Jurassic World – Rückkehr zur Isla Nublar – Spielkritik

Die Dinosaurier sind unterwegs, die Vulkane aktiv und einige Forschungsarbeiten unerledigt. Wir erfüllen unsere Aufträge pflichtbewusst bei Jurassic World – Rückkehr zur Isla Nublar. Das Abenteuer beginnt, weicht den Dinos aus!

Jurassic World - Rückkehr zur Isla Nublar

Es bleibt oft ein ungutes Gefühl, wenn bekannte Marken ihr eigenes Spiel herausbringen möchten. Ist das Spiel allein eigenständig genug und kein zusätzliches Markenprodukt, das spielerisch wenig Inhalt liefert? Bei Jurassic World – Rückkehr zur Isla Nublar bietet der Name des Autors Gewähr für ein gehaltvolles Spiel. Und genau das erwartet die Spielenden im Dinosaurier-Universum. Als Forschende betreten wir die Isla Nublar und suchen nach zurückgebliebenem Material und Forschungsergebnissen. Mit 10 identischen Aktionskarten, einigen Ausrüstungskisten und Camps starten wir ins Abenteuer. Bei den Vulkanen lauern die Dinosaurier, die erst später ins Spiel eingreifen, aber jederzeit gefährlich auf der Insel lauern.

Jurassic World – Rückkehr zur Isla Nublar ist ein Deckbauspiel. Das bedeutet, man startet mit einem Kartenstapel, den man im Laufe der Partie aufwerten kann mit eingekauften Karten. Ganz nebenbei erfüllt man auf der Insel noch Ziele und holt sich Punkte. Das sorgt schliesslich am Ende für den Erfolg. In jeder Spielrunde zieht man 5 Karten auf die Hand, mit denen man seinen Spielzug durchführt. Die Kartenreihenfolge und ihren Verwendungszweck bestimmt man selber.

Jurassic World - Rückkehr zur Isla Nublar

Die Aktionskarten bieten mehrere Möglichkeiten. Erst einmal: Blaue Aktionskarten DARF man nutzen, rote Aktionskarten MUSS man nutzen! Die blauen Karten können als Währung eingesetzt werden. Mit den Bernsteinsymbolen kauft man neue Karten für sein Kartendeck. Eine Auslage liegt auf dem grossen Spielbrett, schön nach Werten sortiert. Die Karten besitzen unterschiedliche Aktionsmöglichkeiten und werten dadurch die Möglichkeiten in den kommenden Spielrunden auf. Blaue Karten besitzen auch ein Kisten-Symbol, mit dem man Ausrüstungskisten (1 Symbol) oder Camps (4 Symbole) auf der Insel platziert. Camps können dabei auf bis zu drei Stockwerken gestapelt werden. Mit Kisten-Symbolen lassen sich auch die persönlichen Vorräte an Camps und Ausrüstungskisten aufstocken. Denn räumt ein Dinosaurier die Dinge einmal ab, kann man sie so wieder aus dem allgemeinen Vorrat zu sich holen.

Eingekaufte Aktionskarten bieten später ihre Aktionen im Spiel an. Ist das eigene Kartendeck einmal durchgespielt, mischt man es neu und startet wieder von vorne mit dem Stapel. Verteidigung, Karten abwerfen, Karten verstecken, ein Camp verlegen oder zusätzliche Karten nachziehen – wer Deckbauspiele schon kennt, dem werden die Aktionen bekannt vorkommen.

Und dann gibt es da noch die roten Karten, deren Aktionen man zwingend durchführen muss. Das Dinosaurier-Ei haben alle Spielenden schon zu Beginn in ihrem Deck. Es darf nie aussortiert werden. Erscheint das Ei, zieht man eine Dino-Karte und den entsprechenden Saurier auf dem Spielbrett um 1 bis 3 Felder vorwärts. Mit dieser Aktion pfuscht man vor allem den Mitspielenden ins Spiel. Trifft man mit dem Saurier auf ein Feld mit Ausrüstungskisten und/oder Camps, entfernt man die Bauteile. Der Dinosaurier kommt in einem Zerstörungsfall zurück auf ein Vulkanfeld. Die eben gezogene Dinosaurierkarte bleibt im eigenen Kartendeck. Ab sofort kehrt der Dino zurück und treibt regelmässig sein Unwesen.

Jurassic World - Rückkehr zur Isla Nublar

Das Entfernen von Ausrüstung schmerzt doppelt. Man muss sie wieder beschaffen, will man sie erneut einsetzen. Aber noch viel wichtiger: Die Ausrüstung zählt oft bei Wertungszielen. Umso schlimmer, wenn sie wieder verschwindet.
Wer ein Camp erstellt, erhält Punkte für den Bau und löst eine Wertung aus. 5 mögliche Wertungen liegen auf dem Spielbrett aus. Jeweils 3 sind aktiv, von denen man eine nutzt. Bei den Wertungen erhält man Punkte, wenn man bestimmte Gebiete besetzt, Camps stapelt, am Fluss platziert etc. In jeder Partie gibt es andere Ziele.

Jurassic World – Rückkehr zur Isla Nublar kann auf drei Arten enden. Platziert jemand sein letztes Camp auf der Insel, spielt man die laufende Runde noch zu Ende. Dasselbe geschieht, wenn der Stapel der Dinosaurier-Karten leer ist oder 2 Stapel mit den Aktionskarten ausverkauft sind.

Für erfahrene Spielerinnen und Spieler liefert das Spiel zwei Varianten. Bei der Expertenvariante kommen Entwicklungsplättchen ins Spiel. Damit öffnet man eine weitere Ebene. Statt eine der Aktionen auf den Karten zu nutzen, entscheidet man sich für einen der drei Auftraggeber zu arbeiten. Auf drei Leisten bewegt man seine Figuren vorwärts und nutzt die dort ausliegenden Aktionen im bekannten Rahmen. Die Kartenwahl wird dadurch wichtiger, denn jede Karte gehört einem bestimmten Auftraggeber, was massgebend für die Auswahl ist. Mit der Variante der individuellen Wertungen löst man keine Wertung mehr aus beim Bau eines Camps. Dafür kauft man die Wertungskarten ebenso wie die Aktionskarten und mischt sie in sein Kartendeck. Taucht eine Wertung wieder auf, löst man sie mit dem Ausspielen der Karte aus und punktet.


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Fazit

Nichts da mit Merchandise, Jurassic World – Rückkehr zur Isla Nublar trägt zwar einen Markennamen, spielerisch ist das aber sehr akzeptable Kost. Totale Spieleinsteiger werden es nicht ganz einfach haben mit dem Spiel, erfahrene Spieler erleben hingegen bekannte Elemente, die sehr schön ins Dinosaurier-Thema eingesetzt wurden. Alle starten mit einem identischen Kartendeck und mit jeder Spielrunde entscheidet man, wie es sich entwickelt. Ob Ausrüstung oder Bernstein für den Kartenkauf, man möchte gerne alles vorantreiben und muss sich ständig entscheiden. Jurassic World – Rückkehr zur Isla Nublar ist aber auch ein gemeines Spiel. Man bremst die Mitspielenden mit den Dinosauriern und muss diese Möglichkeit nutzen, sonst lässt man den fremden Camps auf der Insel freien Lauf und vergibt viele Punkte bei den Wertungen. Zwar erscheinen die Dino-Eier und die Saurier zufällig und unregelmässig im Spiel, mit gewissen Rückschlägen muss man aber jederzeit rechnen und sie spielerisch verwerten. Das Spielerlebnis lässt sich sehr schön an das Spielpublikum anpassen. Mit fixen Wertungen, ohne Aufträge bewegt sich Jurassic World – Rückkehr zur Isla Nublar im guten Familienspielbereich. Mit der Version für Experten hebt man es auf ein höheres Level, ohne dass es zu komplex wird. Das Spiel auf der Dinosaurier-Insel ist ein einfaches Deckbauspiel mit Ärgerfaktor, geeignet für Planer, aber mit Überraschungseffekt – wie im Film.

Alles über Jurassic World – Rückkehr zur Isla Nublar

Jurassic World – Rückkehr zur Isla Nublar | Autor: Marco Teubner | Illustrationen: Nathalie Langer | Verlag: Schmidt Spiele

Spielerzahl: Brettspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 45 – 60 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Geordnete Camps auf der Dino-Insel
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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