Mille Fiori – Spielkritik

Als Glashersteller versucht man bei Mille Fiori seine Produkte erfolgreich in den Handel zu bringen. Mit der Nutzung verschiedener Produktionsstätten entwickelt man fortwährend den eigenen Betrieb – bis zum erfolgreichen Seehandel.

Mille Fiori

Mille Fiori entfaltet sich mit seinem Spielplan und den vielen Karten zwar gross auf dem Spieltisch, doch der Spielaufbau ist sehr kurz gehalten. Die Spieler erhalten 27 Rauten, mit denen sie ihre Aktionen abdecken, ein paar Karten kommen in die offene Auslage, ein Schiff ankert im Hafen und der Punktemarker steht bei 0. Punkte wird es gleich ganz viele geben im Spiel, denn fast jede Aktion generiert mehr oder weniger Punkte, sogar für inaktive Mitspieler. Mille Fiori spielt sich in zwei Phasen. Erst findet ein Karten-Drafting statt. Man wählt eine Karte aus und gibt die restlichen weiter. Im zweiten Teil ist es ein Plättchen-Legespiel, bei dem man an Punkte und zusätzliche Aktionen kommt.

Die über 100 Karten zeigen an, in welchem Bereich auf dem Spielbrett man aktiv werden kann. Ein Symbol und die Wertung der Karte runden die Informationen ab. Alternativ kann man mit jeder Karte auch das Schiff auf der Seeroute bewegen. Sämtliche Bereiche von den Karten findet man natürlich auf dem Spielplan: Werkstätten, Häuser, Personen, Handel und Hafen. In jedem Bereich gibt es viele Legeplätze für die rautenförmigen Plättchen der Spieler. Der Spielablauf ist einfach gehalten, die Legeregeln und die Wertungen sind in jedem Bereich aber anders und fordern ein wenig Aufmerksamkeit.

Mille Fiori

5 Karten erhalten alle Spieler, wählen eine aus und geben die restlichen Karten weiter. Reihum führt jeder seine Aktion durch. Man legt eine seiner Rauten auf einen passenden Legeplatz auf dem Spielbrett. Das generiert sofort Punkte. In jedem Bereich kann man sich Bonuspunkte sichern, wenn man als Erster bestimmte Bedingungen erfüllt. Und in jedem Bereich kann man sich Extrakarten verdienen, die man aus der offenen Auslage wählt und sofort eine weitere Aktion in einem Produktionsbereich durchführt. So sind längere Kettenzüge möglich, wenn man gut vorausplant.

Doch wie legt man die Rauten passend an? In den Werkstätten möglichst anliegend an die eigene Farbe. Bei den Häusern besetzt man das nächste, freie Reihenhaus. Mehrere Häuser nebeneinander bringen mehr Punkte. Bei zwei Personengruppen schichtet man die Rauten pyramidenförmig. Je höher, desto mehr Punkte gibt es. Im Handel entscheidet man sich für Produkte, Punkte erhält man erst, wenn sich drei Schiffe in der Flotte befinden und die Ware verschifft werden kann. Die Flotten generiert man bei Mille Fiori über die Hafenkarte.

Mille Fiori

Bleibt noch die Seeroute. Mit einer Hafenkarte schiebt man auch das Schiff um einige Positionen nach vorn. Dort holt man sich Punkte oder auch Extrakarten. Alternativ zur eigentlichen Nutzung einer Karte, kann man jede Karte für den Seeweg nutzen und das Schiff verschieben.

Nun muss man nur noch die richtigen Entscheidungen treffen, seine Rauten so platzieren, dass sie möglichst viele Punkte einbringen und womöglich noch eine Extrakarte obendrauf für einen weiteren Spielzug.

Mille Fiori endet, wenn ein Spieler seine letzte Raute setzen konnte. Die Mitspieler dürfen ihren letzten Zug natürlich noch ausführen. Ist der Kartennachziehstapel aufgebraucht, rechnet man ebenfalls ab. Punkte gibt es zahlreich bei Mille Fiori. Wer hat den Glashandel am besten im Griff?


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Fazit

Eigentlich ist Mille Fiori ein simples Konstrukt aus Karten-Drafting und Legespiel. Durch die unterschiedlichen Wertungen in jedem Bereich der Produktion und die möglichen Kettenzüge erfordert das Spiel aber doch einen gewissen Überblick. Der Spielablauf ist sehr einfach, die Freude umso grösser, wenn ein Kettenzug mit vielen Punkten, zusätzlichen Karten oder gar noch einem Bonusfeld winkt. Das bedingt hin und wieder auch ein wenig Glück. Liegen die gewünschten Karten in der offenen Auslage? Erhalte ich die gesuchte Karte, um einen Kettenzug zu starten? Zu zweit entwickelt Mille Fiori nicht seinen ganzen Charme. Man ist oft in die Defensive gezwungen, um dem Mitspieler nicht die Tür zu massenhaft Punkten zu ermöglichen. Zu dritt oder viert wirkt sich die Kartenwahl optimaler aus. Man pokert um einzelne Positionen auf dem Feld. Sind die Mitspieler schneller? Mille Fiori verteilt die Punkte sehr grosszügig. Das bringt in jeder Runde Erfolgsmomente, oder im schlechtesten Fall 1 Punkt. Trotz der dauernden Suche nach der punktereichsten Legemöglichkeit der eigenen Karten spielt sich der Glashandel flüssig. Mille Fiori ist kein verkopftes Spiel, aber eines bei dem der Punktemarker richtig um das Spielfeld rennt. Seine Spannung zieht es aus dem verdeckten Karteneinsatz – Runde für Runde.

Alles über Mille Fiori

Mille Fiori | Autor: Reiner Knizia | Illustrationen: Stephan Lorenz, Marina Gonzalez, Olga Cress | Verlag: Schmidt

Spielerzahl: Brettspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 60-90 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Kettenzüge im Glashandel
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: es geht
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie, Kenner

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