Majesty – Spielkritik

Wer die richtigen Personen ins eigene Königreich lockt, holt sich Gold und die ultimative Krönung. Majesty ist ein kurzweiliges Spiel um Geld und die besten Karten, bei dem am Ende immer ein Spieler zum König wird.

MajestyIns Auge stechen zuerst die Münzen, die den Poker-Chips nachempfunden sind. Sie liegen schwer in der Hand und das ist auch gut so. Das Geld wechselt sehr häufig hin und her, denn die Königreiche werden mit jeder Karte reicher.
Alle Spieler besitzen zu Beginn dieselben Gebäude in derselben Reihenfolge, dazu einige Helfer in Form von Spielfiguren, schlicht Meeple genannt. In der Tischmitte liegen Personenkarten aus, in einer zufälligen Reihenfolge. Immer 6 Karten liegen offen, die Auswahl wird nach jedem Spielzug aufgefüllt. Die Personen buhlen um die Gunst der angehenden Könige. Sie möchten in eines der Reiche aufgenommen werden, denn jede Person findet in einem der Gebäude Arbeit.

Widmen wir uns erst einmal dem Auswahlprozedere. Die erste Personenkarte in der Reihe ist grundsätzlich kostenlos. Möchte man sich die Dienste einer weiter hinten liegenden Karte sichern, kommen die Helfer zum Einsatz. Auf jeder vorne liegenden Karte platziert man einen Meeple, um sich die gewünschte Karte zu nehmen. Das bringt besondere Umstände mit sich. Hat man keine Meeple mehr im Vorrat, ist man in der Auswahl eingeschränkt. Wählt man eine Karte, auf der bereits Meeple liegen, erhält man zusätzlich zur Karte neue Helfer. Die Anzahl der Meeple ist begrenzt. Überzählige Helfer schickt man zur Arbeit und erhält Münzen für sie.

Majesty

Hat man sich für eine Personenkarte entschieden, legt man sie in sein Dorf. Jede Karte ermöglicht eine Aktion, wenn man sie an den entsprechenden Arbeitsort ablegt. Es ist gut möglich, mehrere Personen einer Berufsgattung zu besitzen. Nehmen wir das Beispiel der Müllerin, sie wohnt im ersten Haus im Dorf. Lege ich eine Müllerin ab, erhalte ich 2 Münzen für jede Müllerin, die ich besitze. Der Gewinn vergrössert sich, je mehr Bewohner ich in der Mühle habe. Die Erträge der Karten sind unterschiedlich. Mal werden Kombinationen belohnt, mal profitieren die anderen Königreiche ebenfallsbeim Ablegen. Die Geldbeträge variieren dabei auch. Sieben verschiedene Persönlichkeiten gibt es im Dorf. Erwähnenswert sind sicher die Soldaten und Wachen. Nimmt man sich einen Soldaten, findet ein sofortiger Stärkevergleich mit allen Spielern statt. Kann man die Soldaten mit der Anzahl eigener Wachen abwehren, geschieht nichts. Ist man zu schwach in der Abwehr, befördert man das schwächste Glied der persönlichen Dorfhierarchie ins Lazarett. Das muss nicht schlimm sein. Eine Hexe heilt die oberste Karte des Lazaretts und bringt sie ins Dorf zurück, wenn es gelingt, sie zu verpflichten.

Majesty

Bei Majesty ist alles so einfach und doch irgendwie verzahnt. Münzen holt man sich in jedem Fall. Wenn man sich aber gute Kartenkombinationen zusammenstellt, vervielfacht man sein Einkommen ganz schnell. Die militärische Schiene ist nicht unbedingt nötig, kann aber je nach Situation zielführend sein. Insgesamt 12 Karten holt man sich ins Dorf, danach wird abgerechnet.
Es gibt am Ende noch zahlreiche Punkte in Form von Geld zu gewinnen. Die Anzahl an unterschiedlichen Personen im Dorf wird quadriert. Zudem spielt man um Mehrheiten in jedem Gebäude. Auch da liegen noch einmal grössere Beträge drin. Für verwundete Personen bezahlt man am Ende noch eine Münze. Der reichste Spieler wird zum neuen König gewählt.

Die Dorfkarten besitzen noch eine B-Seite, wie die Schallplatten von anno dazumal. Die B-Seite ist ein wenig komplexer aufgebaut. Karten-Sets werden belohnt, Meeple können dazu gekauft werden, das Lazarett wird höher bestraft. Der Charakter des Spiels verändert sich nicht, die Prioritäten verlagern sich ein wenig.

Fazit

Majesty ist ein Kartensammelspiel, dem ein spannendes Auswahlverfahren angehängt ist. Das Einsetzen der Helfer (Meeple) muss wohldosiert sein, da man sonst bald in der Wahl eingeschränkt ist. Auf die Reihenfolge der Personen hat man keinen Einfluss, trotzdem kann man sich bei guter Auswahl eine schöne Geldmaschine aufbauen. 12 Karten sind relativ wenig Zeit. Hat man sich langsam im Dorf eingelebt, startet bereits der Endspurt. Der Spielablauf ist einfach, der Geldfluss gross. Die Poker-Chips tragen zu einer richtig guten Atmosphäre bei. Majesty spielt sich äusserst flott. Wer die Zusammenhänge der Karten geschickt einberechnet und mit ein wenig Glück durch die Auswahl kommt, gelangt zu grossem Ruhm. Ein sehr schönes Spiel mit einem äusserst flüssigen Spielmechanismus.

Majesty | Autor: Marc André | Verlag: Hans im Glück
Spiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 7 Jahren | Benötigt: Helfer, Häuser, Untertanen auf dem Weg zum Thron | Wiederspielreiz: gross

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