Man muss auch gönnen können – Spielkritik

Aus der Reihe „Klein & Fein“ darf es gerne mal wieder ein Würfelspiel sein. Und weil schon ganz früh Geben seliger war als Nehmen, orientiert sich das Spiel am Motto: Man muss auch gönnen können! Wenn man auch nur zähneknirschend hin und wieder seine Würfel opfert.

Man muss auch gönnen können

Würfel in 5 Farben sowie zweierlei Karten bilden die Grundausstattung von Man muss auch gönnen können. Da gibt es die Wertungskarten, mit denen man am Ende des Spiels Punkte generiert, wenn man die Bedingungen erfüllt. Zudem sind da die Bonuskarten, mit denen man sich Spielvorteile verschafft. In welchem Mix man diese Karten in das eigene Sortiment aufnimmt, entscheidet jeder Spieler selber. Auf allen Karten gibt es Aufgaben, die man erst erfüllen muss, bevor die Boni oder Wertungsbereiche freigespielt sind. Sämtliche Karten kann man mit einem Stift beschreiben und am Ende einer Partie schnell wegwischen. Die Aufgabenstellungen ähneln denen von anderen Spielen: Zahlenreihen, grössere oder kleinere Kombinationen, gleiche Werte. Einzelne Felder sind farblich fixiert, so dass man auf bestimmte Würfel angewiesen ist.

Mit einer Startauslage von drei Karten geht man in die Partie. Mit drei oder vier gleichen Würfelwerten kauft man sich während einer Partie von der Tischauslage neue Karten nach. Nicht alle Karten eignen sich perfekt für die eigene Auslage, denn Farben, Aufgaben und Wertungen erfordern gewisse Werte. In einem Raster von 3×3 legt man seine Karten an. Mit dem Kauf der 9. Karte läutet man das Spielende ein. Die Auslage ist wichtig, denn gewisse Siegpunkte holt man sich nur mit passenden Nachbarschaftskarten.

Man muss auch gönnen können

Beim Spielablauf stehen natürlich die Würfel im Zentrum. Der aktive Spieler erhält einen ersten Wurf nur für sich. Den Mitspielern gönnt man erst in Wurf zwei oder drei einen der frisch geworfenen Würfel. Sie dürfen sich eine Zahl auf ihren Karten eintragen. Die Aufgabe des aktiven Spielers ist bedeutend schwieriger. Er muss mit seinem Wurf eine Karte komplett ausfüllen oder einen Kauf aus der Auslage vornehmen. Dazu darf er Würfel beiseite legen und für die Mitspieler sperren. Geht alles schief und es kann keine Aufgabe erfüllt werden, bleibt die Chance. Nach dem dritten Wurf verwendet er zwei beliebige Würfel, um die Werte auf seinen Karten einzutragen, nun auch ohne eine Karte komplett zu füllen. Alternativ nimmt er ein verdecktes Plättchen, um es allenfalls in seine Auslage zu legen.

Man muss auch gönnen können

Das bedeutet, dass in den nicht aktiven Spielrunden die Vorbereitungen getroffen werden sollten, um als aktiver Spieler Karten abzuschliessen. Im besten Fall ohne den Mitspielern etwas zu gönnen. Das wäre eine effiziente Spielweise, die sich natürlich nur auf dem Reissbrett so planen lässt.

Legt ein Spieler seine 9. Karte aus, findet noch eine letzte Runde statt. Danach folgt die Wertung. Je nach aktiven Wertungskarten sichert man sich Punkte. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.


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Fazit

Man muss auch gönnen können ist ein Würfelwerte-Sammeln in zwei Phasen. Eine geschickte Vorbereitung im passiven Modus bringt die Erfüllung der Aufgaben im aktiven Modus. Die Theorie erweist sich in der Praxis natürlich nicht immer als tauglich. Denn die Würfel zeigen ihre Werte eben zufällig und so ist man gezwungen, auch den Mitspielern den einen oder anderen Würfel zu überlassen. Die eigene Auslage sollte eine gute Mischung aus Boni- und Wertungskarten sein. Mit den Boni biegt man einen schlechten Wurf für einmal gerade. Von den Wertungskarten hängt es ab, was man überhaupt sammelt und wie viele Punkte man dafür erhält. Es gibt also gleich einige Bereiche zu beachten bei Man muss auch gönnen können. Trotzdem wirkt das Spiel nicht überladen oder komplex. Beim Würfeln und ankreuzen versucht man, seine Ziele möglichst ohne grosse Widerstände zu erreichen. Trotzdem gibt es da die Momente, bei denen die Würfel überhaupt nicht liefern, was gesucht ist. So spielt das Glück mal eine grössere, mal eine kleinere Rolle. Insgesamt aber ein flottes Würfelspiel, das alle Spieler in jeder Runde bei Laune hält. Entweder weil man auf den perfekten Wurf hofft, oder nach passenden Würfeln der Mitspieler giert.

Alles über Man muss auch gönnen können

Man muss auch gönnen können | Autoren: Ulrich Blum, Jens Merkl | Illustration: Leon Schiffer | Verlag: Schmidt

Spielerzahl: Würfelspiel für 1 – 4 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Würfel, Farben, Werte
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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