Knaster – Spielkritik

Da gab es doch schon so ein Spiel: Knister. Nun, Knaster ist sozusagen eine Fortsetzung, eine optische Weiterentwicklung. Und damit es immer noch rund läuft, kommen neu ganz viele Kreise im Spiel vor. Ideen haben diese Entwickler…

Knaster

Die guten Eigenschaften von Knister hat Knaster komplett übernommen. Alle Spieler agieren immer gleichzeitig. Die Spielerzahl ist zwar auf 12 beschränkt, doch irgendwie muss das keine Grenze sein. Wird vielleicht ein wenig unübersichtlich am Tisch, ist aber durchaus möglich. In erster Linie beschäftigt sich jeder Spieler mit seinem eigenen Zettel. Dort trägt er die Zahlen ein und die sind immer noch bei allen Spielern gleich. Identische Ausgangslage – zahlreiche Lösungen am Ende. Ein leerer Raster im Format 5×5 liefert die Grundlage, zwei Würfel die fortlaufende Vorgabe. Es kann losgehen.

Was ist anders bei Knaster? Man füllt die einzelnen Kästchen zwei Mal. In einem ersten Schritt setzt man in jedes Kästchen eine Zahl. Noch immer ist man auf der Jagd nach schönen Kombinationen in den einzelnen Reihen: 3, 4 oder 5 gleiche Zahlen, 2x2er, ein Full House, eine Strasse. Wem eine Kombination gelingt, der erhält als Bonus Kreise zugesprochen. Kreise? Genau, die Aktionsmöglichkeiten bei Knaster wurden durch Kreise erweitert. Das heisst konkret: Würfelt man eine Zahl so trägt man sie in ein beliebiges Feld im eigenen Raster ein (wie bisher) oder man umkreist eine bereits eingetragene Zahl des gewürfelten Wertes.

Knaster

Am Ende geht es auch bei Knaster um Punkte. Und die erhält man nur für eine komplette Reihe mit eingekreisten Zahlen. Füllt man eine Reihe mit einer guten Kombination, bekommt man Kreise umsonst zugesprochen, die man sofort einträgt. Ein Full House beispielsweise bringt zwei zusätzliche Kreise in der eben komplettierten Reihe. Jeder Kreis ist am Ende einen Punkt wert. Eine fertig eingekreiste Reihe bringt am Ende weitere Zusatzpunkte, die man gerne mitnimmt.

Die Frage in jeder Runde lautet also: Schreiben oder einkreisen? Mit lukrativen Kombinationen erspart man sich einige Spielrunden durch gewonnene Kreise. Das setzt die Konkurrenz unter Druck. Hat ein Spieler seinen Raster komplett gefüllt (nicht eingekreist), wird noch genau ein Mal gewürfelt und notiert. Danach addiert man Kreise und Reihenbonis. Wer die meisten Punkte hat, ist der neue Knaster-König.


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Fazit

Auch wenn ich Vergleiche nicht so gerne mag, hier lässt er sich kaum vermeiden. Allein der Name macht das Spiel schon zum zweieiigen Zwilling von Knister, vom Aussehen reden wir mal gar nicht. Knaster ist für mich das gehobene Knister. Durch das zweimalige Füllen des Rasters wird es etwas unübersichtlicher, man denkt jede Reihe doppelt durch, um sicher an die Bonuspunkte zu gelangen. Man muss sich gut überlegen, wo man die Bonuskreise noch nutzen kann und wo nicht. Wo macht es Sinn, mit Kreisen nachzuhelfen? Gegen Ende kann es kleine Kettenreaktionen geben, wenn mehrere Reihen gleichzeitig komplettiert werden. Es ist eindeutig mehr Übersicht gefragt, als bei Knister.
Ist Knaster darum schlechter? Nein, ein wenig komplexer. Zudem spielt man hier mit dem Druck auf die Mitspieler. Man kann das Spiel vorantreiben, indem man nur die Kästchen füllt und die Kreise vernachlässigt. Das gelingt vor allem bei sehr guten Kombinationen, die viele Kreise einbringen. Die Schere geht bei Knaster am Ende weiter auseinander, obwohl alle mit denselben Vorgaben arbeiten. Kurz: Knaster ist ein gelungener Rätselspass für Zahlenfreunde, für fortgeschrittene Knisterer. Verliert zwar etwas von der Schlichtheit des Vorgängers, aber nicht am Knobelspass.

Alles über Knaster

Knaster | Autoren: Markus Schleininger, Reinhard Staupe, Heinz Wüppen | Illustration: Oliver Freudenreich | Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag

Spielerzahl: Kartenspiel für 1 bis 12 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Volle Raster, dicke Kreise, fette Punkte
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1-12 Spieler
Richtet sich an: Familien

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