Mimica – Spielkritik

Das Diskussionsspiel Mimica ist ein reines Familienprodukt. Via Crowdfunding hat das Projekt seinen Weg in den Verkauf gefunden. Wer die Spieleschachtel in den Händen hält, merkt, dass viel Liebe ins Detail gesteckt wurde. Doch die Wahrheit liegt auf dem Spieltisch. Und darüber lässt sich bei diesem Kartenspiel herrlich diskutieren.

Mimica

Am Ende ist Mimica ein Ratespiel, wenn es darum geht, die Rollen aller Spieler herauszufinden. Bis man an diesem Punkte angelangt ist, gibt es wortreiche Gefechte am Tisch. Die lanciert man ganz bewusst, erhält aber unter Umständen nicht die Rolle zugesprochen, die man gerne hätte. Ein Perspektivenwechsel hat schon manchem Feingeist gut getan und so stehen hier 32 unterschiedliche Charaktere zur Auswahl, die sich in 9 Themenbereichen mit vielen Problemen und Problemchen beschäftigen können – stundenlang.

Der Spielablauf erklärt sich beinahe von selbst. Mit einer bestimmten Anzahl an Charakteren startet man ins Spiel. Alle notieren sich die Charaktere auf dem Auswertungsbogen. Danach startet die geheime Rollenverteilung. Jemand wählt ein Themengebiet und legt den Grundstein für die Diskussion. Und schon steckt man mittendrin, die eigene Rolle immer im Hinterkopf.

Mimica

Während des Diskurses notiert man seine Verdächtigungen auf dem eigenen Zettel. Hat man jedem Mitspieler eine Charakter-Rolle zugeteilt, darf man die Diskussion mit einem „Stopp“ beenden. Dazu müssen sich aber alle Teilnehmenden mindestens ein Mal eingebracht haben. Es folgt die Auswertung. Für jeden richtig erkannten Charakter erhält man einen Punkt. Für die eigene Rolle gilt: Von niemandem oder allen erkannt, gibt es keine Punkte. Nur eine Person hat mich erkannt oder nicht erkannt – 1 Punkt. Alle anderen Fälle bringen 2 Punkte ein. Spiele ich meine Rolle so gut, dass sich das Publikum nicht einig ist, erhalte ich also mehr Punkte.

Mimica

Mimica bietet eine Anzahl an Spielvarianten an. So kann man das Spiel der Diskussionsgruppe anpassen. Doch die grösste Varianz bieten natürlich die Charaktere und Themen selber an. Ob man sich als Schleimer in einer Runde äussert oder als Jurist, ob man eher sachlich argumentiert oder als Witzbold die Runde unterhält – man steckt immer im Dilemma, sich nicht zu sehr einzubringen und doch seine Rolle zu wahren. Die Themen in Kategorien wie Mensch & Beziehung, Beruf, Schule oder Freizeit pendeln zwischen sehr ernsten Angelegenheiten bis zu ignorierbaren Wohlstandsproblemen. Trotzdem sind sie alle eine Diskussion wert, man wird überrascht sein.

Es gewinnt, wer die meisten Punkte einholt. Doch meist ist das bei Mimica eine diskussionsreiche Nebensache.


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Fazit

Mimica ist eine unterhaltsame Mischung aus Rollenspiel und Ratespiel. Fremde Perspektiven einnehmen und sich in die Diskussion einbringen, das ist gar nicht so einfach. Will man auch spielerisch überzeugen, sollte man sich ein wenig bedeckt halten, nicht zu viel und nicht zu wenig preisgeben. Dazu gehört ein wenig schauspielerisches Talent und ein gutes Gefühl für die Sprache. Damit wären wir auch schon bei der Zielgruppe des Spiels angelangt. Die Charaktere und die Themen bieten viel Stoff für witzige, interessante, ideenreiche und inhaltlich wertvolle Unterhaltung. Dazu benötigt man bei Mimica die passende Spielgruppe. Die darf durchaus grösser sein. Zwar lässt es sich bei Mimica mit drei oder vier Spielern diskutieren, doch es ist wenig erstaunlich: Je grösser die Runde, desto spannender wird das Ratespiel um die Charaktere. Die Vielfalt blüht mit jedem zusätzlichen Spieler mehr auf. Das Kartenspiel ist weniger eine strategische Sache, dafür ein diskussionsreiches Unterhaltungsprodukt für grössere Spielgruppen. Die Spielschachtel ist bis auf den letzten Millimeter gefüllt mit guten Idee und Diskussionsanstössen.
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Alles über Mimica

Mimica | Autoren: Familie Durot | Illustrationen: Lea Durot | Verlag: Eigenverlag

Spielerzahl: Diskussionsspiel für 3 – 9 Personen
Spieldauer: ab 30 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Tatsachen und Meinungen
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: kein 2er-Spiel
Beste Spielerzahl: ab 5 Personen
Richtet sich an: Familie

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