Kwatro – Spielkritik

64 Karten in einer kleinen Dose – so sieht man kwatro nur am Anfang und am Ende. Denn schon kurz nach Spielbeginn breiten sich die kleinen Karten auf dem Spieltisch aus und es wimmelt von Farben, Formen und Punkten.

Auf den ersten Blick erinnert kwatro an Qwirkle. Die Spielsteine sind nun flache Karten, die restlichen Elemente wurden noch um eine Dimension erweitert. Die Formen und Farben erhalten auch noch Zahlen. Anzulegende Karten müssen in einer Eigenschaft ähnlich sein – oder überhaupt nicht. Doch der Reihe nach:
Vier Karten erhält jeder Spieler, die er in seinem Spielzug passend auslegt. Dafür erhält man Punkte und zieht wieder neue Karte nach, bis alle Karten durchgespielt sind.
Die Karten unterscheiden sich in Farbe, Form und Zahl. Von jeder Einheit gibt es vier, sie sind allerdings in verschiedenen Konstellationen vorhanden. Da gibt es beispielsweise Dreieck/blau/zwei oder Kreis/grün/vier. Wer am Zug ist, legt seine Karten passend an EINE Reihe an. „Passend“ kann dabei ganz schön viele Varianten beinhalten: In der Form, in der Farbe, in der Zahl oder auch in Kombinationen von zwei Merkmalen. Im Laufe einer Partie darf man Karten an bestehende Reihen anlegen. Natürlich muss hier besonders darauf geachtet werden, die Legeregeln einzuhalten. Startet man eine eigene Reihe, gibt man gleichzeitig auch die Regeln dafür vor.
Geht einmal gar keine Kombination auf, legt man einfach total unterschiedlich – auch das ist erlaubt.

Die Zahl auf den Karten liefert die Punkte, die man notieren darf. Reihen, an die man angelegt hat, werden gewertet. Punkte von kompletten kwatros (Vierer-Reihen) zählen gleich doppelt. Schafft man es, alle vier Handkarten zu legen, verdoppelt sich die Punktzahl ebenfalls.

Zwei Joker befinden sich unter den Spielkarten. Sie dürfen beliebig eingesetzt werden, zählen aber als Wert 0. Joker können zu einem späteren Zeitpunkt durch eine Karte, die in die Reihe passt, ersetzt und weiter verwendet werden.
Und sind die Karten einmal ganz schlecht, passt man in einer Runde und ersetzt sie durch neue. Diese Option steht immer offen.

Das Spiel endet, wenn es keine Nachzieh-Karten mehr gibt und ein Spieler seine letzte Karte legt. Zur Belohnung erhält er die Punkte doppelt. In der Endabrechnung zählen die Punkte der gesamten Partie, die man immer fein säuberlich notiert hat.

Fazit

kwatro gaukelt in seiner kleinen Dose mit den bunten Farben und Formen ein nettes, kleines Spiel vor. In Wahrheit ist es ein aber ein knallhartes Legespiel. Die Karten breiten sich schon bald auf dem gesamten Tisch aus. Wer klug anlegt, holt sich Punkte aus mehreren Reihen und verdoppelt sie auch noch. Es liegt einiges drin bei kwatro. Das Spiel funktioniert gut, wenn man den Überblick behält. Und das kann im Laufe einer Partie ziemlich ermüdend sein. Da die Reihen unterschiedlichen Gesetzen folgen (mal nur Farben, mal Formen, mal Zahl und Farbe oder auch total anders) wird das Abchecken der Reihen und Möglichkeiten immer schwieriger. Keiner möchte sich viele Punkte entgehen lassen, immer ist man auf der Suche nach dem perfekten Spielzug. Bei einem abstrakten Legespiel wie kwatro gar nicht so einfach. So spielt sich für mich das kleine kwatro komplexer als das preisgekrönte Qwirkle, obwohl es in einer ähnlichen Form erscheint. Man sollte sich allerdings nicht von der kleinen Dose blenden lassen.

kwatro | Autor: Gene Mackles | Verlag: Game Factory
Abstraktes Legespiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30-45 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Den zielgerichteten Blick für Form, Farbe und Zahl | Wiederspielreiz: ok

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