Kaispeicher – Spielkritik

Kein Spiel hat Hamburg so schön ins Szene gesetzt wie Die Speicherstadt. Das Handelsspiel mit dem originellen Versteigerungsmechanismus hat schon immer viel Spass gemacht. Mit Kaispeicher ist nun eine Erweiterung erschienen, die nicht nur aus Karton Geld macht, sondern auch sonst noch viel zu bieten hat. Die Speicher sind nun gefüllt, mit Kaispeicher gewinnt das Spiel an Spieltiefe.

Kaispeicher 1Die Grundmechanismen von Speicherstadt bleiben erhalten. Am Ablauf des ursprünglichen Spiels wurde (fast) nichts verändert. Wer sich wieder kurz einlesen muss, kann dies hier machen. Am meisten ins Gewicht fallen wohl die tollen Metallmünzen, die nun das Pappgeld ersetzen. Das vermittelt so richtig handfestes Spielgefühl.
Spielerische Akzente setzen aber die neuen Handelskarten und 3 neue Warensorten. Sie bringen zusätzlichen Spielraum in die Speicherstadt. Mit den Waren kann man Schiffe beladen oder sie zu Geld umtauschen. Zusätzliche Hamburger Gebäude bringen Punkte am Spielende. Und so richtig schön sind Karten, die eine Aktion auslösen. Das bringt zur richtigen Zeit Vorteile, die einen voran bringen. Mit dem Fischmarkt kann man bei einem Kauf die Karte kostenlos nehmen, der Dieb klaut den Mitspielern sofort eine Münze, oder mit der Auktionshalle darf man eine Ware aus dem Vorrat nehmen. Solche Karten bringen ungeahnte Möglichkeiten.

Kaispeicher 2Und während man sich bei die Speicherstadt noch vor der Feuersbrunst fürchten musste, kann man sich bei Kaispeicher gegen Feuer versichern lassen und aus einem Minus ein Plus machen. Die 50 neuen Handelskarten bringen frischen Schwung ins Spiel.
Die Spielzeit verlängert sich mit Kaispeicher trotzdem nur bedingt. Denn als einzige grosse Veränderung wird die Handelsphase ausgebaut. Über dem Spielplan liegen in jeder Runde noch einmal so viele Karten aus, wie bereits in den Handelshäusern der Speicherstadt. Die Spieler haben nun die Möglichkeit entweder auf den bereits bekannten Handel zu setzen, oder sich eine beliebige Karte oberhalb des Spielplans auszuwählen. Diese Karte wird mit einem Arbeiter belegt und an die Seite des Plans geschoben. So ergibt sich auch dort eine Kartenreihenfolge, die ebenso abgerechnet wird wie die Handelshäuser. Je höher der Stapel, desto grösser die Kosten.

Mit Kaispeicher sind also mehr Karten im Spiel, die Auswahl ist jedoch in jeder Runde grösser, und jeder Spieler hat einen Arbeiter mehr zur Verfügung.
Der Gewinner wird nach Abrechnung aller möglichen Siegpunkte am Ende der abgehandelten Jahreszeiten ermittelt.

Fazit:
Kaispeicher 3Die Speicherstadt ist schon ein flottes Handelsspiel mit einem originellen Versteigerungsmechanismus. Mit Kaispeicher rückt man allerdings noch einmal in andere Dimensionen vor. Durch die zusätzlichen Möglichkeiten der Handelskarten erhält das Spiel mehr Spieltiefe. Jeder Spieler muss nun entscheiden, welche Karte für ihn wichtig ist, welche Strategie er verfolgen will. Die zusätzliche Handelsrunde ermöglicht den sicheren Zugriff auf eine Karte, wenn man sich frühzeitig darauf festlegt. Das kann sich aber auf den Preis auswirken. Es stehen also einige Entscheidungen an, um am Ende als Gewinner den Kaispeicher zu verlassen. Alles in allem eine wirklich gelungene und tolle Erweiterung, die Sinn macht. Speicherstadt + Kaispeicher ist eine empfehlenswerte Kombination!

Kaispeicher | Autor: Stefan Feld | Verlag: eggertspiele / Pegasus
Brettspiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 60-90 Minuten | Benötigt: Handelsübersicht in der Speicherstadt | Wiederspielreiz: sehr gross

ACHTUNG: Kaispeicher ist eine Erweiterung und nur mit Die Speicherstadt spielbar!

Besten Dank an eggertspiele und Pegasus für ein Rezensionsexemplar von Kaispeicher!

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