Meduris – Spielkritik

Der Fuss des Berges Meduris soll besiedelt werden. Und während die Arbeiter die passenden Rohstoffe beschaffen, fordert der Druide schnell seine Opfergaben. Wer nutzt seine Möglichkeiten besonders geschickt?

MedurisEine neue Siedlung ist keine einfache Sache. Und so arbeitet Meduris auf verschiedenen Ebenen, die aber alle schön miteinander verzahnt sind. Auf der Hochebene stehen die Arbeiter und beschaffen dort Kupfer, Stein, Holz oder Wolle. Die Arbeiter setzt man auf die gewünschten Felder, bis zu drei von ihnen sind aufeinander stapelbar. Der Spielzug eines Spielers besteht aus zwei Teilen. Erst würfelt man einen kleinen Ertrag aus. Das ist der Glücksfaktor bei Meduris. Je nachdem, wo die Arbeiter stehen holt man sich einen Rohstoff. Es können auch mal alle Spieler profitieren oder alle müssen einen beliebigen Rohstoff abgeben.
Danach geht es erst richtig los. Im zweiten Teil wählt jeder Spieler, was er gerne erledigen möchte. Reichen die Rohstoffe noch nicht? Also schnell einen grossen Ertrag auslösen: Arbeiter versetzen, ernten. Die gestapelten Arbeiter entfalten nun ihren ganzen Charme. Je höher ein Arbeiter steht, desto mehr Rohstoffe erarbeitet er. Ein geschicktes Versetzen zum richtigen Zeitpunkt ist sehr lukrativ.

Meduris

Die Besiedlung muss auch voran getrieben werden. Also baut man eine Hütte. Die benötigten Rohstoffe findet man auf den Bauplätzen des Rundkurses um den Berg Meduris. Benachbarte Bauplätze werden im Laufe des Spieles immer teurer. Die zweite Hütte einer Siedlung erfordert die doppelte Anzahl an Rohstoffen, eine dritte drei Rohstoffe jeder Art. Weshalb es sich lohnt, in grosse Siedlungen zu bauen, erfährt man bei den Opfergaben. Wer eine Hütte baut, schnappt sich den Runenstein des entsprechenden Gebietes. Runensteine sind am Ende Siegpunkte wert.

Nach dem Bau einer Hütte rückt der Druide vor. Erst auf einigen Steinplatten, bald aber schon von Siedlung zu Siedlung. Er fordert Opfergaben von allen Spielern der Siedlung. Opfert ein Spieler einen oder beide Rohstoffe zur eigenen Hütte, holt er sich Siegpunkte. Im besten Fall so viele, wie Hütten in der Siedlung stehen. Kann er keinen Rohstoff abgeben, verliert er einen Siegpunkt – und die Götter sind natürlich äusserst zornig auf ihn.

Meduris

Warum also nicht einmal einen Tempel bauen, um den Schaden geringer zu machen? Jeder Spieler besitzt zwei Tempel. Damit schliesst man Siedlungen ab, besonders die lukrativen der Mitspieler. Zudem holt man am Ende eigene Punkte mit den Tempeln. Auch beim Tempelbau wandert der Druide weiter.
So füllt sich langsam der Spielplan. Hat ein Spieler alle Bauten fertig erstellt, beginnt die Schlussrunde. Der Druide macht ein letztes Mal eine ganze Runde um die Siedlungen. Alle haben noch einmal die Möglichkeit, Punkte einzufahren, bevor es an die Schlusswertung geht. Für die Tempel gibt es Punkte für alle links und rechts angrenzenden Hütten. Und die Punkte der Runensteine erhöhen sich mit der Anzahl. Wer die meisten Siegpunkte besitzt, wird zum Anführer des Stammes gewählt.


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Fazit

Meduris ist ein sehr schönes Familienspiel, das schon ein paar spielerische Anforderungen stellt. Es gibt einige Kleinigkeiten zu beachten, im Ablauf ist das Spiel jedoch schnell verstanden. Der Rohstoffertrag mit den stapelbaren Arbeitern ist eine trickreiche Angelegenheit. Niemand will den Mitspielern gute Vorlagen liefern, im richtigen Zeitpunkt aber möglichst viel abräumen. Und auch den Spielplan gilt es gut zu lesen. Wann lohnt es sich, viele Rohstoffe in eine weitere Hütte zu investieren und wo sind die Tempel an der richtigen Stelle? Die Plätze der Runensteine sind begrenzt. Wer den letzten Platz einer Region besetzt, hat den Runenstein auf sicher. So ist vieles bei Meduris eine Frage des Timings. Mit dem kleinen Ertrag ist auch nur ein kleines Glückselement im Spiel. Mit den passenden Rohstoffen holt man sich viele Punkte in diesem Spiel, ob beim Bau oder bei den Opfergaben. Der Spielablauf ist flüssig, es gibt kaum Wartezeiten, die Siedlungen wachsen von Runde zu Runde. Für angehende Strategiespieler und Optimierer.

Meduris | Autoren: Stefan Dorra, Ralf zur Linde | Verlag: HABA
Brettspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 60-75 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Bauteile und Opfergaben, denn der Druide rennt | Wiederspielreiz: gross

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