Lady Alice – Spielkritik

Sherlock Holmes bittet die Nachwuchs-Detektive im Brettspiel Lady Alice um ihre Mithilfe. Der Forscher Henry Morton Stanley wurde entführt. Die Detektive sollen nun den Schuldigen, den Ort der Entführung und die Uhrzeit ermitteln. Zudem wird auch noch ein verschwundener Gegenstand gesucht. Unter dem Codenamen Lady Alice, so hiess das Schiff des verschwundenen Forschers, müssen nun Hinweise verarbeitet werden.

Lady Alice 1Lady Alice spielt auf dem Schreibtisch von Sherlock Holmes, der alle Indizien fein säuberlich ausgelegt hat. Jeder mitspielende Detektiv hält genau einen sicheren Beweis bei sich verborgen. Bei allen anderen Lösungen des Rätsels tappt er im Dunkeln.

Der erste Detektiv darf nun Verdächtigungen äussern. In einem Ringbuch legt er seine Mutmassungen offen aus. Er wählt einen Schuldigen, einen Ort, eine Uhrzeit und einen Gegenstand. Da jeder Spieler einen sicheren Beweis hat, müssen nun alle bestätigen, ob der gemachte Verdacht richtig oder falsch ist. Dies macht man, indem man ein Bild von Sherlock Holmes in einen Umschlag steckt. An Sherlock’s Miene lässt sich ablesen, ob ein Verdacht richtig war. Leider wissen die Detektive nicht, welcher Hinweis allenfalls stimmt. Die Umschläge werden anyonym abgegeben – also gemischt. Kombinieren, bitte!

Nach jeder Kombinationsrunde können die Detektive Punktechips auf den Schreibtisch von Holmes setzen. Alle Spieler besitzen Chips mit den Werten 0,1 und 2. Logisch, am Ende sollten möglichst viele Punkte auf den richtigen Aussagen liegen. Doch in dieser Phase kann man seine Mitspieler so richtig schön in die Irre führen. Die Chips werden vorerst verdeckt gelegt. Wer kann schon ahnen, ob es eine 0 oder 2 ist? Erst mit dem Legen eines 2. Chips auf den gleichen Hinweis, wird der erste umgedreht und öffentlich. Auf jedem Hinweisfeld dürfen nur so viele Chips ausliegen, wie Detektive teilnehmen.
Ein Legerunde verläuft so lange, bis alle Spieler passen.

Lady Alice 2 Lady Alice 3

Nun darf der nächste Detektiv kombinieren, die Verdächtigungen werden allenfalls bestätigt und neue Chips können gelegt werden.
Sind in einer Verdachtsrunde alle Hinweise falsch, muss man sie allesamt auf dem Schreibtisch abdecken. Das erleichtert die Aufgabe ein wenig – allerdings auch für die anderen Detektive.

Lady Alice endet, wenn sich ein Detektiv zu einer Schlussfolgerung durchringt. Er erhält zusätzliche Punkte, wenn sie stimmt. Allen Spielern werden die Chips auf den richtigen Hinweisen gewertet.

Fazit:
Lady Alice ist ein richtiges Detektivspiel. Einzelne Elemente erinnern an Cluedo, durch die Chips erhält das Spiel aber ein Zocker- oder Bluffelement dazu. So ist einerseits Kombinatorik gefragt, die allerdings nutzlos ist, wenn man seine Punkte nicht rechtzeitig ins Trockene bringt. Die Mischung der beiden Elemente erzeugt die Spannung bei Lady Alice. Da jeder Detektiv einen Beweis kennt, muss man immer sehr achtsam mit seinen Verdächtigungen umgehen. Oder bringt gar die Legephase entscheidende Hinweise? Das Spielmaterial ist dezent farblos gestaltet, erzeugt aber eine passende Atmosphäre, und ist ausgezeichnet. Freunden von Detektivspielen ist Lady Alice wirklich zu empfehlen.

Lady Alice | Autor: Ludovic Gaillard | Verlag: Hurrican
Detektivspiel für 3-5 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Benötigt: Scharfsinn und Kaltschnäuzigkeit | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an swissgames und Hurrican für ein Rezensionsexemplar von Lady Alice!

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