Mercado – Spielkritik

Spiele aus dem Beutel erleben zur Zeit gerade ein kleines Hoch. Bei Mercado befindet sich das Geld im Beutel. Also, zieht eure Münzen und kauft ein, bevor es andere vor euch tun!

MercadoAlle Spieler erhalten erst ihr persönliches Geldbeutelchen. Dort befinden sich je 5 Münzen in Gold, Silber, Türkis und Rotbraun, aber auch 5 in Schwarz. Niemand weiss, woher die schwarzen Münzen kommen, auf jeden Fall handelt es sich um Falschgeld, das beim Einkauf sofort aussortiert werden muss. Der Markt: Es liegen vier wertvolle Gegenstände und zwei betörende Düfte in der Auslage, die einen Käufer suchen. Ran an den Handel! Der Spielablauf ist ganz einfach gehalten, kann von den Spielern individuell noch ein wenig ausgebaut werden. Am meisten nutzt man wohl Möglichkeit 1: Man zieht drei Münzen blind aus dem Beutel und legt sie an die Gegenstände auf dem Markt an. Die Marktware kostet unterschiedlich viel, mal gleiche Münzen, mal unterschiedliche, mal wenig, mal viel. Jeder Spieler legt seine Münzen an die jeweiligen Plättchen an und bietet ab sofort um den Gegenstand mit. Eine Münze muss im Minimum gelegt werden, weitere dürfen auch wieder zurück in den Beutel. Falschgeld sortiert man auf jeden Fall aus und legt sie auf die Personentafeln. Vom Gefühl her wie ein Fehlwurf.

Mercado

Ist der korrekte Preis bei einem Gegenstand erreicht, rechnet man ab. Wer den Kauf abgeschlossen hat, erhält Ansehenspunkte und meist noch irgendwelche Bonis zusätzlich. Doch auch der Zweitplatzierte profitiert. Als Trost bekommt er ein Siegel, mit dem man einen eigenen Spielzug etwas verlängern kann. Nach jedem Verkauf kommt ein neuer Gegenstand ins Spiel. Die betörenden Düfte bringen selten Punkte ein, dafür umso grössere Bonis, die nicht zu verachten sind.
Wer einen Kauf durchführen konnte, legt seine Münzen auf die Personentafel. Verlierer des Handels dürfen die Münzen wieder zurück in den Beutel legen. So wird das Spielgeld langsam knapper und gewisse Münzen sind derart selten, dass man zu Spielmöglichkeit 2 greifen muss: Den Münzbeutel wieder auffüllen. Alle Münzen auf der Personentafel, leider auch das Falschgeld, kommen zurück in den Beutel.

Mercado

Damit hat man das Grundprinzip des Spiels bereits verstanden. Nun kommen noch wenige Feinheiten dazu und der Handel entfaltet seine ganze Pracht. Mit der Abgabe eines Siegels erhält man zwei zusätzliche Münzen aus dem Beutel, somit verlängert man den eigenen Spielzug ein wenig. Sind es am Ende gar die passenden Münzen, um einen Kauf abzuschliessen?
Beim Marktaufseher und der Münzwechslerin kann man jederzeit mitbieten. Erfüllt man ihre Wünsche, bekommt man eine weisse Jokermünze, die man sofort einlösen muss oder man kriegt ein Privileg. Das Privileg löst man VOR Beginn des eigenen Spielzuges ein. Oft sind es Ansehenspunkte, Jokermünzen, Siegel oder auch mal Falschgeld für die Mitspieler.

Ganz zentral im Spiel ist allerdings der Spielplan. Dort notiert man seine Ansehenspunkte. Viele der Felder sind mit einem Bonus versehen. Landet man auf ihnen, holt man sich weitere Goodies. Ein wenig Planung beim Punktesammeln lohnt sich.

Mercado endet, wenn ein Spieler eine Runde auf der Ansehensleiste absolviert hat. Mit einer B-Seite des Spielplans spielt Mercado ein wenig mit den Boni. Das Spiel verändert sich allerdings nicht gross, eine kleine Variante ist es allemal.

Fazit

Mercado ist ein Spiel mit einem äusserst familienfreundlichen Ablauf. Die Reihenfolge der Aktionen ist schnell klar, häufig zieht man nur seine Münzen aus dem Beutel und platziert sie auf dem Markt. Nun gibt es doch einige Punkte, die man beachten sollte. Auch bei sinnlosen Geschäften lohnt es sich mitzubieten wegen der Trost-Siegel. Der Einkauf auf dem Markt sollte gut durchdacht sein, die Bonis auf der Ansehensleiste sind zu wichtig für ein erfolgreiches Spiel. Und wer seine abgelegten Münzen im Griff hat, weiss, was sich noch im Beutel befindet. Beim Ziehen herrscht natürlich das Glückselement. So habe ich schon Überraschungssieger erlebt und sichere Sieger untergehen sehen. Es ist wie beim Radrennen: Nur wer die Ziellinie überquert, gewinnt. Der Grundstock der Münzen bleibt den Spielern erhalten, mit Falschgeld und den Jokermünzen schraubt man ein wenig an der Glücksspirale. Alles in allem ist Mercado ein schönes Familienspiel, läuft rund, trotz des Glückselements in einer angenehmen Spielzeit. In grösserer Spielrunde spielt der Konkurrenzkampf deutlich mehr, als nur zu zweit. Und wer geht nicht gern mit dem eigenen Geldbeutel auf den Markt?

Mercado | Autor: Rüdiger Dorn | Verlag: Kosmos
Spiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Münzen, Siegel, Privilegien | Wiederspielreiz: gross 

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