Kameloot – Spielkritik

In den beiden Tavernen des Dorfes geht es hoch zu und her. Magische Gegenstände gehen reihenweise über den Tisch. Doch nur wenn man in der richtigen Taverne sitzt, kann man bei Kameloot ebenfalls profitieren.

Kameloot

Jeder Spieler erhält eine Tavernenkarte. Mit einem Dreh wechselt man die Kartenseite und zeigt so an, ob man sich gerade in „Der heulenden Eule“ oder „Der schwarzen Katze“ befindet. Das ist entscheidend, denn nur dort, wo man sitzt, handelt man mit. Zu Beginn entscheidet man sich für eine beliebige Taverne. 4 Karten mit magischen Gegenständen erhält man auf die Hand, die restlichen Karten bilden einen Nachziehstapel. Damit kann der grosse Handel auch schon beginnen. Am Ende zählen natürlich die Goldmünzen, die man mit seinen Gegenständen erhalten hat. Sämtliche Karten sind auf ihrer Rückseite mit einem Goldstück ausgestattet. Also auf geht’s, zum Geld verdienen!

Kameloot spielt man reihum. Das geht ziemlich flott, denn man wählt jeweils eine von zwei Aktionen aus. Möchte man sammeln, legt man eine oder mehrere magische Gegenstände des gleichen Typs vor sich aus. 7 verschiedene magische Gegenstände gibt es im Spiel, darunter einen Zaubertrank, einen Magnetring, ein magischer Umhang etc. Für jeden Gegenstand lässt sich eine Sammlung aufbauen, die man in späteren Spielzügen erweitern darf.

Da es sich um magische Gegenstände handelt, kann man als zweite Aktionsmöglichkeit die Magie der einzelnen Gegenstände nutzen. Jede Karte bietet einen Effekt an, den man durch das Abwerfen der Karte auf den Ablegestapel nutzt. Diese Effekte sind auch das Salz in der Suppe von Kameloot. Zum passenden Zeitpunkt gespielt, sorgt man für ganz schön Unruhe.

Kameloot
Die Sammlung in der Taverne „Zur schwarzen Katze“

Es lohnt sich, die magischen Effekte vor der ersten Partie kurz zu begutachten. Der Magnetring zieht einen Gegenstand aus dem Ablagestapel magisch an. Leider darf man nicht nachsehen, was dort liegt. Nach dem Benennen des Gegenstandes holt man aber alle zu sich in die Auslage. Mit dem gegabelten Zauberstab legt man zwei beliebige Karten vor sich in die Auslage. Der 6-Finger-Handschuh erlaubt das Nachziehen von zwei Karten. Der Zaubertrank schickt einen Mitspieler in die andere Taverne. Der magische Umhang zaubert dich selber in die andere Taverne. Mit dem Verwandlungszauber tauscht man eine Sammlung mit einem Mitspieler. Und das Horn des Einhorns ist ein Joker, der zusammen mit anderen Gegenständen in die Auslage gespielt wird.

Kameloot

Weshalb ist es so wichtig, in welcher Taverne man sitzt? Nun, am Ende jedes Spielzuges kontrolliert man, ob ein Set aus magischen Gegenständen vollständig ist. Auf jeder Gegenstandskarte ist die Zahl zu sehen, die es zur Vollständigkeit braucht. Dafür zählen die Karten aller in der Taverne befindlichen Händler. Diese Zahl kann durch das Vergrössern der eigenen Sammlung oder durch einen Karteneffekt erreicht werden. Der aktive Spieler nimmt sich sämtliche Karten des magischen Gegenstands, dreht sie um und verteilt, bei sich beginnend, reihum die Goldmünzen. So leicht kommt man zu Gold – wenn man in der richtigen Taverne sitzt.

Bei Kameloot wird immer auf 4 Karten nachgezogen. Ist das bei einem Spieler nicht mehr möglich, spielt man die Runde noch zu Ende. Wer nun am meisten Gold besitzt, ist der beste Händler des Dorfes.


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Fazit

Kameloot ist ein klassisches Sammelspiel, bei dem der Gewinn schön verteilt wird. Das bringt bei jedem Handel kleine Nuancen, wenn man in der richtigen Taverne sitzt. Schön wäre es, wenn man alleine in einer Taverne abkassiert. Doch das werden die Mitspieler zu vermeiden wissen mit den passenden Effekten. Zwar lässt das Spiel ein paar fiese Winkelzüge zu, doch am Ende freut man sich über jeden Goldtaler, den man mehr als seine Mitspieler verdient. Nach wenigen Partien weiss man, worauf man achten muss, zählt die Gegenstände mit, merkt sich den Ablagestapel und plant einen geschickten Tavernenwechsel voraus. Kameloot bietet eine übersichtliche Anzahl an Effekten, spielt sich flott und endet meist sehr knapp. Die ganzen Möglichkeiten kommen in einer grösseren Spielrunde besser zur Geltung. Dann ist es ein äusserst kurzes, knackiges Familienspiel.

Alles über Kameloot

Kameloot | Autoren: Cedric NH, Gregory Grard, Mathieu Roussel, Frederic Boulle | Illustrationen: Ingenious Studios | Verlag: Pegasus

Spielerzahl: Kartenspiel für 3 – 6 Personen
Spieldauer: 15-30 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Den richtigen Tavernenwechsel
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: kein 2er-Spiel
Beste Spielerzahl: ab 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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