Minecraft: Builders & Biomes – Spielkritik

Das Umsetzen von Computerspielen auf das Spielbrett ist keine einfache Sache. Oft hängt man zu sehr am Original und wird danach enttäuscht. Die Welt von Minecraft hat sehr viele Fans. Für die könnte sich ein Blick auf das Brettspiel Minecraft: Builders & Biomes aber wirklich lohnen.

Minecraft: Builders & Biomes

Ich bin absolut kein Minecraft-Fan. Die Pixelgrafik erinnert an die Anfangszeiten des Computerspiel-Zeitalters. Es ist mir schleierhaft, wie eine derartige Welt bei den heutigen technischen Möglichkeiten erfolgreich sein kann. Ist sie aber! Der Wiedererkennungswert beim Spielmaterial ist für Minecraft-Fans hoch. Alle anderen Spieler schaffen es aber locker, sich in die Welt reinzuspielen. Man hat keine Nachteile, wenn man unerfahren an die Sache ran geht. Jeder Spieler erhält eine persönliche Spielertafel, auf der einige Landschaften zu sehen sind (Biome). Aus Holzklötzen baut man einen grossen Block für alle Spieler mit den verschiedenen Baustoffen: Holz, Sand, Stein, Obsidian und Smaragd als Joker. Die allgemeine Spielfläche ist ein Raster aus 4×4 Bauwerk- und Monsterkarten, gut gemischt und verdeckt ausliegend. Aussen rum liegen Waffenplättchen zum Bekämpfen der Monster.

Gespielt wird reihum, aus verschiedenen Aktionen wählt man zwei unterschiedliche aus. Danach ist der nächste Spieler an der Reihe. Was kann man unternehmen? Man erkundet die Oberwelt auf der allgemeinen Spielfläche. Dazu bewegt man seine Spielfigur zwischen 0 und 2 Kreuzungspunkte weiter. Damit hat man jederzeit Zugriff auf 4 Landschaftsplättchen oder Monster. Bewegt man seine Spielfigur, dreht man am Ende alle zugänglichen Plättchen um. Bis zu 4 Plättchen türmen sich an jeder Position. Sie erneuern sich im Laufe einer Partie mehrmals. Als zweite Möglichkeit nimmt man sich 2 Baustoffe aus dem grossen Block: Schön von oben nach unten, nur freiliegende Teile sind erlaubt. Hat man genügend Baustoffe, baut man ein Landschaftsteil auf seine Spielertafel. Die Kosten sind auf den Plättchen ersichtlich, unter Umständen gibt es auch Erfahrungspunkte dafür. Hin und wieder liegen Monster aus. Die kann man bekämpfen. Die Spieler besitzen einen Stapel mit Waffen, zusätzliche holt man sich im Laufe einer Partie als Aktion vom Spielfeld. Für einen Kampf zieht man drei Waffenplättchen aus dem eigenen Stapel. Hat man mindestens gleich viel Schlagkraft wie das zu besiegende Monster, gewinnt man den Kampf. Auch hier holt man sich Punkte.

Minecraft Builders & Biomes

Das Bauen von Landschaften auf der eigenen Spielertafel ist eine zentrale Aktion, um Punkte zu holen. Drei Mal im Spiel findet eine Wertung statt. Als Timer für die nächste Wertung dient der grosse Block mit den Baustoffen. Ist die oberste Ebene komplett abgebaut, startet Wertung 1: Es zählen zusammenhängende Landschaften, wobei Schnee deutlich mehr Punkte bringt als Wald. Kluges Bauen ist also gefragt. Mit dem Ende der zweiten Ebene zählt das Baumaterial. Auch hier nur mit einer zusammenhängenden Fläche. Mit Wertung drei endet das Spiel, es zählen die zusammenhängenden Typensymbole auf den Karten.

Minecraft Builders & Biomes

Monsterkarten bringen am Ende noch zusätzliche Punkte für gesammelte Symbole einer Art. Diese Symbole dürfen irgendwo in der Landschaft verstreut sein. Wer nun die meisten Erfahrungspunkte gesammelt hat, gewinnt die Partie Minecraft: Builders & Biomes.


Spielend auf dem Laufenden sein? Kein Problem, mit dem Newsletter von brettspielblog.ch.
Hier für den Newsletter anmelden


Fazit

Auch wenn man Minecraft nicht mag, Minecraft: Builders & Biomes ist eine ganz tolle Umsetzung des Computerspiels auf das Brett. Das hat verschiedene Gründe. Der Wiedererkennungswert ist gross, erfahrene Computerspieler sind sofort vom Thema angesprochen. Das Brettspiel verbindet einfache Mechanismen zu einem Spiel, bei dem man jederzeit kleine Entscheidungen treffen muss. Das ist keine simple Neuauflage eines anderen Spiels, bei dem der Minecraft-Hut drüber gestülpt wurde. Das ist ein eigenständiges, gut funktionierendes Spiel. Man sammelt seine Baustoffe, um Landschaften zu bauen, die man erst noch perfekt positionieren muss, um über drei Wertungen viele Punkte zu bekommen. Vorausschauendes Bauen ist wichtig. Der Weg zum Sieg kann aber auch über den Kampf führen. Mit den Monstern holt man sich ebenfalls Punkte, am Ende gar noch zusätzliche. Hier ist ein gewisser Glücksfaktor im Spiel. Gerade bei Kindern ist diese Strategie beliebt. Der grosse Block als Zeitwächter für die Wertungen gefällt mir sehr gut. So haben es die Spieler selber in der Hand, ob sie schneller oder langsamer zur nächsten Wertung schreiten. Minecraft: Builders & Biomes hat mich echt überrascht. So ein Spiel lockt Minecraft-Fans an den Tisch!

Alles über Minecraft: Builders & Biomes

Minecraft: Builders & Biomes| Autor: Ulrich Blum| Illustration: Mojang | Verlag: Ravensburger

Spielerzahl: Brettspiel für 2-4 Personen
Spieldauer: 30-60 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Vorausschauender Landschaftsbau
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2-4 Personen
Richtet sich an: Familie

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.