Kinoko – Spielkritik

Da gibt es so viele verschiedene Pilzarten und wir suchen nur eine davon. Wer bei Kinoko seine Pilz-Familie zuerst irgendwo auf dem Tisch vereint, gewinnt das Spiel. Da stört es auch nicht, dass man seine eigenen Karten nicht sieht.

Kinoko

Eine komplette Pilz-Familie besteht aus einer 1er, einer 2er und einer 3er-Karte in derselben Farbe. Jeder Spieler erhält also eine zufällige 1er-, 2er- und 3er-Karte. Leider dürfen wir unsere Handkarten nicht ansehen. Bei Hanabi hielten wir zuletzt unsere Handkarten nach aussen. Bei Kinoko ebenfalls, doch es sind bedeutend weniger und wir sehen dafür alle Karten unserer Mitspieler. Das kann ein Vorteil sein, muss es aber nicht. Auf dem Tisch liegen noch einmal 2 verdeckte Gruppen aus 3 Pilzen. Jeder Spieler erhält eine zufällige Familien-Karte seines Lieblingspilzes. Die darf man sich zum Glück ansehen, denn diese Pilzfarbe muss in der Partie gesammelt werden. Das kann in der eigenen Hand, in einer fremden oder in einer der Gruppen auf dem Spieltisch sein. Pilze suchen benötigt Zeit. Nun hat man alle Startinformationen zusammen: Verdrehte eigene Karten, sichtbare fremde Karten, eine verdeckte Auslage, sowie die eigene bevorzugte Pilzfarbe. Bleibt nur noch eine Pilzsorte, die man meiden sollte. Die liegt mit der Familien-Karte offen auf dem Tisch aus, damit man die verbotene Farbe immer sieht.

Der Reihe nach führt jeder Spieler eine Aktion durch. Dazu wirft man drei Würfel und wählt eine Aktion aus. Die Würfel bieten unterschiedliche Möglichkeiten an. Jeder der Würfel hat eine leere Seite. Das bringt natürlich keine Aktion. Mit einer 1, einer 2 oder einer 3 tauscht man zwei Karten mit demselben Wert. Der Tausch kann mit der eigenen Hand, der eines Gegners oder der Auslage auf dem Tisch stattfinden. Mit einem geschickten Tausch erhält man neue Erkenntnisse oder versteckt Karten vor den Mitspielern. Das Tauschen ist DAS zentrale Element von Kinoko.

Kinoko

Jeder Würfel besitzt noch ein eigenes Element, das insgesamt nur einmal vorkommt. Man darf die Würfeln noch einmal werfen, eine Karte auf dem Tisch ansehen oder die eigenen drei Handkarten mit denen eines Mitspielers oder der Tischauslage tauschen. Vorsicht: Tauscht man mit dem Tisch, darf man sich seine neuen Karten nicht ansehen, sie sind ja nach aussen gedreht.

Es entsteht ein wildes Getausche, bei dem man aber ständig neue Informationen erhält. Nach und nach findet man die eigene Pilzfarbe und versucht jetzt, die Karten irgendwo zu sammeln. Noch einmal: Das muss nicht unbedingt in der eigenen Hand sein. Hält ein Mitspieler alle meine Farben, ist das auch ok. Am Ende des eigenen Spielzuges darf man eine Vermutung aufstellen und auflösen. Man nennt die eigene Pilzfarbe und sagt, wo sich die Pilz-Familie, schön geordnet, befindet. Nun decken alle ihre Karten auf.

Kinoko

Stimmt die Vermutung, erhält man zwei Punkte. Es kann aber vorkommen, dass die Pilz-Karten anderer Spieler ebenfalls irgendwo geordnet ausliegen. So erhalten auch sie 2 Punkte. Und dann ist da noch die Pilzsorte, die man meiden sollte. Hat jemand eine solche Pilzsorte auf der Hand, gibt man 1 Punkt ab.
Beim falschen Ausrufen eines Rundenendes erhalten alle Mitspieler 1 Punkt. Falsche Vermutungen werden bestraft. Wer zuerst mindestens 4 Punkte besitzt, gewinnt.


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Fazit

Nach dem Regelstudium von Kinoko denkt man sich noch: Wie soll das funktionieren? Da verschiebt man ständig irgendwelche Pilze und soll die auch noch irgendwann an einer Stelle sammeln? Erst geht man ziemlich vorsichtig ans Werk, doch das ist gar nicht nötig. Schnell spielt man ein paar Karten den Mitspielern auf die Hand, denn dann sieht man sie. Doch welche Karten sind in der eigenen Hand? Jeder Tausch macht irgendwie Sinn, doch man möchte den Mitspielern auch nicht zu viel verraten. Oder erkennt man Farbtendenzen? Interessiert sich jemand stark für gelbe Pilze? Je schneller man den Überblick erhält, desto besser verschiebt man die Pilze, bis sie perfekt liegen und man das Ende ausruft. Es gibt Partien, da geschieht das ganz schnell, andere Partien dauern etwas länger. Und dann ist da noch die verbotene Farbe, mit der man einen Minuspunkt holt, auch wenn man seine Pilze wunderbar sortiert hat. Kinoko ist ein kniffliges, kleines Tauschspiel. Durch die Tischauslage geht das auch zu zweit, ab 3 Spielern ist es noch spannender. Es gibt immer wieder kuriose Situationen. Da hat jemand nach dem ersten Tausch seine Farbe komplett auf der eigenen Hand und weiss es nicht. Oder man könnte abschliessen, die Würfel liefern aber über mehrere Runden die benötigte Zahl nicht. Da steckt ganz viel Unterhaltung drin, in der kleinen Schachtel von Helvetiq.

Alles über Kinoko

Kinoko | Autor: Tim Rogasch | Illustrationen: Polina Okean | Verlag: Helvetiq

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 7 Jahren
Benötigt: Pilze in Farben sortiert
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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