Karate Tomate – Spielkritik

Richtig kampffreudiges Gemüse erwartet die Spieler bei Karate Tomate. Da ist der Brokkoli aggressiv und die Karotten wehren sich und man fragt sich: Kann solches Gemüse gesund sein? Klar kann es, aber eben nur, wenn es besonders schlagkräftig ist.

Karate Tomate

Karate Tomate ist ein Biet- und ein Sammelspiel, bei dem das richtige Timing eine entscheidende Rolle spielt. Mit nur 5 Gemüse-Handkarten und einer Tomate starten die Spieler in den Wettkampf. Die Tomate ist die Meisterin aller Klassen und fungiert als Tie-Breaker und Rückzugskarte. In einem richtigen Turnier geht es aber um Pokale. So werde auch bei Karate Tomate Triumphkarten aufgedeckt, leider weniger, als Spieler am Turnier teilnehmen. Die Spieler bieten nun mit ihrem frechen Gemüse und ihren Tricks um die Triumphkarten. Im ersten Durchgang legen alle geheim eine Gemüsekarte und decken sie gleichzeitig auf. Die gerade gewählte Karte bestimmt die Farbe für weiteres Gemüse in derselben Runde. Habe ich mit Mais gestartet, muss es auch mit Mais weitergehen. In den folgenden Runden kommen also weitere Karten dazu, oder die Tomate bläst den Rückzug. Statt einer weiteren Maiskarte steige ich mit der Tomate aus dem Rennen aus. Mein Vorteil: Ich darf zwei neue Karten vom Nachziehstapel nehmen, auf Wunsch noch zwei Handkarten austauschen: Frisches Gemüse braucht die Hand!

Karate Tomate
Kampf um Messer und Pokale

Karten werden so lange geboten, bis die Triumphkarten an die verbliebenen Spieler verteilt werden können. Wer den höchsten Gesamtwert gelegt hat, wählt zuerst. Bei einem Gleichstand erhält die Tomatenkarte noch einmal einen Einsatz: Ihr Wert entscheidet. Als besonderer Kniff tauschen Spieler mit Gleichstand danach ihre Tomaten. Auf den Triumphkarten findet man Pokale, Messer und Tomaten. Für jede Tomate zieht man eine Karte nach. Das ist schön, denn Gewinner frischen ihre Kartenhand sonst nicht auf. Pokale entscheiden am Ende über den Sieg, jedoch nur, wenn man nicht am wenigsten Messer besitzt. Mit der kleinsten Messerzahl scheidet man am Ende sang- und klanglos aus, da kann das Gemüse noch so viele Pokale eingefahren haben.

Karate Tomate
Das kampffreudige Gemüse

Besitzt einer der Spieler 12 Pokale, darf er das Ende ausrufen. Das macht er natürlich nur, wenn er auch genügend Messer in seinem Besitz hat. Es ist eben immer so eine Sache mit der Aufmerksamkeit im Spiel und dem geheimen Mitzählen.


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Fazit

Karate Tomate erfindet das Spiele-Genre nicht neu, wer schon Spiele von Autor Reiner Knizia gespielt hat, kennt die Mechanismen sicher schon. Doch die Regeln sind einfach. Man bietet um die ausliegenden Triumphkarten oder zieht sich vorher zurück, um erst einmal die Kartenhand zu stärken und auszubauen. Was gerade angesagt ist, hängt natürlich stark vom Verhalten der Mitspieler ab. So kann man auch ganz unverhofft mit wenig Gemüse zu einer Triumphkarte kommen, wenn alle früh aussteigen. Beim Sammeln sollte man nicht zu gierig, das heisst nicht zu einseitig sein. Alle Pokale sind am Ende wertlos, wenn man keine Messer besitzt. Es sind die kleinen Entscheidungen und das Suchen des richtigen Zeitpunktes, die das Spiel spannend machen. Ein dickes Plus besitzt Karate Tomate noch: Es kann mit bis zu 10 Spielern gespielt werden und verliert nichts von seinem Reiz, weder im Ablauf, noch von der Spielzeit. Karate Tomate besitzt ganz viele schlagkräftige Gemüse-Argumente und ist vitaminreich.

Alles über Karate Tomate

Karate Tomate | Autor: Reiner Knizia | Illustration: Dominik Hüfner | Verlag: AMIGO

Spielerzahl: Kartenspiel für 3-10 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Freches Gemüse im richtigen Zeitpunkt
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: Kein Spiel für 2 Spieler
Beste Spielerzahl: ab 4, gerne noch mehr
Richtet sich an: Familien

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