Lauf rauf! – Spielkritik

Würfel- und Laufspiele gehören eigentlich zu den Klassikern schlechthin. In letzter Zeit erschienen nicht mehr gerade sehr viele solcher Spiele. Damit ist Lauf rauf! also eher eine Ausnahme der aktuellen Spiel-Zeit – und bietet tatsächlich ein wenig mehr als die herkömmlichen Spiele dieses Genres.

Lauf rauf 1Die Grundeigenschaften von Lauf rauf! sind ziemlich simpel gehalten: Drei Spielfiguren sollen so schnell wie möglich zwei Ebenen höher bewegt werden. Gleich drei Würfel helfen beim Erreichen des Berggipfels. Nur ein Berggeist stört ein wenig die Idylle und auch die lieben Mitspieler bewegen sich auch nicht immer sehr geschmeidig am Berg. Zumindest in der Schweiz ist man mit der Problematik der vielen Hobby-Wanderer bestens vertraut.
Doch beginnen wir mit der Würfelrechnerei. Zwei weisse und ein schwarzer Würfel bestimmen das Wandertempo. Allein für den Start benötigt man eine Mindestsumme von 15, um das heimische Nest zu verlassen. Um das Würfelglück zu minimieren erhält man bei Lauf rauf! immer gleich drei Chancen, bei denen man mit beliebigen Würfeln nachbessern darf.

Lauf rauf 2

Zum Laufen zählt man zwei seiner Würfelzahlen zusammen. Der Weg führt erst einmal um den Berg, bevor man sich eine Etage höher bewegen kann. Für den Aufstieg benötigt man eine genaue Würfelzahl und zusätzlich eine 1. Selbstverständlich können auch andere Figuren geschlagen werden. Das Unterfangen ist allerdings gar nicht so einfach. Geschlagen wird nur mit dem schwarzen Würfel, mit der niedrigsten Augenzahl und im ersten Wurf. Damit ist die Taktik klar: Man schleicht sich möglichst nahe an seine Gegner ran, um sie wieder an den Start zu schicken. Erreicht man mit anderen Würfen ein besetztes Zielfeld, so schiebt man sie Figuren vorwärts. Auch dieser Spielzug ist nicht zu verachten.

Lauf rauf 3Und nun kommt noch der Berggeist ins Spiel. Mit dem Bannring will er verhindern, dass man „seinen“ Berg bezwingt. Ein schwarze 6 im ersten Wurf bringt den Bannring ins Spiel. Er muss einer Figur auf der zweiten Ebene aufgesetzt werden, wenn möglich einer eigenen. Diese Figuren können nicht überholt werden und dürfen nicht weiter aufsteigen, sind sozusagen natürliche Kletterbremsen. Bei einer weiteren schwarzen 6 geht der Bannring zurück an den Berggeist, bevor er später wieder ins Spiel kommt.
Es gibt also schon einiges zu beachten beim Wettlauf am Berg. Fortgeschrittene Bergsteiger bringen auch noch Karten ins Spiel. Karten bringen Spielvorteile: Ein fremdes Aufstiegsfeld benutzen, rückwärts fahren, rückwärts schlagen etc. Die Karten werden offen ausgelegt. Jede Sorte darf nur ein Mal im Besitz des Spielers sein. Karten erhält man beim Würfeln eines Pasches, eines Drillings oder einer Strasse. Mit der Strasse klaut man sich sogar die Karte eines Mitspielers.

Und bei jeder Spielvariante gilt: Wer als Erster mit allen Figuren auf dem Berg steht, hat gewonnen.

Fazit:
Lauf rauf! ist grundsätzlich ein einfaches Lauf- und Würfelspiel. Doch der erste Blick trügt ein wenig. Es gibt viel zu beachten in diesem Spiel. Mit den Karten und den möglichen Würfelkombinationen besitzt man in jedem Spielzug eine hübsche Auswahl an Möglichkeiten. Auf dem Weg zum Berggipfel ärgert man zudem immer mal wieder seine Mitspieler, indem man sie schlägt oder den Berggeist vorbeischickt. Und damit wird Lauf rauf! zu einem abwechslungsreichen Spiel für schon ein wenig spielerfahrene Familien. Der Wettlauf zum Berggipfel ist immer wieder für eine Überraschung gut.

Lauf rauf! | Autor: Rüdiger Koltze | Verlag: Ravensburger
Laufspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: Um die 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Würfel, Geist und Verstand | Wiederspielreiz: gross

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