Kuhhandel – Das Brettspiel – Spielkritik

Aus Brettspielen werden Kartenspiele oder Würfelspiele oder umgekehrt. Tadaaa… hier ist also Kuhhandel – Das Brettspiel. Gab es in der grossen Schachtel noch nicht. Also auf zur fröhlichen Auktion.

Die Schachtel von Kuhhandel – Das Brettspiel ist sehr gut gefüllt. Und auch der Spieltisch wird es sein, wenn sich das Spiel entfaltet. Die einzelnen Spieltafeln benötigen Platz, selbst wenn nicht alle Module im Spiel sind. Im Grundspiel sind eindeutig die Auktionen im Zentrum des Geschehens. Mit dem Kuhfleckenwürfel bewegt man die Spielfiguren übers Spielbrett und eilt zu den gewünschten Tieren, die man gerne ersteigern möchte. Doch aufgepasst: Die Tiere unterscheiden sich im Wert und bringen am Spielende nur komplett (Männlein und Weiblein) Punkte ein.
Jedem Tiergehege mit Einzel- oder Doppelbesetzung ist eine Auktionsart zugeteilt. Wer seine Spielfigur auf ein Auktionsfeld bewegt, ist auch der aktuelle Versteigerer. Die Auktionen sind absolut unterhaltsam und können in jeder Partie zufällig ins Spiel gebracht werden. Nur ein paar Beispiele:
Geheimwert: Die Angebote werden verdeckt und geheim abgegeben
Katze im Sack: Keiner weiss, was er genau ersteigert. Erst nach der Auktion kann man sich das Tier ansehen.
Second Hand: Der Spieler mit dem höchsten Gebot erhält den Zuschlag, aber zum Preis des zweithöchsten Gebotes.

Allein in diesen Auktionen steckt viel Spielfreude. Am meisten Spass machen sie natürlich in voller Spielbesetzung. Konkurrenz belebt den Handel. Das letzte Wort einer Auktion hat aber immer der Auktionator selber. Er kann zum festgelegten Preis sein Veto einlegen und sich das Tier selber kaufen, sofern er das nötige Kleingeld besitzt. Geldscheine bekommt man zu Beginn der Partie, es befinden sich aber auch 0er-Scheine im Spiel. In einigen Auktionen geht es um die Anzahl der Geldscheine, der Wert ist nebensächlich. So reicht man gerne auch wertloses Papier im Handel weiter.
Um den Kuhfleckenwürfel zu manipulieren, kann man mit Geldscheinen nachhelfen (1 Feld – 1 Schein, 2 Felder – noch 2 Scheine, etc.). Die Scheine wandern ins Sparschwein. Dort können sich die Spieler wieder benötigtes Kleingeld abholen, wenn sie auf dem Sparschweinfeld landen.

Ersteigerte Tiere kommen erst einmal auf die Weide. Dort sind sie noch nicht in Sicherheit. Besitzt man ein Paar, verschiebt man die Tiere in den Stall. Die Weidentiere können erneut verhandelt werden, wenn man ein Kuhhandel-Feld betritt. Hier darf man direkt mit dem Mitspieler verhandeln, der das passende Gegenstück eines Tieres besitzt. Man legt ein verdecktes Angebot auf den Tisch. Mit den 0er-Scheinen darf man bewusst bluffen. Der Mitspieler kann das Angebot annehmen oder legt ein Gegenangebot auf den Tisch. Dann zählt allein der Wert. Wer mehr bietet, erhält das fehlende Tier und besitzt ab sofort ein Paar in seinem Stall.

Auf der „B-Seite“ des Spielplans findet man den Rummelplatz. Mit dieser Variante erhält man weitere Möglichkeiten, um spielerischen Einfluss zu nehmen. Auf der Markttafel verändert man die Werte der Tiere. Es macht natürlich Sinn, Tiere im eigenen Besitz nach oben zu bewegen. Leider weiss man nicht immer, was man am Ende so besitzt. Es sind drei Tiere nötig, um sie in den  Stall zu verschieben. Und an der Losbude erkauft man sich über Lose verschiedene Vorteile (zusätzlicher Zug, Kuhhandel, Wertsteigerung etc.) Sogar die eierlegende Wollmilchsau ist dort zu gewinnen.

Bleibt noch die Tierkinder-Variante: Sobald man ein Männlein und ein Weiblein besitzt, erhält man Nachwuchs. Das wirkt sich in der Punktewertung bei Spielende aus.

Kuhhandel – Das Brettspiel endet, wenn das letzte Tier versteigert oder das letzte Los (Rummelplatz-Variante) verkauft wurde. Nach einer kurzen Rechnerei steht der Gewinner fest. Nur ganze Tiergruppen im Stall zählen.

Fazit

Ganz klar: Die Auktionen machen am meisten Spass beim Kuhhandel-Brettspiel. Ob holländisch, amerikanisch oder Second Hand – es läuft was. Mit den Geldscheinen blufft man sich durch den Handel, in der Hoffnung eine Tierart komplett zu kriegen, die auch noch lukrativ ist. Wer das gleichnamige Kartenspiel aber schon kennt, merkt schnell: Das Brettspiel ist ganz schön aufgebläht. Die Varianten sind schön, funktionieren auch gut, sind aber mitunter mächtig und zeitraubend. Wenn man den Markt im Auge behalten soll, Losen hinterher jagt und auch noch Tierkinder sucht, kann das schnell zu viel werden. Am Ende des Spiels wird erst einmal gerechnet, man muss sich den Sieg wirklich verdienen. Wer es gerne schlank mag, soll beim Kartenspiel-Klassiker bleiben. In der Brettspiel-Variante tendiere ich eindeutig zur Grundvariante – den tollen Auktionen zuliebe. Bei Kuhhandel – Das Brettspiel ist weniger mehr.

Kuhhandel – Das Brettspiel | Autor: Max Kirps | Verlag: Ravensburger
Brettspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 60 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Verhandlungsgeschick mit und ohne Geld | Wiederspielreiz: ok

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