Länder toppen – Spielkritik

Länder toppen, das ist nostalgisches Zahlen vergleichen im früheren Quartett-Karten-Stil in die Neuzeit transportiert. Der Poker um die höchsten oder tiefsten Werte ist immer noch reizvoll – und ganz nebenbei sehr lehrreich.

120 Länderkarten bieten Informationen zu 6 Kategorien: Beispielsweise Fläche, Einwohner oder Höhe. Was sich vergleichen lässt, ist auf den jeweiligen Karten aufgeführt. Gespielt wird über mehrere Runden. Erst einmal bringt jeder Spieler selber Ordnung in sein zufällig zugeteiltes Ländergemisch. Man teilt seine Länder in die 6 Kategorien ein und setzt entweder auf den höchsten oder tiefsten Wert eines Landes. Natürlich weiss man ungefähr, in welche Richtung man sich bewegt, doch es sind nie alle Länder gleichzeitig im Spiel, daher lässt sich bei der Zuteilung ein wenig pokern. Hat jeder Spieler seine Karten verdeckt zugeordnet, beginnt der Kartenvergleich. Jede Kategorie wird sorgfältig geprüft. Der Spitzenwert unter den abgelegten Karten sticht sämtliche anderen.
Doch damit kennt man erst Teil 1 des Spiels. Für die Punktevergabe kommt ein schlauer Verteilungsmodus ins Spiel. Der Spieler mit dem aktuellen Stich muss seine Karten ablegen. Legt er eine Karte verdeckt zur Seite, gewinnt er damit am Ende einen sicheren Punkt. Ordnet er sie dem entsprechenden Kontinent zu, holt er am Schluss nur Punkte, wenn er in der entsprechenden Kontinenten-Kategorie von allen Spielern am meisten Karten zur Seite legen konnte. Die Crux an der Sache: Ein Stich muss zwingend irgendwie in beide Bereiche (Kontinent und verdeckte Karte) aufgeteilt werden.

Es lohnt sich doppelt, bei Länder toppen aufmerksam zu sein. Erstens beobachtet man, was die Mitspieler so sammeln. Zweitens merkt man, welche Länder schon aus dem Spiel sind. Gegen Nepal will man ja nicht unbedingt in der Kategorie der höchsten Erhebung antreten.
Es gibt auch einige Joker untern den Länderkarten. Man nimmt sie vor allem zur Täuschung der Mitspieler und um sich zusätzliche Punkte in den Kontinenten zu ergattern. Ein Joker sticht nie, kommt aber immer zu den eigenen Karten in die Ablage. Der Joker kann wahlweise einem aufgeführten Kontinenten zugeordnet werden.

Nach vier Kartenrunden bereinigt man die Punkte für die Kontinente. Gemeinsam mit den verdeckten Karten steht die Gesamtpunktzahl und der Gewinner fest.

Fazit

Länder toppen ist auf dem bekannten Karten-Vergleichssystem aufgebaut. Die beste Karte sticht. Das kann aber wahlweise der höchste oder der tiefste Wert sein. Mit manchen Karten fällt eine passende Zuordnung schwer. Nur ein Land lässt sich bei der höchsten Erhebung zuordnen, auch wenn man vielleicht mehrere Spitzenwerte besitzt. Doch das ist der Reiz des Spiels, den Gegenspielern geht es ja meist ebenso. Man schliesst Kompromisse und versucht, möglichst viele Karten zu gewinnen. Hat man gestochen, kommt man ins nächste Dilemma. Wo legt man welche Karte ab. Setzt man auf einzelne Kontinente oder doch besser auf den sicheren verdeckten Kartenstapel. Länder toppen spielt sich sehr kurzweilig und ganz nebenbei lernt man die Welt in ihrer ganzen Vielfalt kennen. Die Karten sind informativ gestaltet, ohne überladen zu wirken. Im Spiel mit Kindern faszinieren die Zahlenwerte. Das allgemeine Vergleichsfieber greift um sich – und das erst noch sehr lehrreich.

Länder toppen | Autor: Matthias Jünemann | Verlag: Drei Hasen in der Abendsonne
Kartenspiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 30-45 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Zahlenverständnis im Ländervergleich | Wiederspielreiz: gross

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