Kawaii – Spielkritik

Die warmen Tage machen Lust auf Eis. Und so sammelt man sich schnell die besten Sorten zusammen, bevor ein anderer sie nimmt. Kawaii ist ein Sammelspiel mit Reaktion, bei dem die eigenen Vorlieben nicht zu kurz kommen.

Kawaii

Erst ziehen sich die Spieler geheim ihre Vorlieben für die aktuelle Spielrunde, denn Eis ist nicht gleich Eis. Vor allem auf die Sorte und die Form kommt es an, ob es auch schmeckt. Also kurz die Karten angeschaut und eingeprägt. Danach erhält jeder einen bunt gemischten Kartenstapel mit Eiskarten. Auch dieser Stapel bleibt vorerst verdeckt, nicht einmal sein Besitzer darf ihn sich ansehen. Fehlen noch die Eroberungsspielsteine – was für ein Wort. Daher nennt man sie bei Kawaii einfach Herzen. 2 Herzen gibt es als Startkapital für jeden Spieler. Los geht’s!

Der Reihe nach deckt jeder Spieler eine Karte von seinem Stapel auf und legt die Eiskarten offen vor sich aus. Seitlich übereinander, so dass man immer sieht, welches Eis es im Angebot gibt. Liegen auf einem Stapel die Karten besonders günstig in Bezug auf Lieblingssorte und Form, so greift man mit einem lauten „Kawaii“ zu und legt schnell ein Herz auf den Stapel, den man haben möchte. Der schnellste Spieler erhält den Zuschlag und somit sämtliche Eiskarten. Das Herz wandert zum Besitzer des Stapels. Besonders bitter ist es, wenn man seinen eigenen Stapel haben möchte. Dann geht das eingesetzte Herz aus dem Spiel.

Kawaii

Eine Runde kann ganz unterschiedlich enden. Entweder sind sämtliche Karten aufgedeckt und niemand will mehr zugreifen, oder sämtliche Herzen sind aus dem Spiel. Dann erübrigt sich weiteres Aufdecken.
Für die eigene Sammlung gibt es Punkte für Lieblingsform und -geschmack. Kirschen bringen einen Extrapunkt, geschlossene Eisdielen einen Minuspunkt. Spielt man besonders risikoreich und sammelt alle drei Eisdielen, mutieren sie aber zu drei Pluspunkten.

Nach drei Spielrunden Kawaii steht der Sieger nach Punkten fest und endlich darf man ein echtes Eis geniessen.

Kawaii

Das gewisse Etwas bringt eine kleine Variante ins Spiel, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. Stapelt man die aufgedeckten Karten aufeinander, muss man sich das Eis im Stapel merken. Das sorgt für eine zusätzliche Komponente, die Spannung erzeugt. Echt zu empfehlen!


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Fazit

Kawaii macht irgendwie total Lust auf Eis. Das Spiel in der kleinen Schachtel packt die Spieler aber auch sonst in seinen Bann. Manchmal sind die Reaktionsduelle echt hart. Doch man muss seine Herzen einteilen. Ohne Herzen gibt es kein weiteres Eis. Das fällt vor allem auf, wenn man die eigenen Stapel abräumt und Herzen aus dem Spiel verschwinden. Die Spannung steigt, weil man länger auf den besten Abschluss wartet. Es lohnt sich auf jeden Fall, einen kleinen Memory-Effekt ins Spiel zu bringen und aufgedeckte Karten übereinander zu stapeln. Zumindest verzögert das die Reaktionszeit bei einigen Spielern, weil man genau überlegt, welche Karten wohl in welchem Stapel liegen. Kawaii ist ein kleiner Unterhalter für zwischendurch. Mit seinen einfachen Regeln ist das Spiel schnell erklärt und sorgt für turbulenten Spielspass. Kawaii ist echt ein Spiel mit Herz!

Alles über Kawaii

Kawaii | Autoren: Marc-Antoine Hofmann, Ismaël Perrin | Illustration: Noëlle Zweiacker, Felix Kindelán | Verlag: Helvetiq

Spielerzahl: Kartenspiel für 3 – 5 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 6 Jahren
Benötigt: Lieblingseis
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: Kein Spiel für 2
Beste Spielerzahl: 4-5 Personen
Richtet sich an: Familie

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