Lanzeloth – Spielkritik

Was trägt der Ritter von heute darunter? Das Kartenspiel Lanzeloth beantwortet die Frage ziemlich direkt. Um für ein Ritterturnier perfekt ausgerüstet zu sein, sollte man allerdings nicht auf Schutzkleidung verzichten. Schliesslich erstrahlt man mit Pokalen in noch grösserem Glanz.

Lanzeloth ist ein flottes Kartentausch-Spiel. Jeder Spieler startet mit seinem eigenen Ritter, bestehend aus Kopf, Körper, Lanze, Schild und Beinen, ins Turnier. Leider weiss man nie so genau, welche Grundausstattung der Ritter mitbringt, denn die Karten liegen verdeckt. Runde für Runde lässt sich der eigene Horizont allerdings erweitern. In einem Spielzug zieht man eine Karte vom Nachziehstapel. Auf der Rückseite erkennt man zwar, um welches Teil es sich handelt, den exakten Wert erkennt man erst beim Betrachten der Karte. Von 0 (keine Ausrüstung) bis 5 (Goldpolitur) lassen die Karten einen breiten Spielraum. Mit einer Karte vom Nachziehstapel kann man dieselbe Karte seines Ritters ersetzen. Ein kleines Risiko besteht, wenn man die verdeckte Ritterkarte noch nicht kennt. Ersetzte Karten kommen offen auf den Ablagestapel. Der nachfolgende Spieler könnte so von einer hohen, abgelegten Karte profitieren. Er darf sie zu sich nehmen und sie seinem eigenen Ritter einfügen.

Karten ersetzen muss allerdings nicht sein. Da sich auch viele schlechtere Karten im Stapel befinden, nutzt man alternativ besser die Aktionsmöglichkeit, die auf den meisten Karten zu finden ist. Diese Aktionen mischen das Ritterleben ganz schön auf: Karten tauschen, eigene oder fremde Karten ansehen, Rüstungskarten aufdecken oder gleich eine Kombination aus ansehen und tauschen. Runde für Runde weiss man mehr über die Karten im Spiel und verbessert seinen eigenen Ritter auf Turnierform.

Wer vermutet, dass der eigene Ritter stärker als alle anderen ist, legt seine Pferdekarte ins Spiel. Damit zeigt man an, dass man ins Turnier will. Jeder Spieler hat nun noch genau einen Zug übrig, danach deckt man alle Ritter auf. Wer den punktemässig besten Ritter besitzt, gewinnt das Turnier und erhält so viele Pokale, wie die Differenz zum Zweitplatzierten beträgt. Ganz nebenbei: Mit den Pferdekarten lässt sich auch noch einiges bewegen. Vor jeder Runde zieht man sich sein persönliches Ross und erhält mit ihm eine Bonusleistung aufgedrückt. Die kann auch mal negativ sein, aber keine Angst: Pferde kann man mit einer passenden Aktion tauschen.
Je nach Spieleranzahl muss man eine gewisse Anzahl an Pokalen erringen, um Turniersieger zu werden.

Fazit

Lanzeloth ist ein munteres Karten-Tausch- und Optimier-Spiel. Alle Spieler starten ohne Informationen über ihre eigenen Karten. Nach und nach lernt man seinen Ritter und die der Mitspieler kennen. Das Spiel erinnert an den Klassiker Biberbande. Doch bei Lanzeloth sind die Möglichkeiten bedeutend grösser. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Mitspieler zu ärgern oder sein Wissen zu erweitern. Wichtig ist der rechtzeitige Abschluss mit dem Einzug ins Turnier. Soll man den Schritt früh wagen oder noch eine Runde warten? Lanzeloth spielt sich mit einer gelungenen Mischung aus Glück und ein wenig Taktik. Sogar bluffen kann man in diesem Spiel sehr gut. Man sollte sich nie zu sicher sein. In jedem Ritter könnte eine kleine Überraschung stecken. Lanzeloth ist zwar mit bis zu 6 Personen spielbar, am meisten Spass macht es aber zu dritt oder zu viert. Vor allem die Spielzeit hält sich in diesen Konstellationen in Grenzen. Gerade für Familien ist Lanzeloth ein sehr lustiges, kleines Kartentausch-Spiel.

Lanzeloth | Autoren: Familie Loth | Verlag: Mogel-Verlag
Kartenspiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 20-30 Minuten | Ab 7 Jahren | Benötigt: Gute Einzelteile für ein goldiges Ganzes | Wiederspielreiz: sehr gross

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Pflichtfelder sind mit * markiert.