliche Piratenstricke reissen, wendet man die zugeteilten Kärtchen und legt sie als Papagei an ein beliebiges Schiff. Solche Joker können nützlich sein, haben jedoch nur den Wert 1.
Genau 8 Runden werden gespielt, am Ende erhalten die aktuellen Kapitäne ihre Schiffe als Bonus. Wer am meisten Punkte mit den Schiffen und der Schatzkiste geholt hat, wird neuer Piratenkapitän.

Die Grundvariante eignet sich gut als Spieleinstieg oder als Familienvariante mit Kindern. Gestandene Spieler wenden sich schnell der Profiversion zu. Selbst die ist sehr gut spielbar und nicht komplex. Mit dieser Version treten verschiedene Sonderkarten auf. Man mischt sie in den Kartenstapel ein und teilt sie wie in der Grundversion auf. Das Skelett besitzt einen Wert von 3, kann an jedes beliebige Schiff angelegt werden, entert aber nicht. Die Krake entfernt die letzte Karte vom Schiff eines Gegners. Tortuga dreht alle Papageien-Karten in den eigenen Crews um. Ab sofort zählen die Piraten-Werte, auch wenn sie am falschen Schiff angelegt sind. Die Wertung am Ende des Spiels bleibt gleich.

Fazit

Jolly & Roger ist ein direktes Piraten-Karten-Duell. Der Aufteil-Mechanismus der Karten stellt die Spieler immer wieder vor Entscheidungen. Es lässt sich nicht jedes Mal eine perfekte Aufteilung vornehmen. Oft entscheidet man sich für das kleinere Übel. Die Karten werden schliesslich zufällig gezogen. Das Glück spielt mit, verteilt sich aber auf beide Seiten der Schiffe. Die Sonderkarten können ein Spiel stark verändern, wenn sie zum passenden Zeitpunkt kommen. Tortuga kann ziemlich mächtig sein, jedoch nur, wenn man vorher bereits Papageien angelegt hat. Doch will man sich darauf verlassen? Die Gestaltung der Piraten nach ihrer Herkunft ist sehr gelungen und witzig. Jolly & Roger ist ein knackiges, spannendes 2-Personen-Spiel mit schnellem Zugang.

Jolly & Roger | Autoren: Shaun Graham und Scott Huntington | Verlag: ABACUSSPIELE
Kartenspiel für 2 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Eine geschickte Verteilung der Seeräuber | Wiederspielreiz: gross

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