LAMA Kadabra – Spielkritik

Hier ist es wieder und es erfindet sich jedes Mal neu: Das bunte LAMA lädt nun zu einer Zaubershow, bei der die Minuspunkte nur so fliegen. LAMA Kadabra ist ein eigenständiges Spiel mit neuen spielerischen Elementen und einem magischen Chip.

LAMA Kadabra

Ganz überraschend schaffte es das LAMA 2019 auf die Nominierungsliste zum Spiel des Jahres. Nach einem Ausflug ins Party-Business und zu den Würfeln mit LAMA Dice, kommt nun Magie ins Spiel. Die bekannte Spielmechanik erhält zusätzliche Effekte mit einer Zaubershow und neuen Karten mit Sondereffekten. Die Rahmenbedingungen behält das Spiel bei: Karten mit Werten von 1 bis 6, gekrönt mit einer LAMA-Karte. Den Ablegemodus übernimmt das Spiel von Klassikern wie Uno oder Tschau Sepp (als Schweizer Jass-Variante). Die Handkarten müssen möglichst schnell abgelegt werden, sonst bleibt man am Ende einer Runde auf Minuspunkten sitzen, die man in Form von Chips zu sich nehmen muss.

Mit 6 Handkarten startet man in die Runde. Der Ablegemodus ist einfach: Entweder man legt eine gleiche Zahl oder erhöht mit einer Zahlenkarte um 1. Im eigenen Spielzug wählt man eine aus folgenden drei Möglichkeiten: Man spielt eine Karte, zieht eine Karte nach oder passt und steigt aus der aktuellen Runde aus. Mit dem Passen ist man immun gegen alle kommenden Angriffe, kann aber seine Zahlenwerte auch nicht mehr weiter wegspielen. Die Kartenreihenfolge muss zwingend eingehalten werden. Nach einer LAMA-Karte spielt man eine 1, so schliesst sich der spielerische Kartenkreislauf und dreht seine Runden.

Im besten Fall spielt jemand seine letzte Karte weg. Dann endet die aktuelle Runde sofort. Zur Belohnung darf die Person einen beliebigen Chip zurücklegen in den Vorrat. Womit wir bei der Währung des Spiel angekommen wären. Die Chips sind ein wichtiges Element bei LAMA Kadabra. Es gibt sie in weiss (1 Punkt) und in schwarz (10 Punkte). Das Wechseln der Chips ist jederzeit erlaubt und macht Sinn, wenn man eine bestimmte Chip-Sorte weggeben darf.

LAMA Kadabra

Damit haben wird das Niveau des Grundspiels erreicht. Nun will das Lama aber unbedingt auf die Bühne und bereitet seine Zaubershow vor. Immer wenn jemand eine LAMA-Karte legt, legt er auch seinen niedrigsten Chip auf die Vorführungskarte des Lamas. Dort haben 5 Chips Platz, danach gibt es kein zurück mehr. Die Karte wirkt wie ein Speicher. Ist sie gefüllt, müssen ab sofort nur noch LAMA-Karten gelegt werden. Wer nicht mehr bedienen kann, kassiert sämtliche Chips von der Zauberkarte des Lamas. In diesem Moment darf auch nicht gepasst werden. Danach geht das Spiel wieder in den normalen Modus über.

Auch neue Karten gibt es bei LAMA Kadabra. Doppelkarten mit zwei Werten können flexibler gelegt werden, bringen am Ende aber auch mehr Minuspunkte, wenn sie noch auf der Hand sind. Mit jeder 1er-Karte, die man legt, verschenkt man jemandem seinen tiefsten Chip. Einzelne Karten zwingen die nächste Person in der Reihenfolge eine Karte aufzunehmen. Andere Karten besitzen einen blauen Stern, mit dem man sich den einzigen blauen Chip in der Partie schnappt, den magischen Chip. Ihn kann man einsetzen, um in einer Runde auszusetzen und die nächste Person ins Spiel zu bringen. Das ist besonders wertvoll in einer laufenden Zaubershow. Den magischen Chip muss man aber unbedingt vor Spielschluss wegspielen, sonst bringt er 10 Minuspunkte.

LAMA Kadabra

Wie erwähnt, tritt ein sofortiges Ende ein, wenn jemand keine Karten mehr hat. Es können auch alle Mitspielenden passen. Wer zuletzt übrig bleibt, darf wenigstens noch alle möglichen Handkarten wegspielen. Nachziehen ist dann nicht mehr erlaubt. Alle Handkarten bringen, entsprechend ihrem Wert, Minuspunkte. Gleiche Werte werden aber nur einmal gezählt.
Es benötigt mehrere Partien, bis man das Spielende erreicht. Hat jemand am Ende einer Runde mehr als 40 Minuspunkte, gewinnt die Person mit den wenigsten Chips.


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Fazit zu LAMA Kadabra

Ich bin generell vorsichtig bei neuen Spielen in bekannten Mustern. LAMA ist schon ein toller, schneller Absacker mit einfachen Regeln. Weshalb benötigt man da also noch LAMA Kadabra (erhältlich ab 6.07 Euro)? In erster Linie sollte man sich die Zaubershow nicht entgehen lassen. Das Sammeln von Chips funktioniert wie eine Bank, die im richtigen Moment ihr Geld ausschüttet. Nur möchte man im Fall des Lamas diese Minuspunkte natürlich nicht. Die Spannung ist mit jeder Lama-Karte spürbar am Tisch. Bei wem reisst der Faden? Wann liegt die letzte Lama-Karte aus? Die neuen Karten mit ihren Effekten bringen Bekanntes auf den Tisch, sorgen aber für frischen Schwung. Nach zahlreichen „normalen“ Partien mit dem ursprünglichen Spiel, erlebt das Lama mit LAMA Kadabra ein grosses Comeback. Da pokert man in bekannter Manier um möglichst wenige Minuspunkte, sucht den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg, kippt noch ein paar Chips in die Zaubervorführung und ärgert mit zusätzlichen Karten oder Chips seine Mitspielenden. Das Lama hat durch seine Magie wieder an Spielreiz gewonnen – und das deutlich!

Fakten zu LAMA Kadabra

Autor: Reiner Knizia | Illustrationen: Rey Sommerkamp, Barbara Spelger | Verlag: AMIGO

Spielerzahl: 2 – 6 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Lamas für die Zaubershow
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 6 Personen
Richtet sich an: Familie

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