Minanga – Spielkritik

Das Brettspiel Minanga widmet sich den Themen Bergbau, Landwirtschaft und Menschenrechte. Beim Lernspiel verbessern wir die Situation unseres Dorfes und schaffen eine gute Basis für die Zukunft.

Minanga

Insgesamt 12 unterschiedliche Dörfer gibt es bei Minanga. Alle besitzen Bodenschätze, die sowohl Fluch, aber auch Segen für das Dorf sein können. Runde für Runde verbessern wir unsere Situation, denn wir möchten dem Dorf eine schöne Zukunft bescheren, sowohl für die Bevölkerung, als auch für die Landschaft. Es gibt sehr viel Spielmaterial in der Schachtel von Minanga. Für jeden Rohstoff gibt es 30 kleine Plättchen, dazu allgemeine und persönliche Ereigniskarten. Sogar die Preise für die Bodenschätze variieren mit eigenen Spielkarten.
Vor dem Spiel entscheidet man sich für ein Dorf mit einem der 12 Bodenschätze. Je nach Bodenschatz verläuft eine Partie unterschiedlich, dafür sorgen die spezifischen Ereignisse und Preise. Insgesamt 30 Gebiete für Bodenschätze besitzt man zu Beginn einer Partie, die man vorerst für die Landwirtschaft nutzt.

Die Ereigniskarten (allgemeine und persönliche) mischt man zu einem Stapel. Den Preisstapel für die Bodenschätze mischt man ebenfalls. Beide Kartenstapel legt man neben das eigene Spielbrett. Marker für das Geld, die Renaturierung und den aktuellen Preis liegen auf dem Spielbrett. Der Spielablauf ist immer gleich. Reihum sind die Dorfbesitzer an der Reihe und führen ihre Aktionen durch.

Minanga
Minanga – Dorf mit grossem Eisenvorkommen

Zuerst deckt man eine Karte für den Preis des eigenen Bodenschatzes auf. Die Anpassung nimmt man gleich am Marker auf dem Spielbrett vor. Bei einem Startpreis von 10 kann er Runde für Runde leicht nach oben oder unten variieren.
Danach findet ein Ereignis statt. Die Bandbreite der Ereignisse ist gross. Gewinne, Verluste, Zwänge, Landverkauf, Pfändungen – je nachdem ist man anschliessend zu einer bestimmten Aktion gezwungen, als Reaktion auf das Ereignis. Mit den passenden Menschenrechten schützt man sich aber auch vor vielen Ereignissen.
Gibt die Ereigniskarte keine bestimmte Aktion vor, hat man eine kleine Auswahl: Bei der Ernte erhält man für jedes naturbelassene Feld einen Punkt. Das sind im besten Fall 30 Punkte. ODER man verkauft 1 bis 5 seiner Felder zum aktuellen Preis. ODER man renaturiert 3 Felder. Dann liefern sie wieder Ernteeinnahmen, können aber kein zweites Mal verkauft werden.

Minanga

Besitzt man nach seiner Aktion noch das nötige Kleingeld, tauscht man es gegen ein Menschenrecht ein. Die Rechte auf Nahrung, Gesundheit, Bildung, Sicherheit, rechtliches Gehör und politische Mitbestimmung muss man sich im Laufe der Partie erwerben. Das ist auch das Spielziel von Minanga. Erlangt eine Person alle 6 Menschenrechte, endet das Spiel. Das ist nach einigen Spielrunden erreicht.

Minanga eignet sich auch bestens als Solospiel. Da man sein eigenes Spielmaterial besitzt und die Ereignisse teilweise von persönlicher Natur sind, spielt man sowieso meist für seinen eigenen Vorteil. Spielt man in Teams, endet Minanga erst, wenn alle Teammitglieder sämtliche Menschenrechte besitzen. Zudem kann man die Ereigniskarten weitergeben, um zusätzliche Teamstärke zu erlangen.


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Fazit zu Minanga

Minanga ist in Zusammenarbeit mit dem Verein „bergbau menschen rechte“ und dem db-verlag in der Schweiz erschienen. Thema und Umsetzung des Spiels verdienen eine Beachtung. Das Spiel ist thematisch wunderbar ausgearbeitet und besitzt mit den unterschiedlichen Bodenschätzen sogar unterschiedliche Ansätze in jedem Dorf. Minanga ist für mich ein klares Lernspiel mit gehobenen Ansprüchen, das bestens in den Bildungsbereich passt. Auf den ersten Blick hat es mich an Ökolopoly erinnert, bei dem man Schritt für Schritt die Auswirkungen auf die Umwelt für seine Aktionen zu spüren bekam. Auch bei Minanga versucht man, die Position seines Dorfes Runde für Runde zu verbessern. Die Abläufe sind gut verzahnt und im Grunde doch einfach: Punkte generieren, damit man Menschenrechte erwerben kann. Durch die Ereigniskarten kommt natürlich eine gewisse Zufälligkeit ins Spiel, auf die man ständig reagieren muss.
Betrachte ich das Spiel aus Spielersicht, müsste man die Spielregeln dringend überarbeiten: Bilder, Beispiele und eine klare Strukturierung des Aufbaus und des Ablaufs würden vieles vereinfachen. Im Grunde genommen ist das Spiel nicht komplex, die Anleitung erschwert den Einstieg aber sehr.
Der Spielmechanismus basiert auf den Ereigniskarten, die den Takt vorgeben. Danach führt man allenfalls eine Aktion aus und sichert sich ein Menschenrecht, wenn die Punkte reichen: Aktion und Reaktion mit dem Ziel, viele Punkte zu machen.
Daher betrachte ich das Spiel aus zwei Perspektiven. Als Spieler ist es für mich zu einfach und zu willkürlich gestrickt. Ich reagiere permanent, was mir die nächste Karte vorgibt. Das bietet mir zu wenig.
Als Lernspiel für den Unterricht gefällt es mir gut, denn es ist thematisch sehr gut aufgestellt, zeigt die Zusammenhänge von Natur, Politik und dem Abbau von Bodenschätzen in spezifischen Feinheiten mit den Ereignissen. Die Menschenrechte ermöglichen sogar einen gewissen Schutz und sind daher erstrebenswert. Im Bildungsbereich spielt es seine Stärken voll aus.

Fakten zu Minanga

Autor: Simon Greuter | Illustrationen: Sabrina Anderegg | Verlag: db-verlag

Spielerzahl: 1 – 6 Personen
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Optimierungsbedarf im Dorf
Wiederspielreiz: ok / im Bildungsbereich: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1 – 6 Personen
Richtet sich an: Familie

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