Love Letter – Spielkritik

Bei der Einführung von Love Letter staunt man meist zwei Mal. Zuerst beim Thema: Der Prinzessin Liebesbriefe zu überbringen wird auf den ersten Blick nicht von jedem Spieler als sehr prickelnd empfunden. Danach bei den Regeln: Was? War das alles? Kommt da noch was? Und schon nach der ersten Partie hat man die Spieler im Sack.

Love Letter 1Nur gerade 16 Personenkarten und ein paar Herzen befinden sich in der Spielschachtel. Jeder Spieler hält geheim eine Karte in der Hand, zieht eine zweite und legt eine Karte ab. Aus dieser Tatsache besteht das ganze, ausgeklügelte Spielsystem. Nun haben es die Personen auf den Karten aber in sich. Einige verstehen sich so gar nicht miteinander. Der Baron intrigiert gerne und lässt schwächere Spieler ausscheiden. Der Priester nimmt es mit seinem Amtsgeheimnis nicht so ernst und sieht sich in seiner Neugier gerne fremde Karten an. Und immer wenn der Prinz erscheint, verwirft man sofort seine Karten – wohl aus Ehrfurcht.
Das Ziel ist klar: Man will der einzige Verehrer der Prinzessin sein. Scheiden alle Mitspieler aus, gewinnt man ein Herz der Prinzessin. Manchmal gelingt das aber nicht. Es bleiben bis zum Ende mehrere Spieler übrig. Dann gewinnt der Spieler mit der höchsten Karte das Herz der Prinzessin.

Love Letter 2

Die wenigen Karten bieten ganz viele Kombinationen unter den Spielern. Man kann andere in die Falle locken, sie angreifen, ausspionieren oder zu neuen Karten zwingen. Es gilt eben (fast) kein Recht in der Liebe.
Auch die Prinzessin selber spielt mit. In der Endphase ist sie die höchste Spielkarte. Muss man sie vorher ablegen, scheidet man sofort aus. Will man sie jetzt oder doch eher nicht?

Fazit:
Love Letter ist ein sehr kurzweiliges Kartenspiel mit einfachsten Regeln. Trotzdem bringen die unterschiedlichen Personenkarten immer wieder Schwung ins Spiel. Durch die kurze Spielzeit schmerzt ein Ausscheiden nur kurz. Denn gleich im nächsten Anlauf will man es besser machen. Natürlich gehört ein wenig Glück dazu beim Nachziehen der Karten. Gegen Ende des Spiel lässt sich sogar (beinahe) ausrechnen, welche Personenkarten noch im Spiel sind. Doch kommt man auch noch zum Zug, um die restlichen Mitspieler auszuschalten? Und bringt man seine hohe Karte noch bis ins Ziel? Love Letter lässt sich zeitlich immer wieder mal spielen und hat einfach alles: Spiel, Spass und Spannung.

Love Letter | Autor: Seiji Kanai | Verlag: Pegasus Spiele
Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 20 – 30 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Prinzessin, Prinz, König… oder doch Baron? | Wiederspielreiz: sehr gross

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