Kai Piranja – Spielkritik

Im grossen Schwarm tummeln sich zahlreiche nette Fische in verschiedenen Farben. Doch es lauern auch gefrässige Fische, die Kai Piranja und seinen Freunden an den Kragen wollen. Beim Fischen sollte man daher rechtzeitig aufhören, bevor es gefährlich wird.

Kai Piranja

Kai Piranja ist ein Kartenspiel, bei dem der Can’t stop – Mechanismus zum Tragen kommt. Wann beende ich meinen Spielzug? Hole ich mir noch Punkte oder verspiele ich alles? Immer wenn der Ehrgeiz oder die Gier zu gross sind, geht man grössere Risiken ein und steht am Ende ziemlich blöd da. So ist das auch mit dem Fischfang in diesem Spiel. Die Karten mischt man verdeckt zu einem grossen See auf dem Spieltisch. Der Reihe nach bedienen sich dort alle Spieler. Auf der Vorderseite findet man Fische in vier Farben und zwei Grössen, aber auch gefrässige Fische, die einen Spielzug sofort beenden. Starten wir mit dem grossen Fang.

Der aktive Spieler zieht sich eine Fischkarte aus dem See und legt sie vor sich ab. Nach jeder Karte entscheidet er, ob er noch eine weitere Karte zieht. Das kann allerdings unterschiedliche Auswirkungen haben. Einen Fisch mit der selben Farbe oder der gleichen Grösse platziert man hinter dem Vorgängerfisch. Das erhöht den Fang und man freut sich darüber.
Einen Fisch in einer falschen Farbe UND in der falschen Grösse muss ich dem nächsten Spieler weitergeben. Der kontrolliert, ob er in seinen Fang passt und legt ihn allenfalls an. Sonst gibt er ihn ebenfalls weiter. Macht ein Fisch die Runde, ohne passenden Anschluss gefunden zu haben, nimmt man ihn aus dem Spiel. Der aktive Spieler entscheidet, ober er trotzdem einen weiteren Fisch fangen möchte. Noch hat er alle Fäden selber in der Hand.

Kai Piranja

Mit einem gefrässigen Fisch endet der Spielzug. Der Fisch mit den scharfen Zähnen räumt auch gleich mit dem Fang des aktiven Spielers auf. Er schnappt sich alle Fische von hinten nach vorne, bis er zu einem gleichfarbigen Fisch kommt. Familienmitglieder verschonen sich. Gefressene Fische bilden einen Stapel in der Tischmitte, für jede Farbe eines gefrässigen Fisches einen eigenen.

Punkte holt man sich bei Kai Piranja nur, wenn man seinen Fang rechtzeitig einholt. Dafür kann man nach jeder Karte eines harmlosen Fisches aussteigen und seine Fischreihe bei sich stapeln. Der Ausstieg wird den Anglern aber nicht leicht gemacht. Bei einem guten Fang können sie nämlich zusätzlich profitieren. Sind drei gleichfarbige Fische in ihrer Reihe, schnappen sie sich auch den entsprechenden Farbstapel der gefrässigen Fische. Will man das Risiko eingehen oder den Zug vorher beenden?

Kai Piranja

Ist der See leer gefischt, zieht man nur noch Fischkarten mit Gräten auf der Rückseite. Beim nächsten gefrässigen Fisch endet die Partie sofort. Wer insgesamt die meisten Fische gefangen hat, gewinnt Kai Piranja.

Als Zusatz kann man die Hai-Karten noch in den See schmeissen. Haie sind besonders gefährlich. Sie schnappen sich sämtliche Fische in einer Reihe und kennen kein Pardon. In der Tischmitte bilden sie einen eigenen Stapel, den man mit vier gleichfarbigen Fischen einkassiert. Das ist auch in Kombination mit einem Stapel der gefrässigen Fische möglich.


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Fazit

Kai Piranja ist ein klassisches Can’t stop – Spiel. Nur wer es schafft, rechtzeitig aufzuhören, holt sich viele Fische. Das kann manchmal auch echt frustrierend sein, wenn die berühmte „Karte zu viel“ in jedem Spielzug zuschlägt. Doch Kai Piranja besitzt auch eine freundliche Seite. Die Mitspieler verschenken zwischendurch häufig für sie unbrauchbare Fische. So füllt man seine Fangreihe bis zum nächsten eigenen Fang wieder mit Geschenken. Kai Piranja ist ein stetes Auf und Ab, bei dem man seine Flossen nie zu früh in den Meeresgrund stecken sollte. Das Blatt kann sich schnell wenden. Die Verlockungen sind gross, wenn die gefrässigen Fische zusätzliche Punkte anbieten. Das Sammelspiel ist eben auch ein Spiel gegen die eigene Gier. Die Haie verschärfen die Situation auf allen Seiten: Grössere Gefahr, grössere Verlockung bei den Zusatzpunkten. Kai Piranja gefällt mir mit seinem einfachen Zugang gut, das Fischspiel erzeugt mit wenigen Elementen Spannung. Zudem sind alle Spieler immer aktiv am Fischfang beteiligt. Das kleine Sammelspiel spielt sich flott – nur kleine Rückschläge muss man ertragen können, wenn das Spiel seine Zähne zeigt.

Alles über Kai Piranja

Kai Piranja | Autor: Oliver Igelhaut | Illustration: Oliver Freudenreich | Verlag: ABACUSSPIELE

Spielerzahl: Kinderspiel für 3 – 6 Personen
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Altersangabe: ab 6 Jahren
Benötigt: Viele Fische
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: kein Spiel für 2
Beste Spielerzahl: 3 – 6 Personen
Richtet sich an: Familie

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